17.03.2017
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Nächster Schritt zu sauberem Wasser: Pilotanlage zur Grundwasserreinigung in Schelditz geht in Betrieb

Siegesmund: Landesregierung beabsichtigt weiter Entschädigungszahlungen für betroffene Wohnhäuser

Im Rositzer Ortsteil Schelditz hat heute eine Pilotanlage zur Grundwasserreinigung offiziell den Betrieb aufgenommen. Damit soll eine dauerhafte Lösung für das kontaminierte Grundwasser in der Ortslage entwickelt werden.

„Die heutige Inbetriebnahme der Versuchsanlage eines Biofilters ist ein wichtiger Zwischenschritt, um Mensch und Umwelt zukünftig dauerhaft vor verunreinigtem Grundwasser zu schützen“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.

Die Anlage wird über einen Zeitraum von 12 Monaten arbeiten. In dieser Zeit ermitteln Experten die optimalen Parameter für die speziellen Grundwasserverhältnisse in Schelditz.

Das Filtersystem wurde vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) entwickelt. Dabei wird das verunreinigte Grundwasser über einen eigens errichtenden Grundwasserbrunnen gefasst und zur Reinigungsanlage gepumpt. Die Reinigungsanlage selbst besteht aus einem Grobfilter, einem Sedimentationsbecken und einem Feinfilter. Das Filtermaterial im Grobfilter arbeitet mit einer großen Oberfläche und wird zusätzlich mit einer Nährlösung beschickt. Das sorgt für ideale Ansiedlungsbedingungen von Mikroorganismen, die den biologischen Abbau der Schadstoffe übernehmen.

Die Containeranlage soll nach dem Pilotbetrieb dauerhaft durch eine großtechnische Anlage ersetzt werden. Die Kosten des Pilotversuches belaufen sich auf rund 180.000 € (netto).

Im Anschluss startete das 6. Treffen der Planergruppe  z , bei dem über den aktuellen Planungsstand zur geplanten Gefahrenabwehr in Schelditz informiert wurde. In einer zentralen Frage, den  Entschädigungszahlungen für aufzugebende Wohnhäusern, ringt das Thüringer Umweltministerium weiter um eine Lösung im Sinne der Betroffenen.  

“Wir verhandeln derzeit mit dem Bund über die Finanzierung von Entschädigungszahlungen“, so die Ministerin zum aktuellen Stand der konstruktiven Gespräche zwischen dem Land und der bundeseigenen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Auch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen ist an den intensiven Gesprächen für eine Lösung in Schelditz beteiligt.

Eine Einigung könnte bei Zustimmung der beteiligten Gremien Ende Juni vorliegen. Oberstes Ziel sei, juristisch sichere Lösungen zu finden, die allen Beteiligten gerecht werden. Sie sind Voraussetzung für Entschädigungen, die seit letztem Jahr im Raum stehen.

„Wir gehen mit Hochdruck Schritt für Schritt mit den Schelditzern die Lösung des Umweltproblems an“, so Siegesmund abschließend.

 

Hintergrund

Im August 2016 besichtigten Bürger aus Rositz auf Einladung des Thüringer Umweltministeriums eine großtechnische Grundwasserreinigungsanlage in Leuna. Die Planungen sehen eine vergleichbare Anlage zur dauerhaften Behandlung von kontaminiertem Grundwasser im Rositzer Ortsteil Schelditz vor.

Im Jahr 2012 wurde zweifelsfrei festgestellt, dass die in Schelditz auftretenden Schadstoffe aus dem angrenzenden Teerverarbeitungswerk stammen. Sie haben sich über Jahrzehnte in mehreren Metern Tiefe im Boden befunden. Mit dem Grundwasserstrom wurden die Schadstoffe nach Schelditz verlagert und in Folge des Grundwasseranstiegs nach oben gedrückt. Diese Situation führt zur zunehmenden Belastung der Bewohner und zu Gefahren für die Umwelt.

Um umfassende Abhilfe zu schaffen, hatten sich das Thüringer Umweltministerium und die Lausitzer und Mitteldeutsche

Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zur Zusammenarbeit entschlossen. Die Bundesgesellschaft LMBV ist als Projektträger für die bund- und länderfinanzierten ökologischen Großprojekte der Braunkohlesanierung zuständig.

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