Getreide

Getreideernte

Im Mittel der letzten Jahre (2007- 2012) wurden in Deutschland etwa 40,6 Mio. Tonnen Getreide auf einer Fläche von 6,2 Mio ha erzeugt.

In Thüringen waren es in diesem Zeitraum ca. 2,5 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais) auf einer Anbaufläche von ca. 372 Tha.  Der Durchschnittsertrag bei Getreide lag bei rd. 65,9 dt/ha. Den höchsten Anbauanteil nahmen mit rund 82 % die Wintergetreidearten ein. Die Brotgetreidearten Weizen und Roggen werden auf etwa 65 % der Getreidefläche angebaut. Verwendungsbereiche dieser Arten sind Nahrung, Futtermittel, Energie und Saatgut.
Der jährliche pro Kopf- Verbrauch an Brot und feinen Backwaren liegt bundesweit bei rund 85 kg, das ist die Spitzenposition in der Europäischen Union.

Zu den wichtigsten Aufgaben der TLL im Getreidebau gehören die Erarbeitung von Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau (Leitlinien) sowie die Erarbeitung von  Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) und die jährliche Zusammenstellung von Sortenempfehlungen (Landessortenversuche) von Getreide. Aktuelle Themenschwerpunkte werden Rahmen von Spezialthemen bearbeitet, wie z. B. Pflanzenbau im Rahmen des Klimawandels, die Erschließung neuer Verwendungsrichtungen der Getreidearten sowie der Anbau von Getreide unter ökologischen Bedingungen.

 

Winterweizen

Winterweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Winterweizen etablierte sich innerhalb des Getreidebaus im Zeitraum von 2007- 2012 mit einer Anbaufläche von ca. 221. 700 ha als wichtigste Getreideart in Thüringen, was etwa 60 % der Getreidefläche ausmacht. Ursachen für den beträchtlichen Anbauumfang sind das hohe und stabile Ertragspotenzial, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie sehr vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten (Abb. 2). Die mittleren Erträge lagen im genannten Zeitraum bei ca. 70 dt/ha.
Im Bundesvergleich gilt Thüringen aufgrund des sehr hohen Anbauanteils von Elite(E)- und Qualitäts(A)weizen als Qualitätsweizenland.

Durum

Hartweizen, Durumweizen   (Triticum durum DESF.)

Hartweizen bzw. Durum ist eine relativ neue Getreideart in Deutschland. Auch in Thüringen wird Durum seit 1991 angebaut.  Heute zählt Thüringen mit einer jährlichen Anbaufläche von ca. 3 000 ha (2007- 2012) neben Sachsen und Rheinland Pfalz zu den Hauptanbauregionen Deutschlands. Der Durumanbau wird als Nische für geeignete Regionen betrachtet. Die Anbaufläche ist seit 2010 stetig im Rückgang begriffen, Gründe hierfür sind seine relativ hohen Ansprüche an Boden und Klima, um die geforderten Qualitäten zu erreichen. Für einen erfolgreichen Anbau ist ein spezielles Anbaumanagement unabdingbar, Vertragsanbau ist zu empfehlen.
Aufgrund seiner begrenzten Winterfestigkeit kommen hauptsächlich Sommerformen  zum Anbau. Das Ertragsniveau von Sommerdurum liegt etwa 30 % unter dem Winterweizen. Weiterverarbeitet wird Durum zu Gries, der dann als hochwertiger Rohstoff zur Herstellung von Griesfertigprodukten sowie speziellen Teigwaren, wie z.B. Nudeln, Makkaronie und Spaghetti,  eingesetzt wird.

Sommerweichweizen

Sommerweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Sommerweizen spielt im Getreideanbau in Thüringen mit einem Anbauumfang 2007-2012 von rund 5. 000 ha, das sind ca. 2 % der Gesamtgetreidefläche, nur eine untergeordnete Rolle. Die mittleren Erträge in diesem Zeitraum lagen bei 54,5 dt/ha.
Der Anbauumfang von Sommerweizen steigt in Jahren mit ungünstigen Bedingungen zur Herbstaussaat oder nach Auswinterung von Wintergetreide zwischenzeitlich an. Sommerweizen verfügt über sehr gute Qualitätseigenschaften. Vorrangig wird in Thüringen Eliteweizen angebaut.

