Getreide

Getreideernte

Im Mittel der letzten Jahre (2011- 2016) wurden in Deutschland etwa 42,18 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais und CCM) auf einer Fläche von 5,99 Mio. ha erzeugt. Der Durchschnittsertrag lag bei 70,4 dt/ha.
In Thüringen waren es in diesem Zeitraum ca. 2,57 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais und CCM) auf einer Anbaufläche von ca. 360.000 ha. Der Durchschnittsertrag betrug etwa 71,4 dt/ha. Den höchsten Anbauanteil nahmen mit rund 87 % die Wintergetreidearten ein. Weizen als wichtigste Kulturart in Thüringen wurde auf knapp 64 % der Getreidefläche angebaut. Der Anteil von Roggen als weitere Brotgetreideart betrug ca. 3 %. Gerste als wichtige Vorfrucht für Raps stand auf rund 28 %, wobei knapp 9 % auf Sommergerste entfielen. Triticale mit 4 % sowie Hafer, Hartweizen und Körnermais folgten mit je 1 %. Verwendungsbereiche für Getreide sind Nahrungs- und Futtermittel, Energie sowie Saatgut.

Zu den wichtigsten Aufgaben der TLL im Getreidebau gehören die Erarbeitung von Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau (Leitlinien) sowie die Erarbeitung von  Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) und die jährliche Zusammenstellung von Sortenempfehlungen (Landessortenversuche) von Marktfrüchten. Im Rahmen der Landessortenversuche erfolgt darüber hinaus die Ableitung zu aktuellen Themenschwerpunkten, wie z.B. Vergleich der Ertragsfähigkeit von Kulturarten, Anpassung des Pflanzenbaus an die sich verändernden klimatischen Bedingungen oder den Einfluss der Sortenwahl auf die Einhaltung der Vorgaben aus der Düngeverordnung und die Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes.

Winterweizen

Winterweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Winterweizen ist mit einer Anbaufläche von ca. 221.700 ha innerhalb des Getreidebaus im Mittel von 2011-2016 die wichtigste Getreideart in Thüringen. Dies entsprach einem Anteil von etwa 62 % der Getreidefläche. Ursachen dafür sind das hohe und stabile Ertragspotenzial, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die sehr vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Back-, Futter-, Brau- und Stärkeweizen. Die mittleren Erträge lagen im genannten Zeitraum bei ca. 75,6 dt/ha.
Im Bundesvergleich gilt Thüringen aufgrund des sehr hohen Anbauanteils von Elite(E)- und Qualitäts(A)weizen als Qualitätsweizenland.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Anbauanteile von Winterweizen nach Qualitätsgruppenverteilung in Thüringen und Deutschland
Anbauanteile von Winterweizen nach Qualitätsgruppenverteilung in Thüringen und Deutschland
Sommerweichweizen

Sommerweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Sommerweizen spielt im Getreideanbau in Thüringen mit einem Anbauumfang von rund 4.450 ha im Mittel der Jahre 2011-2016 nur eine untergeordnete Rolle. Das waren ca. 1,2 % der Geetreidefläche. Die mittleren Erträge in diesem Zeitraum lagen bei 55,9 dt/ha.
Der Anbauumfang von Sommerweizen steigt in Jahren mit ungünstigen Bedingungen zur Herbstaussaat oder nach Auswinterung von Wintergetreide zwischenzeitlich an. Sommerweizen verfügt über sehr gute Qualitätseigenschaften. Vorrangig wird in Thüringen Eliteweizen angebaut.

Durum

Hartweizen, Durumweizen   (Triticum durum DESF.)

Hartweizen bzw. Durum ist eine relativ neue Getreideart in Deutschland. Aktuell zählt Thüringen mit einer Anbaufläche von ca. 3.200 ha (2011-2016) und knapp 1  % an der Getreidefläche neben Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Hessen zu den Hauptanbauregionen Deutschlands. Der Durumanbau wird als Nische für geeignete Regionen betrachtet. Durum besitzt relativ hohe Ansprüche an Boden und Klima, um die geforderten Qualitäten (Glasigkeit, Farbwert usw.) zu erreichen. Durum wird zu Gries verarbeitet, der dann als hochwertiger Rohstoff zur Herstellung von Griesfertigprodukten sowie speziellen Teigwaren, vor allem Nudeln, eingesetzt wird. Der Bedarf der Mühlen an Durumweizen in Deutschland beträgt bei einer Erntemenge (Mittel 2011-2016) von ca. 80.000 t jährlich ca. 410.000 t, sodass ein hoher Importbedarf besteht. Für einen erfolgreichen Anbau ist ein spezielles Anbaumanagement unabdingbar, Vertragsanbau ist zu empfehlen.
Bis vor einigen Jahren wurde Durum überwiegend als Sommerform angebaut. Die Erträge der letzten Jahre (2011-2016) lagen bei etwa 52,2 dt/ha. Das Ertragsniveau von Sommerdurum ist damit in etwa mit Sommerweizen vergleichbar und liegt ca. 30 % unter dem des Winterweizens. Aufgrund verbesserter Winterfestigkeit von aktuellen Sorten hat sich auch der Anbau der ertragsstärkeren Winterform etabliert und zuletzt sogar deutlich ausgedehnt.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Wintergerste

Wintergerste    (Hordeum vulgare L.)

