Futterbau und Grünland

Mais


 

Futterbau ist der landwirtschaftliche Anbau von Futterpflanzen für Nutztiere und umfasst dabei sowohl den ein- bis mehrjährigen Futteranbau auf Ackerflächen (Mais, Ganzpflanzengetreide, Gras, Leguminosen und deren Gemenge), als auch die Nutzung von Grünlandflächen zur (Grund-) Futterbereitstellung in Form von Wiesen, Weiden, Mähweiden.
 
 
 

Mahd 570 570r

Ackerfutter

In Thüringen dominiert, wie in allen Bundesländern, die Silomaiserzeugung den Ackerfutterbau. Die Gesamtanbaufläche des Maises stieg seit dem Jahr 2000 kontinuierlich an und liegt derzeit bei ca. 60 Tsd. ha (ca. 9,5 % der Ackerfläche). Der Bedarf für die Fütterung nahm mit sinkenden Rinderbeständen ab. Dafür gewann die Substratbereitstellung für Biogasanlagen verstärkt an Bedeutung und beansprucht derzeit etwa ein Drittel des Gesamtaufkommens. Der Silomaisertrag erreichte im Mittel der Jahre 2008 bis 2012 ca. 420 dt/ha. Die jährlichen Schwankungen um diesen Mittelwert lagen im Bereich von 10 %. Nach größeren Ertragsschwankungen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stabilisierte sich dieser auf einem ansprechenden Niveau.
Der Körnermaisanbau beansprucht etwa 9 % der Gesamtmaisanbaufläche. Der mittlere Ertrag von 2008 bis 2012 lag bei 94 dt/ha mit geringen Schwankungen von ca. 10 % um diesen Wert.
Einer bedeutsamen Ausweitung des Maisanbaus stehen die fehlenden zusätzlichen Verwertungsmöglichkeiten sowie die Thüringer Standortbedingungen entgegen.

Ackerfutter

Weiterhin von Bedeutung ist der Anbau mehrschnittiger Feldfutterpflanzen. Die Gesamtanbaufläche von Feldgras, Luzerne und Luzernegras sowie Rotklee und Rotkleegras erreichte im Mittel der Jahre 2008 bis 2012 ca. 26 Tsd. ha, wobei der Feldgrasanbau mit etwa 12 Tsd. ha konstant blieb und sich die Fläche der Leguminosen bzw. deren Gemenge, insbesondere der Luzerne, leicht erweiterte. Die mittleren Frischmasseerträge in diesem Zeitraum beliefen sich auf ca. 400 dt/ha. Durch die sehr starke Abhängigkeit von den Niederschlägen traten größere jährliche Ertragsschwankungen auf. Die Verwertung erfolgt vorrangig als Konservat in der Rinderfütterung. Die Frischfütterung ist weitestgehend ohne Bedeutung. Als Substrat für Biogasanlagen besitzen Silagen dieser Kulturen untergeordnete Bedeutung.
Ein Zwischenfruchtbau zur Futtererzeugung findet nur in sehr geringem Umfang statt. Begrenzend wirken hierbei die insgesamt niedrigen Niederschläge.

Aufgaben im Ackerfutteranbau sind vorrangig:

  • Optimierung des Anbaus (hinsichtlich Ertrag, Qualität, Faktoreinsatz, ökonomischem Ergebnis sowie zur umweltgerechten Erzeugung)
  • Optimierung der Sortenwahl (Landessortenversuche)
  • Untersuchungen zur Bereitstellung der unterschiedlichen Qualitäten für die verschiedenen Verwertungsrichtungen (Futter, Biogas, Biotreibstoff, stoffliche Nutzung)
  • Empfehlungen Ackerfuttermischungen für die heterogenen Thüringer Standortbedingungen

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Weide Mit Rindern 570 570r

Grünland

Das Grünland nimmt in Thüringen ca. 22 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. Die Verteilung des Grünlandes ist durch eine starke regionale Differenzierung der standörtlichen Gegebenheiten gekennzeichnet. Zwei Drittel befinden sich auf trockenen Standorten, 4,3 % in Flussauen/-niederungen und ca. 30 % entfallen auf die Bergstandorte (über 450 m NN). Das Dauergrünland befindet sich fast ausschließlich auf Standorten, auf denen es sowohl aus wirtschaftlicher, als auch aus ökologischer Sicht die zweckmäßigste Form der Landnutzung darstellt. Die Bewirtschaftung des Grünlandes erfolgte langjährig bis zum Jahr 2006 auf fast zwei Dritteln der Fläche äußerst extensiv und auf etwa einem Fünftel nach naturschutzfachlichen Vorgaben. Diese Wirtschaftsweisen wurden über das Programm zur Förderung umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege in Thüringen (KULAP) gestützt. Damit hatte Thüringen den größten Grünlandförderflächenanteil aller Bundesländer zu verzeichnen. Gegenwärtig erfolgt jeweils auf etwa einem Drittel des Dauergrünlandes eine naturschutzkonforme bzw. konventionelle Nutzung, auf etwa einem Fünftel eine extensive und ca. 10 % werden ökologisch bewirtschaftet.
Während die Weidewirtschaft mit Rindern die vorherrschende Nutzungsform darstellt, werden die für Thüringen typischen Kalkmagerrasen vorrangig mit Schafen gepflegt.

Wanderschseferei 570 570r

Auf den extensiv bzw. naturschutzkonform bewirtschafteten Flächen erfolgte eine Anpassung der Pflanzenbestände an die Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen. Unter diesen Voraussetzungen hat sich ein beispielloser Anstieg des Flächenanteils von standorttypischen Dauergrünlandpflanzengesellschaften vollzogen, von 49 % im Jahre 1987 auf 73 % im Jahre 2002. Allerdings gibt es inzwischen einen deutlichen Rückgang auf 65 % im Jahre 2006, der auf die Entwicklung von Dominanzbeständen infolge extremer Aushagerung der Böden und Unternutzung zurückzuführen ist.

