Nachhaltige Landwirtschaft

Was ist nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft?

Als nachhaltig wird eine Entwicklung verstanden, wenn sie den Bedürfnissen der Gegenwart gerecht wird ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Für die Landwirtschaft bedeutet das Sicherung der für die Bedürfnisbefriedigung notwendigen Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Verminderung ökologischer Risiken.
Eine nachhaltige Entwicklung liegt nach der Definition der Umweltministerkonferenz vor, wenn die Gestaltung von Agrar- und Forstökosystemen in einer Weise erfolgt, welche die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Regenerationsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit erhält, heute und in Zukunft bedeutsame ökologische, ökonomische und soziale Funktionen in lokalem, nationalem und globalem Maßstab zu erfüllen und anderen Ökosystemen nicht schadet.

Für den Naturschutz bedeutet das, anzuerkennen, dass Umweltverträglichkeit und Produktivität keine Gegensätze sind, sondern gleichberechtigte Forderungen einer nachhaltigen Entwicklung. Die Landwirtschaft muss akzeptieren, dass es Belastungsgrenzen gibt, und dass sie ihren wirtschaftlichen Erfolg nur innerhalb dieser Grenzen suchen kann.

Damit der Landwirt erkennen kann, wie sich Nachhaltigkeit für seinen Betrieb definiert, wo es Fehlentwicklungen gibt und er regulierend eingreifen muss, bedarf es praktikabler Instrumentarien, mit denen Ziele formuliert und kontrolliert werden können. Dafür zeigen Kriterien, die Sachverhalte mess- und bewertbar darstellen können, die beste Eignung.

KSNL- das Kriteriensystem nachhaltige Landwirtschaft der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft

An der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft ist ein Kriteriensystem entwickelt worden, mit dem der Landwirt seinen Betrieb auf Nachhaltigkeit prüfen kann.

   KSNL-Kriteriensystem - Vorträge KTBL-Workshop 2006, Osnabrück
  Vorträge der Sektion Nachhaltigkeit, wiss. Tagung 2006 Jena, TLL-Schriftenreihe, Heft 8/2006
  Faltblatt KSNL Kriterien-System nachhaltige Landwirtschaft

Aktuelle Veröffentlichungen auch unter KTBL:
"Kriteriensystem nachhaltige Landwirtschaft (KSNL)" - KTBL-Schrift 446, Bestell.-Nr. 11466, 24 €, ISBN 978-3-939371-62-5
"Nachhaltig wirtschaften mit KSNL" - KTBL-Heft 78, Best.-Nr. 40078, 7,50 €, ISBN 978-3-939371-63-2

 Mit den Kriterien werden die wesentlichen Handlungsfelder für eine nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft abgedeckt. Dabei geht es um die gleichrangige Berücksichtigung von Ökologie, Ökonomie und Sozialem.

Kriterien nachhaltige Landwirtschaft im Betriebsbewertungssystem KSNL

Als nachhaltig gilt in der Landwirtschaft, wenn bewirtschaftungsbedingte Belastungen ökologischer Schutzgüter (Wasser, Boden, Luft, Biodiversität) auf einem tolerablen Maß gehalten werden, die Leistungsfähigkeit der natürlichen Ressourcen für die Produktion von Nahrungsmitteln gesichert ist, bedeutende ökologische Funktionen intakt bleiben, der Betrieb wettbewerbsfähig und innovativ ist, die eingesetzten ökonomischen Faktoren Arbeit, Boden, Kapital anspruchsgerecht entlohnt, Arbeitsplätze schafft, den Beschäftigten ein angemessenes Einkommen zahlt, gesunde Nahrungsmittel produziert, Nutztiere artgerecht hält, die umweltgerechte Verwendung organischer Reststoffe ermöglicht und das schöpferische Potenzial des Menschen anspricht.

Damit die Kriterien sowohl Risiken landwirtschaftlicher Produktion anzeigen als auch für die Politikberatung und die Auseinandersetzung mit Interessengruppen verwendet werden können, müssen sie eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Dazu gehört, dass sie den Sachverhalt zutreffend beschreiben, quantifizierbar sind, eine Bewertung mit einer Belastungsgrenze erlauben und die Datenbasis belegbar und kontrollfähig ist.

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Toleranzbereiche zur Bewertung des Risikos

Häufig sind für die Findung des tolerablen Maßes Exaktexperimente notwendig. Ein Beispiel dafür ist die Bestimmung von standortabhängigen Schwellenwerten für N-Salden mit Hilfe des Wassermessfeldes Buttelstedt der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Dem Experiment liegt das Konzept des unvermeidbaren N-Austrages zugrunde, das auf eine Minimierung der N-Befrachtung der Gewässer zielt, ohne dabei die Produktionsfunktion des Bodens für die Erzeugung von Nahrungsmitteln durch suboptimalen Faktoreinsatz zu schmälern.

Konzept unvermeidbarer N-Austrag

  Schwellenwerte N-Salden
  Informationsbroschüre Lysimeterstation Buttelstedt

Datenerhebung und Auswertung von KSNL

Die Art der Datenerfassung muss gewährleisten, dass die Ergebnisse sowohl für eine innerbetriebliche Beratung als auch für nach außen wirkende Funktionen, wie Bewertung förderpolitischer Maßnahmen, Politikberatung, Abwägungsprozesse mit Interessenvertretern verwendet werden können. Das erfordert neben einer belegbaren und kontrollfähigen  Datenbasis eine externe Auswertung. Für den ökologischen und sozialen Bereich erfolgt dies durch die zentrale, unabhängige Projektstelle des VAFB Jena, um eine neutrale, bundesweit einheitliche und objektive Auswertung und Bewertung zu erzielen. Die ökonomischen Kriterien werden extern mit standardisierten und abgestimmten Berechnungsalgorithmen von den Buchungsstellen und im Rahmen der Test- und Auflagenbuchführung ermittelt und ausgewertet.

Umweltsicherungssystem Landwirtschaft (USL)

Unternehmen, bei denen alle Prüfkriterien im tolerablen Bereich liegen, dokumentieren, dass sie die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung des Betriebes erfüllen. Die Vergabe eines Zertifikats „Betrieb der nachhaltigen Landwirtschaft“ ist in Zusammenarbeit mit dem TÜV Thüringen in Vorbereitung.
Vorläufer des KSNL-Zertifikats ist das im Jahr 2000 eingeführte USL-Zertifikat „Betrieb der umweltverträglichen Landbewirtschaftung“, das vom Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) vergeben wird.

Zertifikat „Betrieb der umweltverträglichen Landbewirtschaftung“

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