Wintergerste nimmt im Mittel der Jahre 2011-2016 mit einer Fläche von ca. 70.000 ha nach Winterweizen den zweiten Platz im Anbauumfang bei Getreide ein. Ihr Anteil an der Getreidefläche lag bei ca. 19 %.  Aufgrund ihrer frühen Abreife ist sie die prädestinierte Winterrapsvorfrucht. Wintergerste wird hauptsächlich als Futtergerste verwendet. Der Anbau von Winterbraugerste gewann zuletzt etwas an Bedeutung.  In Betrieben mit hoher Druschfruchtanbaukonzentration hat Wintergerste durch die frühere Aussaat und Ernte arbeitswirtschaftliche Vorteile hinsichtlich der Entzerrung von Arbeitsspitzen.

Die mittleren Kornerträge 2011-2016 lagen bei ca. 71,3 dt/ha. Jährlich werden durchschnittlich rund 500.000 Tonnen Wintergerste in Thüringen geerntet.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Sommerbraugerste

Sommergerste     (Hordeum vulgare L.)

Sommergerste wird vorrangig als Sommerbraugerste angebaut und dient in erster Linie als Rohstoff für die Malz- und Brauindustrie. Der Anbauumfang lag im Mittel der Jahre 2011- 2016 bei ca. 31.000 ha. Vor allem aus marktpolitischen Gründen schwankt ihr Anbauumfang stark. Aufgrund der Einhaltung der geforderten Brauqualitätsparameter ist der Stickstoffeinsatz begrenzt. Dies sowie die kürzere Vegetationszeit sind Gründe, weshalb die Sommergerste den Wintergetreidearten ertraglich deutlich unterlegen ist. Die Erträge liegen etwa 20 % unter denen der Wintergerste und betrugen etwa 56,3 dt/ha im oben genannten Zeitraum.

Gute Braugerstenqualitäten lassen sich mit relativ geringem Einsatz an Stickstoff, Fungiziden und Halmstabilisatoren erzielen, wodurch Braugerste eine der umweltfreundlichsten Getreidearten bei einem gleichzeitig hohen Deckungsbeitrag ist. Angebot und Nachfrage am Markt wirken bei keiner anderen Getreideart so stark wie bei Braugerste.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Winterroggen

Winterroggen    (Secale sereale L.)

Winterroggen wird in Thüringen auf einer Fläche von etwa 11.100 ha (2011-2016) angebaut, was ca. 3 % der Gesamtgetreidefläche entsprach. Die Flächenentwicklung in den letzten Jahren war rückläufig. Er wird neben der Verwendung als Brotgetreide hauptsächlich als Futtermittel eingesetzt. Roggen ist auch als Nachwachsender Rohstoff interessant, z. B. zur Bioethanolgewinnung (Körnerroggen) und Biogaserzeugung (Grünschnittroggen, Ganzpflanzensilage). Die Kornerträge lagen 2011-2016 durchschnittlich bei 66,6 dt/ha.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

 8 Wintertriticale

Triticale   (Triticosecale Wittm.)

Triticale ist ein ertragsstarker Weizen- Roggen- Bastard. In Thüringen wird nahezu ausschließlich die Winterform angebaut. Die größte Anbauverbreitung hat Triticale auf Weizengrenzstandorten mit geringerer Bodengüte (vorrangig Verwitterungsstandorte). Triticale dient vor allem der Futtererzeugung (Korn, Ganzpflanze), kann aber auch zur Bioethanol- und Biogasgewinnung genutzt werden. Die Anbaufläche von Triticale pegelte sich in den Jahren 2011- 2016 auf 14.000 ha ein. In diesem Zeitraum lagen die mittleren Kornerträge bei 61,0 dt/ha.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Hafer

Hafer  (Avena sativa L.)

Bei Hafer wird in Thüringen fast ausschließlich die Sommerform genutzt.

Der Anbauumfang ist mit ca. 3.950 ha (2011- 2016), trotz seiner hervorragender Vorfruchtwirkung gering (1 % der Getreidefläche Thüringens). Die mittleren Erträge lagen bei Hafer im genannten Zeitraum bei ca. 41,8 dt/ha. Hafer wird vorrangig als Futtermittel zur Aufzucht von Jungtieren und Pferden eingesetzt. Aufgrund seines hohen ernährungsphysiologischen Wertes gewinnt er wieder zunehmend als Schälhafer für die Humanernährung an Bedeutung.

Aktuelle Veröffentlichungen: 


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Kontakt:
Herr Christian Guddat
Tel.: 0361 57404-7114
E-Mail: christian.guddat{at}tll.thueringen{punkt}de

 

[Stand: 19.02.2018]

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