Artenr Bestand 570 570r

 

Auf unseren Flächen sind 58 Grünland-Pflanzengesellschaften zu finden, die eine hohe Agrobiodiversität begründen. Allerdings war mit der ausgeprägten Extensivierung auch ein Rückgang der Ertragsfähigkeit des Dauergrünlandes verbunden. Das erfordert zur Absicherung des Grobfutterbedarfes, einen deutlich erhöhten Feldfutterbau vorzuhalten. Derzeit beläuft sich das Ertragsniveau bei konventioneller Bewirtschaftung auf 66 dt/ha Trockenmasse (netto), bei extensivem Grünland auf 22 bis 54 dt/ha TM und bei naturschutzkonformer Bewirtschaftung auf 11 bis 29 dt/ha TM. Neben den massiven Ertragseinbußen kam es zu einer deutlichen Verschlechterung der Futterqualität.
Die verstärkte Nutzungskonkurrenz um die knappe landwirtschaftlich genutzte Fläche schafft eine neue Vorzüglichkeit des Grünlandes als Futter- und auch Rohstofflieferant. Der Anteil des Substrates Gras vom Grünland- und Ackerland in der Biogaserzeugung liegt gegenwärtig in Thüringen bei etwa 4 %. In mehr als 45 % der Biogasanlagen wird Anwelksilage eingesetzt.
Vor dem Hintergrund der globalen Verknappung auf den Nahrungsmittelmärkten sowie der steigenden Nachfrage nach Energie aus nachwachsenden Rohstoffen vollzieht sich auf dem Thüringer Dauergrünland ein Wandel in der Grünlandwirtschaft in Richtung zur nachhaltig optimalen Intensität auf den produktiven Standorten unter Beibehaltung einer gezielten Pflege des Naturschutzgrünlandes sowie der besonders artenreichen Bestände.

Aufgaben in der Grünlandwirtschaft sind vorrangig:

  • Optimierung der Wirtschaftsweisen angepasst an den jeweiligen Standort
  • Ökologische Wirkungen der Grünlandextensivierung bzw. gezielten Biotoppflege
  • Sicherung der Grundfutterqualität von Dauergrünlandflächen für die verschiedenen Tierarten (Rind, Schaf, Pferd, Wild)
  • Untersuchungen zur unterschiedlichen Verwertbarkeit von Grünlandaufwüchsen
  • Empfehlungen zu Grünlandmischungen und Sortenwahl

Versuchsbericht: Erhaltung Dauergrünland in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ) 2017


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Konservierung

Konservierung

Klimatisch bedingt steht nur etwa ein halbes Jahr Frischfutter zur Verfügung. Deshalb besteht die Notwendigkeit, auch für die andere Jahreshälfte ausreichend Grundfutter zur Sicherung der Ernährung der Wiederkäuerbestände bereitzustellen. In Thüringen dominiert dabei die Silierung. Aus Witterungs- und Wirtschaftlichkeitsgründen kommt der Heubereitung nur noch eine untergeordnete Bedeutung zu.
Das Ziel der Konservierung besteht in der verlustarmen und kostengünstigen Erhaltung der Inhaltsstoffe im gewachsenen Futter. Die Futterkonservierung ist ein komplexer und anspruchsvoller Prozess. Wesentlich hängt die Silierung von den allgemeinen Silierbedingungen, der Futterart sowie von der Verfügbarkeit der Milchsäurebakterien ab.
Zuckerreiches Material mit geringen Gehalten an puffernden Substanzen, wie beispielsweise Mais, gelten als leicht silierbar. Grünfuttermittel mit mittleren Zuckergehalten und Pufferkapazitäten sowie einem niedrigen Nitratgehalt gehören in die mittelschwer silierbare Gruppe. Zuckerarme Futterstoffe mit einer hohen Pufferkapazität und einem niedrigen Trockenmassegehalt sind als schwer silierbar einzustufen. Aufwüchse vom Grünland sind in beiden letztgenannten Gruppen einzuordnen.
Eine ausreichende Verfügbarkeit der Milchsäurebakterien ist unter Praxisbedingungen nicht immer gegeben. Deshalb kann der Einsatz von Siliermitteln sinnvoll sein. Dieser stellt jedoch keinen Ausgleich für Mängel im Pflanzenbau und der Siliertechnik dar. Der Siliermitteleinsatz muss immer entsprechend konkreten den pflanzenbaulichen und betrieblichen Bedingungen erfolgen.
Je nach den betrieblichen Gegebenheiten und der anfallenden Menge kann die Einlagerung im Horizontalsilo, Folienschlauch oder Ballen (Rund-, Quaderballen) erfolgen. Die Anlage von Silostöcken auf unbefestigten Untergrund sollte aus Wasserschutzgründen entsprechend den rechtlichen Vorgaben nur in Ausnahmefällen erfolgen.
Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft führt keine eigenen Versuche zur Silierung oder Heubereitung durch, beteiligt sich aber im Rahmen von Inhaltsstoffuntersuchungen an Projekten.

Aufgaben im Bereich der Konservierung sind vorrangig:

  • Auswertung von Untersuchungen anderer Versuchsansteller und Adaption der Ergebnisse an Thüringer Bedingungen
  • Empfehlungen zur Silierung im Rahmen der Leitlinienerarbeitung für Grobfutterstoffe

 


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Kontakt:
Herr Jens Hubrich
Tel.: 03641 683-250
E-Mail: jens.hubrich{at}tll.thueringen{punkt}de

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