Ohrdrufer Wolfhybride sollen gefangen und umgesiedelt werden: Fragen und Antworten

Die Entscheidung zum Umgang mit den Wolfhybriden in Thüringen ist gefallen. Nach gründlicher Prüfung aller Optionen soll der Nachwuchs der Ohrdrufer Wölfin eingefangen und in den Alternativen Bärenpark Worbis gebracht werden. Der Fang und die Umsiedlung sollen erfolgen, bevor die Hybriden geschlechtsreif werden und sich eigene Reviere suchen  - das wäre nach Angaben von Wolfsexperten spätestens im Frühjahr der Fall.

Thüringer Wölfin mit Jungen3
Die Wölfin von Ohrdruf hat nach der Paarung mit einem Haushund mindestens sechs Wolf-Hund-Mischlinge zur Welt gebracht. Das Foto einer Kamerafalle entstand Mitte Oktober 2017 am Nachtpferch einer Schafherde, es ist der erste Nachweis für die die Existenz des Rudels.

Fragen und Antworten

1. Die Hybrinden sollen gefangen und umgesiedelt werden. Was heißt das jetzt konkret?

Das Umweltministerium (TMUEN) hat bereits die Zuständigkeit für die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung für die Entnahme der Hybriden an die Obere Naturschutzbehörde (Landesverwaltungsamt) übertragen. Dort muss geprüft werden, ob die Genehmigung erteilt werden kann. Parallel werden durch das TMUEN bei den zuständigen Veterinärämtern die Genehmigungen zur Fallenjagd und zur geplanten Besenderung der Wölfin eingeholt.

2. Wer ist jetzt wie mit dem Finden beschäftigt?

Das Umweltministerium  wird das damit erfahrene Lupus Institut für Wolfsmonitoring und –forschung aus Sachsen beauftragen, die bevorzugten Aufenthaltsgebiete des Rudels festzustellen und die nachfolgenden Fangmaßnahmen zu planen. Lupus wird auch die Umsetzung der Fangversuche begleiten. Wenn die notwendigen Genehmigungen vorliegen und die Rückzugsräume der Wölfin und ihrer Jungtiere ermittelt sind, wird mit dem Fang so schnell wie möglich begonnen.

3. Warum in ein Gehege? Im Vorfeld gab es zu dieser Variante Skepsis.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat immer deutlich gemacht, dass das Land Thüringen die Entscheidung über die Art der Entnahme zu treffen hat. Die Tötung eines Tiers ist naturschutz- und tierschutzrechtlich immer das letzte Mittel. Es wurde daher intensiv geprüft, ob mit milderen Mitteln Abhilfe geschaffen werden kann. Da in Deutschland nur wenig Erfahrungen mit der Gehegehaltung von in freier Natur aufgewachsenen Hybriden vorliegen, ist aus Sicht des Umweltministeriums nicht ausgeschlossen, dass die Hybriden mit der Umstellung auf Gehegehaltung zurechtkommen werden.

4. Was ist das Besondere am Bärenpark Worbis?

Der Bärenpark in Worbis verfügt über besonders großräumige und naturbelassene Gehege. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass sich die Hybriden das 1,3 ha große Gehege mit 2 Bären teilen werden. Mit diesem Konzept der gemeinsamen Haltung von Bären und Wölfen wurden bisher positive Ergebnisse erzielt. Vorbild ist hier der Alternative Wolf-und Bärenpark Schwarzwald. Das Umweltministerium ist von der Fachkompetenz des Bärenparks überzeugt. Der Bärenpark Worbis  soll sich mittelfristig zur Thüringer Aufnahmestelle für Wölfe, Hybriden und Luchse entwickeln. In einem ersten Schritt soll dazu die Ausstattung eines vorhandenen Geheges mit einem Rückzugsbereich für die Wölfe und die notwendige Ausrüstung zur Überwachung des Geheges gefördert worden.

5. Was passiert mit der Wölfin?

Die Wölfin wird selbstverständlich nicht aus der freien Natur entnommen. Das Umweltministerium beabsichtigt die Wölfin jedoch zu besendern. Dieses kann nur gelingen, wenn die Wölfin auch gefangen wird. Durch die Besenderung kann die Wölfin konkret geortet werden. Dieses ermöglicht Bewegungsmuster zu erstellen und beispielsweise zukünftigen Nachwuchs früher feststellen zu können.

 

Stand: 08.11.2017

Video: Entscheidung für Wolfshybride: Jungtiere sollen im Tierpark leben
Pressekonferenz am 8. November 2017 zur geplanten Umsiedlung der Jungtiere in den Bärenpark Worbis

Video: Landtagsdebatte am 2. November 2017 zur Rückkehr des Wolfes nach Thüringen
Umweltministerin Anja Siegesmund hat dabei klargestellt, dass derzeit alle verfügbaren Alternativen für eine Lebendentnahme der sechs Wolf-Hund-Mischlinge der Wölfin von Ohrdruf geprüft werden. Am Ende muss jedoch eine Entscheidung zwischen Arten- und Tierschutz stehen, die rechtssicher ist.

Themenseite: Wolf und Luchs in Thüringen

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