16.04.2015
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Thüringen vor der Ausweisung des ersten Wolfsgebiets

Tierhalter können dann Förderung für Schutzmaßnahmen beantragen

Thüringen will in den nächsten Wochen sein erstes Wolfsgebiet ausweisen. Das hat Thüringens Naturschutzministerin Anja Siegesmund im Vorfeld der NABU-Wolfstagung am Samstag in Jena angekündigt. „Die Ausweisung könnte schon im Mai erfolgen, wenn die betroffenen Nutztierhalter mitgehen. Mein Ministerium hat eine Förderrichtlinie erarbeitet, die Tierhaltern im Wolfsgebiet die Kosten für Schutzzäune und Hütehunde ersetzt. Die Richtlinie wollen wir noch einmal mit den Tierhalten endgültig abstimmen, bevor die Förderung beginnt“, sagte Siegesmund.

Künftig sollen Präventionsmaßnahmen von Tierhaltern im Wolfsgebiet zu 75 Prozent gefördert werden. Förderfähig sollen unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden sein. Reißt ein Wolf trotz Schutz ein Tier, so bekommt der Besitzer den Wert zu 100 Prozent erstattet.

Bereits seit 2010 können Nutztierhalter vom Freistaat Entschädigungen für nachgewiesene Wolfsrisse erhalten. Diese Möglichkeit bleibt auch außerhalb des ausgewiesenen Wolfsgebiets erhalten.

„Der Schutz des Wolfes kann nur erfolgreich sein, wenn die Gesellschaft bereit ist, dessen Anwesenheit in der Kulturlandschaft zu akzeptieren. Damit dies gelingt, müssen wir die von der Präsenz des Wolfes am meisten betroffenen Nutzergruppen finanziell unterstützen“, sagte die Ministerin.

Hintergrund

Noch vor Sichtung des ersten Wolfs Ende 2013 in der Nähe von Jena hatte Thüringen einen Managementplan Wolf erarbeitet. Er sieht die Förderung von Präventionsmaßnahmen gegen den Wolf im Wolfsgebiet vor. Voraussetzung für die Ausweisung eines Wolfgebiets ist die mindestens über ein halbes bis ein ganzes Jahr belegte Präsenz eines Einzeltiers oder eines Wolfspaars. Als Wolfsgebiet wird üblicherweise der Siedlungsraum mit einem 30 km breiten Umkreis bezeichnet. Die Landesarbeitsgruppe Wolf des NABU Thüringen hat zusammen mit der Thüringen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, der Jägerschaft und dem Bundesforstbetrieb in den vergangenen Monaten Daten zum Wolf rund um den Standortübungsplatz Ohrdruf gesammelt. Dort ist seit Mai 2014 wiederholt eine Wölfin gesichtet worden.

Managementplan für den Wolf in Thüringen
(2013)

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