Klimaschutz braucht nachhaltige Mobilität

Der Verkehrssektor stellt auch in Thüringen den mit Abstand größten Verursacher für Treibhausgas-Emissionen dar. Um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten ist es deshalb notwendig, die verkehrsbedingten Emissionen (Luftschadstoffe, Lärm, Treibhausgase) zu reduzieren. Emmissionsarme Fahrzeugantriebe gewinnen daher immer mehr an Bedeutung. Die Elektromobilität ist ein Schlüssel zur klimafreundlichen Transformation des Verkehrssektors und ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. In Verbindung mit regenerativ erzeugtem Strom werden deutlich weniger Treibhausgase als in herkömmlichen Antriebssystemen verursacht. Elektrofahrzeuge eignen sich zudem in besonderer Weise, den Strombedarf an die schwankende Erzeugung aus Sonne und Wind anzugleichen.

Ziele für Thüringen

Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) unterstützt auf Landesebene die Marktentwicklung der Elektromobilität, insbesondere beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und dem Einsatz im Öffentlichen Personennahverkehr.

Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag im November 2014 vereinbart, dass

  • ein Infrastrukturplan E-Mobilität erarbeitet,
  • die Elektrifizierung von Linienbussystemen vorangetrieben und
  • auf dem Gebiet nachhaltiger Verkehrssysteme die Forschung intensiviert werden soll.

Aktuelle Projekte

Ladeinfrastrukturstrategie 2016 - 2020 (LISS)

Im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums haben die Bauhaus-Universität Weimar und das Fraunhofer Institut für Angewandte Systemtechnik Ilmenau den aktuellen Stand der Ladeinfrastruktur in Thüringen analysiert. Mit der Ladeinfrastrukturstrategie 2016 – 2020 für Thüringen wurden Szenarien für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge abgeleitet. Bis 2020 können gefördert durch Bundes- und Landesmittel rund 300 neue Normalladestationen entstehen und der Aufbau von Mobilitätsstationen unterstützt werden. Hinzukommen sollen weiterhin 70 Schnellladestationen.

Das Thüringer Umweltministerium hat in den Jahren 2015 und 2016 rund 518.000 Euro bereitgestellt, um die Elektromobilität in Thüringen zu fördern. Hiermit wurden Kommunen und kommunalen Unternehmen bei der Anschaffung von 18 elektrisch betriebenen Fahrzeugen sowie der Errichtung von 48 PKW- und 19 E-Bike-Ladestationen unterstützt. Ziel ist es, Kommunen und kommunale Unternehmen wie die Thüringer Stadtwerke bei dem Aufbau einer flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auch weiterhin zu unterstützen.

Ladeinfrastrukturstrategie für Elektrofahrzeuge des Freistaats Thüringen 2016 – 2020
Kurzfassung

Ladeinfrastrukturstrategie für Elektrofahrzeuge des Freistaats Thüringen 2016 – 2020
Schlussbericht

Ladeinfrastrukturstrategie für Elektrofahrzeuge des Freistaats Thüringen 2016 – 2020
Anhang zum Schlussbericht

Vorschaukarte zur Elektromobilität Die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in Thüringen
Die Karte zeigt die derzeitige Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in Thüringen. Stand: 31.01.2016

Elektromobilität in der Fläche – EMOTIF

Durch das vom Bund geförderte Projekt „Elektromobilität in der Fläche – EMOTIF“ wurden je zwei E-Pkw an den Bahnhöfen von Eisenach, Erfurt, Weimar und Jena-West stationiert. Diese E-Autos können über die Carsharing-Systeme Flinkster der DB AG und Teile-Auto gebucht werden. Vor allem Bahnreisende können dadurch elektrisch bis an ihr Ziel kommen.

Gute Luft in Thüringens Städten: Umweltorientiertes Verkehrsmanagement Thüringen (UVMT)

Als Ergebnis des FuE-Projekts „Umweltorientiertes Verkehrsmanagement Erfurt (UVE)“ wurden wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeitet, wie durch verkehrsorganisatorische Maßnahmen Schadstoffemissionen und CO2-Ausstoß reduziert werden können. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen nun mit wissenschaftlicher Unterstützung der Bauhaus Universität Weimar in den Thüringer Städten mit zu hoher Schadstoffbelastung umgesetzt werden.