Wintergerste

Wintergerste    (Hordeum vulgare L.)

Wintergerste nahm im Mittel der Jahre 2007-12 mit einer Fläche von ca. 69. 000 ha nach Winterweizen den zweiten Platz im Anbauumfang bei Getreide ein. Ihr Anteil an der Getreidefläche schwankt zwischen 15 und 20 %.  Aufgrund ihrer frühen Abreife ist sie die prädestinierte Winterrapsvorfrucht. Wintergerste wird ahupsächlich als Futtergerste verwendet, Winterbraugerste gewinnt an Bedeutung.  In Betrieben mit hoher Druschfruchtanbaukonzentration hat Wintergerste durch die frühe Aussaat und Ernte arbeitswirtschaftliche Vorteile und kann zu einer deutlichen Minderung der Arbeitsspitzen führen.

Die mittleren Kornerträge lagen bei ca. 67 dt/ha und es werden jährlich rund 460. 000 Tonnen Wintergerste in Thüringen geerntet.

Sommerbraugerste

Sommergerste     (Hordeum vulgare L.)

Sommergerste wird vorrangig als Sommerbraugerste angebaut. Zweizeilige Sommergerste dient in erster Linie als Rohstoff für die Malz- und Brauindustrie.Der Anbauumfang lag im Mittel der Jahre 2007- 2012 bei ca. 40. 600 ha. Vor allem aus marktpolitischen Gründen schwankt ihr Anbauumfang stark.  Die Einhaltung der geforderten Qualitätsparameter (Brauqualität) erfordert eine Begrenzung des Stickstoffeinsatzes. Dies sowie die kürzere Vegetationszeit sind Gründe, weshalb die Sommergerste den Wintergetreidearten ertraglich weit unterlegen ist. Die Erträge liegen etwa 20 % unter denen der Wintergerste bei etwa 53,0 dt/ha im oben genannten Zeitraum.

Gute Braugerstenqualitäten lassen sich mit relativ geringem Einsatz an Stickstoff, Fungiziden und Halmstabilisatoren erzielen, wodurch Braugerste eine der umweltfreundlichsten Getreidearten bei einem gleichzeitig hohem Deckungsbeitrag ist. Angebot und Nachfrage am Markt wirken bei keiner anderen Getreideart so stark wie bei Braugerste.

 

Winterroggen

Winterroggen    (Secale sereale L.)

Winterroggen, auf einer Fläche von etwa 12. 000 ha angebaut, wird neben der Verwendung als Brotgetreide (rückläufig) hauptsächlich als Futtermittel eingesetzt. Zunehmend wird Roggen auch als Nachwachsender Rohstoff interessant, z. B. als Rohstoff zur Bioethanolgewinnung (Körnerroggen) und zur Biogaserzeugung (Grünschnittroggen, Ganzpflanzensilage).

 8 Wintertriticale

Triticale   (Triticosecale Wittm.)

Triticale ist ein ertragsstarker Weizen- Roggen- Bastard. In Thüringen wird nahezu ausschließlich die Winterform, auf Flächen geringerer Bodengüte, auf V- Standorten,  zur Futter- und Bioethanolerzeugung angebaut. Auch als Ganzpflanzengetreide zur Biogasgewinnung gewinnt die Art an Bedeutung. Die Anbaufläche von Triticale pegelte sich in den Jahren 2007- 2012 auf 14. 600 ha ein. In diesem Zeitraum lagen die mittleren Kornerträge bei 56,5 dt/ha.

Hafer

Hafer  (Avena sativa L.)

Bei Hafer wird in Thüringen fast ausschließlich die Sommerform genutzt.

Die Anbauausdehnung ist mit ca. 5.200 ha (2007- 2012), trotz seiner hervorragender Vorfruchtwirkung  gering (< 2 % der Getreidefläche Thüringens). Die mittleren Erträge lagen bei Hafer im genannten Zeitraum bei ca. 44,0 dt/ha. Hafer wird vorrangig als Futtermittel zur Aufzucht von Jungtieren und Pferden eingesetzt. Aufgrund seines hohen ernährungsphysiologischen Wertes gewinnt er wieder zunehmend in der Humanernährung an Bedeutung.


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der TLL

 

Kontakt:
Herr Christian Guddat
Tel.: 03642 868-114
E-Mail: christian.guddat{at}tll.thueringen{punkt}de

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