EU-LIFE Projekt "Erhaltung und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens" (LIFE07/NAT/D/000213)

Steppe in Thüringen? Ja - aber selten! Steppen sind baumlose Graslandschaften, die vor allem in sommertrockenen Gebieten mit weniger als 500 Millimeter Jahresniederschlag vorkommen. Auf den fruchtbaren Schwarzerde-Standorten Europas wurden sie fast vollständig für den Ackerbau umgebrochen. Lediglich auf Extremstandorten, wie an steilen Hängen und auf flachgründigen Plateaus, konnten die Steppenrasen kleinflächig überleben. In Deutschland sind heute weniger als 1000 Hektar zu finden, davon allein 400 Hektar in Thüringen. Sie weisen eine hohe Zahl von Tier- und Pflanzenarten auf, von denen die „Steppenreliktarten“, wie der Stängellose Tragant, die Violette Schwarzwurzel und die Zwerg-Heideschnecke, aufgrund geringer Ausbreitungsmöglichkeiten besonders gefährdet sind.

Steppenrasen mit Großem Federgras im Vordergrund
Steppenrasen mit Großem Federgras (Stipa pulcherrima), Foto: Thomas Stephan

Da die Steppenrasen mit Gehölzen zuwachsen würden, muss dafür Sorge getragen werden, dass die traditionelle Beweidung mit Schafen und Ziegen langfristig gesichert wird.

Die besondere Bedeutung der Thüringer Steppenrasen als „Vorposten“ der großen osteuropäischen Steppen und „Hotspots“ der biologischen Vielfalt macht ihren Schutz zu einer herausragenden europäischen Angelegenheit. Aus diesem Grund wird in der Trägerschaft des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz das LIFE+ -Projekt "Erhaltung und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens“ durchgeführt. Es umfasst 14 Projektgebiete im Thüringer Becken und seinen Randlagen. Während der Laufzeit von 2009 bis Juli 2015 und einem Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro sollen ca. 100 Einzelvorhaben umgesetzt werden. Ziel ist die Aufwertung, Erweiterung und langfristige Sicherung der subpannonischen Steppenrasen sowie der mit ihnen verzahnten orchideenreichen Kalk-, Trocken- und Halbtrockenrasen, Kalkpionierrasen und Schwermetallrasen. Wegen der herausragenden Bedeutung fördert die EU-Kommission das Projekt mit dem Spitzenfördersatz von 75 Prozent. Die verbleibenden 25 Prozent trägt der Freistaat Thüringen.
 

 

Violette Schwarzwurzel
Violette Schwarzwurzel, Foto: Thomas Stephan
Das LIFE-Projekt ist Bestandteil der „Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“, die zum Ziel hat, den weiteren Verlust an biologischer Vielfalt kurzfristig zu stoppen.

 

Was ist LIFE?

Mit LIFE (Finanzierungsinstrument für die Umwelt) fördert die Europäische Kommission seit 1992 Maßnahmen in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz. Die Förderung im Programmteil LIFE+ Natur dient der Sicherung von Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten, die als europäisches Naturerbe gelten. Sie ist deshalb auf Gebiete beschränkt, die als Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH) - Richtlinie oder der EU-Vogelschutz-Richtlinie an die Europäische Kommission gemeldet sind. Damit tragen LIFE-Projekte zur Sicherung des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 bei.

Weitere Informationen:
 

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