Umweltzertifizierung

Umweltzertifizierung

Die Umweltverträglichkeit definiert sich über den Schutz des Ökosystems, durch Vermeidung von Belastungen des Bodens, des Wassers, der Luft und der Biodiversität. Zusätzlich muss der Erhalt der landwirtschaftlichen Produktivität sowie der ökologischen Funktionen der Umwelt gewährleistet werden.

Ist Umweltverträglichkeit objektiv messbar?
Ja, wenn

  • überprüfbare und wissenschaftlich konsensfähige Ziele formuliert werden,
  • diese Ziele einen für die Produktion akzeptablen Toleranzbereich ausweisen,
  • diese Ziele mit Indikatoren beschrieben werden können,
  • diese Indikatoren realisierbare Prüfkriterien enthalten,
  • die Datengrundlage hierfür verlässlich und objektiv erfasst werden kann.
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Dieser so bewertete ökologische Bereich des landwirtschaftlichen Betriebsmanagements nach den Kriterien umweltverträglicher Landbewirtschaftung (KUL; nach BREITSCHUH und ECKERT,  TLL, 1999) ...

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... kann mit dem Umweltsicherungssystem Landwirtschaft (USL), über den Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA), zertifiziert werden.

Kriterien

Der Betriebsbewertung im Umweltbereich geht eine umfängliche Datenerhebung anhand von Buchführungsergebnissen, Ein- und Verkaufsbelegen, dem InVeKos-Mehrfachantrag, Bodenuntersuchungsergebnissen, Richtwerten, der Ackerschlagkartei, Standortcharakteristika (Boden, Relief, Niederschlag) sowie ggf. der Biotopkartierung, Orthophotos und der Feldblockkarte voraus.

Bewertet werden die Kategorien Nährstoffhaushalt, Bodenschutz, Pflanzenschutz, Landschafts- und Artenvielfalt, Energiebilanzen und Treibhausgasemissionen.
 

Tabelle mit Umweltkriterien

Diese Kategorien werden im USL mit je einem bis fünf Kriterien beschrieben. Der errechnete Betriebswert in jedem Kriterium wird jeweils als Boniturnote (BN) erfasst (BN 1 = optimal, BN  6 ≤ Toleranzbereich, BN > 6 = kritischer Bereich), so dass die Darstellung der Ergebnisse einheitlich und übersichtlich erfolgen kann. Der Betrieb kann sofort gegebenen Handlungsbedarf erfassen, wenn die Boniturnoten den „roten Bereich“ erreichen.

Grafik: Ergebnisdarstellung als USL-Spinne
Ergebnisdarstellung der USL-Bewertungskriterien

Eine USL-Bewertung bzw. -Zertifizierung bietet dem Betrieb zunächst und vordergründig eine detaillierte Betriebs- und Managementbewertung hinsichtlich einer umweltverträglichen Landbewirtschaftung. Hiermit wird die Möglichkeit einer fundierten betrieblichen Eigenkontrolle und der Betriebsoptimierung, durch Aufzeigen von kritischen Bereichen und Handlungsoptionen, geboten. Der Betrieb erhält eine objektive, zertifizierte Darstellung der definiert nachhaltig umweltgerechten Wirtschaftsweise des eigenen Betriebes. Dies ermöglicht ihm einen plausibel kommunizierbaren Mehrwert nicht nur für sich, sondern auch zur Außendarstellung und ggf. ist dadurch auch eine Vorteilserlangung am (Pacht-)Markt möglich.

Zertifizierung

Die Zertifizierung erfolgt über den VDLUFA, die Auswertung zentral in der Projektstelle Jena (VAFB) und ist kostenpflichtig.

Landwirte, die ihren Betrieb einer Umweltverträglichkeitsanalyse im USL unterziehen wollen, wenden sich mit einem Antrag an die USL-Projektstelle des VDLUFA, den VAFB in Jena. Von dort erhalten sie ein Vertragsangebot. Nach der Auftragserteilung setzen sich die Auditoren der Projektstelle mit dem Betrieb in Verbindung, unterstützen diesen bei der Datenerhebung mittels Fragebogen oder Programm und beantworten alle dabei anfallenden Rückfragen. Die Auswertung des Fragebogens erfolgt über die zentrale Projektstelle des VDLUFA. Die Auswertung jedes einzelnen Betriebs erfolgt grundsätzlich unter einer anonymisierten Nummer. Weder die zentrale Projektstelle noch der VDLUFA sind berechtigt, ohne Zustimmung des Betriebsinhabers, Namen oder unverschlüsselte Ergebnisse an Dritte weiterzugeben.

