Die Entwicklung der PEFC-Zertifizierung in Thüringen
Pilotprojekt und Modellregion Thüringen – eine Erfolgsgeschichte
Seit 1996 gab es in Thüringen Bestrebungen von Vertretungen der Waldbesitzer, der regionalen Umwelt- und Naturschutzverbände (29er-Verbände) und der Thüringer Landesforstverwaltung ein gemeinsames Zertifizierungsvorhaben zu initiieren, das der Öffentlichkeit, den Kunden und Käufern von Thüringer Holz und Holzprodukten den hohen Standard der umfassenden nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes in Thüringen glaubhaft machen sollte. Man stellte sich vor, eine Garantieurkunde zu entwickeln, die dies dokumentierte.
Dieses Vorhaben konnte zurückgestellt werden, als 1998, einer weiteren Initiative Thüringens für einen regionalen Zertifizierungsansatz folgend, auf europäischer Ebene die Organisationen der Waldbesitzer und der Forst- und Holzwirtschaft aus 14 europäischen Ländern damit begannen, die Grundlagen für ein länderübergreifendes paneuropäische Zertifizierungssystem zu entwickeln.
Dieses System sollte die auf die jeweiligen regionalen Verhältnisse angepassten Bemühungen um eine naturverträgliche und im Interesse kommender Generationen nachhaltige Waldbewirtschaftung europaweit dokumentieren.
Thüringen wirkte erfolgreich seit Oktober 1998 als Modellregion an der Entwicklung und Erprobung dieses paneuropäischen Zertifizierungsmodells mit.
Von Anfang an haben Vertreter des Privat-, Kommunal- und Staatswaldes, Vertreter der regionalen Naturschutzverbände, der Holzindustrie, des Handwerks und Vertreter zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen gemeinsam an diesem Projekt mitgearbeitet.
Im Dezember 1998 konstituierte sich aus diesen Vertretern die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Thüringen.
Damals begründete Umweltminister Dr. Volker Sklenar seine Entscheidung für das PEFC-System mit den Worten: "Ich habe mich bewusst dafür entschieden, an der Entwicklung des PEFC-Systems mitzuwirken, weil es durch seinen regionalen Anerkennungsansatz den vielen Privatwaldbesitzern mit kleinen Flächen gerecht wird und dem Landeswald mit seiner großen Waldfläche keinen ungerechtfertigten Vorteil verschafft. Das einzelbetriebliche Zertifizierungsverfahren große Waldbesitzer begünstigen, ist unbestritten und durch die bisherige Entwicklung in der Waldzertifizierung auch bestätigt".
Aktiv an der erfolgreichen Durchführung des Pilotprojektes „Paneuropäische Forstliche Zertifizierung“ in der Modellregion Thüringen hatten als Interessenvertreter mitgewirkt:
Herr Heyn, Waldbesitzerverband für Thüringen e. V.
Herr Weigand, Gemeinde- und Städtebund Thüringen
Herr A. Müller, TMLFUN
Herr Dr. von Knorre, NABU-Landesverband Thüringen
Herr Dr. Düssel, SDW
Herr Unbescheid, IG BAU
Herr Herrmann, BDF Thüringen
Herr Hohle, Umweltzentrum des Handwerks
Herr Dr. Sauerwein, Gesamtverband Holzhandel
Herr von Hoff, Holzhandel Fachgruppe Thüringen
Herr Heider, Sägeindustrie (VDS)
Herr Spielberger, Verband Deutscher Papierfabriken
Herr Dr. Dietrich, Zellstoffwerk Blankenstein
In regelmäßigen Sitzungen der regionalen Arbeitsgruppe wurden die aktuellen Zertifizierungsfragen behandelt. Ein Schwerpunkt lag auf der im PEFC-System angelegten ständigen Verbesserung einer umfassend nachhaltigen Waldwirtschaft in Thüringen.
Die namhafte Zertifizierungsorganisation "Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen" mit der prägnanten Kurzform "DQS" begleitete und prüft als unabhängiger Gutachter den Thüringer PEFC-Prozess und trug dazu bei, dass sich die ökologisch vorbildliche Waldbewirtschaftung in Thüringen glaubhaft darstellen kann.
Der Verbraucher von Holzprodukten hatte nun die Möglichkeit, das Holz von heimischen, ökologisch wirtschaftenden Waldbesitzern zu bevorzugen, wenn Produkte mit dem PEFC-Label gekauft werden. Die Waldzertifizierung unterstützt damit die Forderung nach umfassend nachhaltiger Holzproduktion und honoriert über die steigende Nachfrage nach zertifiziertem Holz eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft.
Die Zertifizierung wurde zu einem marktwirtschaftlichen Instrument entwickelt, was dem Raubbau an der Naturressource Wald wirksam entgegenwirken kann.
Thüringen ging hier trotz seiner anerkannten und auf langer Tradition beruhenden nachhaltigen Waldbewirtschaftung beispielgebend voran.
Thüringen war damit die erste PEFC-Region und am 29. März 2000 konnte Umweltminister Dr. Volker Sklenar gemeinsam mit der Zertifizierungsgesellschaft DQS die deutschlandweit ersten PEFC-Zertifikate an 25 Thüringer Waldeigentümer überreichen.
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PEFC - Region Thüringen
Der Verbraucher von Holzprodukten hat damit die Möglichkeit, das Holz von heimischen, ökologisch wirtschaftenden Waldbesitzern zu bevorzugen, wenn Produkte mit dem PEFC-Label gekauft werden.