Forschungsprojekt E-Mobilität in der Gemeinde Werther, Landkreis Nordhausen

In dieser Einheitsgemeinde mit acht Ortsteilen wird seit 2024 ein elektrisch betriebener Kleintransporter erprobt. Der E-Transporter erledigt Hol- und Bringdienste für die Bevölkerung sowie Transporte für die Gemeinde und steht an Wochenden als Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung.

Hier erhalten Sie den Handlungsleitfaden zum Modellprojekt E-Mobilität im ländlichen Raum „Integration eines erneuerbare Energien nutzenden Elektrofahrzeugs (WertherMobil) für den Nahbereich in das Konzept eines multifunktionalen Dorfladens“

Modellprojekt zur Ermittlung der Eignung und der Wirtschaftlichkeit eines E-Fahrzeugs im Betriebsfuhrpark von Handwerksbetrieben

Seit Anfang 2014 war ein Renault-Kangoo ZE regelmäßig in wechselnden Unternehmen der Handwerkskammer Erfurt im Einsatz. Die Betriebsdaten wurden durch die Fachhochschule Erfurt ausgewertet und die Akzeptanz evaluiert. Am 22. März 2016 fand dazu mit allen Projektpartnern das Fachforum „Elektromobilität“ im TMUEN statt.

Nachfolgend finden Sie die Beiträge des Fachforums:

Das Förderprojekt der HWK Erfurt „Elektromobilität im Handwerk“
Sven-Erik Laars, HWK Erfurt

Schlussbericht -  Schlussfolgerungen aus der Teilnehmerbefragung und wissenschaftlichen Begleitung
Prof. Dr. Heinrich Kill, FH Erfurt

Elektromobilität – Perspektiven und Beratung für Handwerksbetriebe
Dr. Wolfgang Christl, Handwerkskammer für München und Oberbayern

Saubere Luft, weniger Lärm: Mit E-Bussen in Thüringens Städten

Busse mit Elektroantrieb können im Stadtverkehr einen wichtigen Beitrag leisten, um den Ausstoß von Feinstaub und Lärmemissionen zu reduzieren. Durch die Umstellung von einem Dieselbus auf einen Elektrobus können pro Jahr rund 100 Tonnen des Klimagases CO2 vermieden werden. Das entspricht der Umstellung von 60 Pkw auf Elektroantriebe. Um Thüringens Städte bei der Einführung von Elektrobussen zu unterstützen, wurden im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz Konzepte zur Einführung von elektrisch angetriebenen Linienbussen in den Thüringer Straßenbahnstädten Erfurt, Gera, Gotha, Jena und Nordhausen (E-Bus I) sowie den Mittelstädten Altenburg, Eisenach, Mühlhausen, Suhl und Weimar (E-Bus II) erarbeitet. Durch die Einführung von E-Bussen in fünf Thüringer Städten könnte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 um 2.900 Tonnen jährlich reduziert werden.

Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz erarbeitet derzeit eine Förderrichtlinie, um kommunale Verkehrsbetriebe bei der Einführung von Elektrobussen vorbereitet. Damit soll der Umstieg auf einen klimafreundlichen Stadtbusverkehr in den Kommunen bis zum Jahr 2020 mit insgesamt 14 Millionen Euro gefördert werden.

Grüne Mobilitätskette

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Es handelt sich um ein FuE-Verbundprojekt mit Projektpartnern aus Sachsen-Anhalt. Ziel ist die Erarbeitung eines länderübergreifenden Mobilitätsangebotes basierend auf elektrisch betriebenen Fahrzeugen des ÖPNV und des Individualverkehrs. Das Vorhaben soll mit Landesmitteln kofinanziert werden.

Hintergrund

Mit der Richtlinie 2014/94/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 sollen die Mitgliedsstaaten nationale Strategien für die Marktentwicklung alternativer Kraftstoffe erarbeiten. Bis zum Jahr 2020 soll, zumindest in urbanen Bereichen, eine angemessene Anzahl von öffentlich zugänglichen Ladepunkten errichtet werden. Dazu gehören auch Schnellladestationen und Wasserstofftankstellen. Die nationalen Strategien sind bis November 2016 der EU-Kommission vorzulegen.

In Deutschland erfolgt die Umsetzung des 2011 beschlossenen Regierungsprogramms Elektromobilität über das Förderprogramm Schaufenster Elektromobilität. Bereits im Jahr 2010 wurde die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) gegründet, in der die wichtigsten Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden zusammengebracht werden.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

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