Begrüßenswert ist, im Sinne einer System-Validierung und -Weiterentwicklung, wenn die Landwirte der TLL als Systementwickler, die Erlaubnis erteilen, die erhobenen Daten anonymisiert auszuwerten. Dies bringt Erkenntnisgewinn für Trends in der Landwirtschaft und für den einzelnen Landwirt, der seine Betriebswerte mit Auswertungsdaten aller Betriebe, z.B. derselben Betriebsform, vergleichen und sich sowie seine Managementleistung somit selbst besser einordnen kann.

Für die Zertifizierung wird ein umfassender Bericht über die Zertifizierungsstelle an den Betrieb gegeben. Das Zertifikat gilt nur für den betrachteten zurückliegenden, ein- bis dreijährigen Zeitraum. Der Betrieb dokumentiert für sich und nach außen, dass er umweltverträglich gewirtschaftet hat. Die Logonutzung beispielsweise ist dann bis zum jeweiligen anschließenden Prüfabschnitt (jährlich) gültig. Eine beratende Bewertung über den VAFB ohne Zertifizierung ist möglich. Bei der Zertifizierung ist der Ablauf justiziabel einzuhalten, d.h. strikte Trennung von Beratung und Zertifizierung sowie jährliche Datenerfassung und Auswertung, zur Absicherung der unabhängigen Kontrollfähigkeit.

Die Kosten für die Auswertung und Beratung regelt ein Preiskatalog. Dieser sieht aktuell einen Grundpreis von 620 € /Betrieb ohne Tierhaltung und 920 €/Betrieb mit Tierhaltung, zuzüglich einem gestaffeltem Flächenbetrag für Betriebe ab über 100 ha von 1,30 €/ha und ab 500 ha von 0,80 €/ha vor. Da es sich bei jeder Betriebsbewertung um eine einzelbetriebliche Kostenkalkulation handelt, ist das konkrete Angebot der VDLUFA-Projektstelle ausschlaggebend.
 

Ergebnisse

Bisher wurden 777 Auswertungen mit dem USL vorgenommen. In die folgenden Ergebnisdarstellungen sind 693 Auswertungen eingegangen, wobei Standortcharakteristika und betriebliche Voraussetzungen, wie die Höhe der Ackerzahl, die Betriebsgröße, der Grünlandanteil im Betrieb, der Tierbesatz sowie die Betriebsform, gleichermaßen eingegangen sind, im Sinne einer repräsentativen Strichprobe der deutschen Landwirtschaft.
 

USL - Teilnahme

zum Bild:
Anteile einzelner Standortcharakteristika bzw. Betriebsvoraussetzungen an der Gesamtanzahl der USL-bewerteten Betriebe (wobei M = Marktfruchtbetriebe; MF/F = Marktfrucht-Futterbau- und Futterbau-Betriebe; Öko = Ökologischer Landbau; V = Veredelungsbetriebe;
Stand 2012)

Der beste Weg zu einer nachhaltig, umweltgerechten Wirtschaftsweise ist zu allererst die Eigenkontrolle. Der Abgleich mit wissenschaftlich fundierten Sollwerten erleichtert hierbei die Einordnung des eigenen Betriebes.
Betriebliche Gegebenheiten, wie Tierbesatz (GV/ha), Betriebsgröße (ha) oder Ackerzahl haben grundsätzlich keinen Einfluss auf die Erlangung eines USL-Zertifikates, Managementeinflüsse dagegen schon. Hiermit wird auch die Funktionalität des Systems bestätigt, da es sich schließlich um ein Betriebsmanagementsystem handelt, wobei Managementfehler aufgezeigt werden sollen.

Kritische Bereiche über alle Bewertungen hinweg, sind vor allem der N-Flächensaldo, P- sowie Humussaldo, der Boden-pH-Wert und der Anteil an ökologisch und landeskulturell wertvollen Flächen (ÖLF).
 

USL Boniturnotenverteilung 2012
Boniturnotenverteilung in den einzelnen Kriterien von 693 USL-Auswertungen (Stand 2012)

„Gute“ (zertifizierte) Betriebe schaffen es 14 umweltrelevante Kriterien durch ihr Betriebsmanagement gleichzeitig in, für die Umwelt tolerablen Bereichen zu halten!

 

Links zu Partnern

Verband für Agrarforschung und -Bildung in Thüringen Verband für Agrarforschung und -Bildung in Thüringen e.V. (VAFB) Telefon-Kontakt: 03641/683-308

VDLUFA Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten e.V. (VDLUFA)


Kontakt:
Ref. Agrarökologie und ökologischer Landbau
Dr. Katja Gödeke
Tel.: 03641 - 683 115
E-Mail: katja.goedeke{at}tll.thueringen{punkt}de

 

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