Boden: Schäden und Verlust
Die endliche Ressource Boden ist einer Vielzahl von Gefährdungen und Belastungen ausgesetzt.
Bodenerosion durch Wind und Wasser
Starker Wind und Regen können die für den Landwirt wertvolle Ackerkrume abtragen. Begünstigt wird die Erosion durch Hanglagen und eine intensive Bodenbearbeitung, so dass die Ursachen der Erosion vor allem in einer unsachgemäßen Nutzung von Böden gesehen werden müssen. Ideal ist ein dauerhafter Bewuchs der Flächen.
Während die Böden Thüringens weniger von Winderosion bedroht sind, stellt die Wassererosion nach Starkregen ein ernstzunehmendes Problem dar. Nicht nur geht fruchtbarer Boden verloren, sondern das abgeschwemmte Material verursacht of Folgeschäden auf Verkehrswegen und in Siedlungsbereichen.
-
- Erosion durch Wasser, Foto: TMLFUN
Schadstoffe im Boden
Die wichtigsten Schadstoffe, die das Bodenleben, das Pflanzenwachstum, die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln oder das Trinkwasser gefährden, sind Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Kupfer oder Quecksilber und organische Substanzen. Bekannte Beispiele für letztere sind Dioxine, DDT und andere chlorierte Kohlenwasserstoffe.
Zwar gelangen Schwermetalle auch durch die Verwitterung von Gestein in den Boden, doch Hauptverursacher des Schadstoffeintrags ist wiederum der Mensch. Die Quelle der Einträge ist oft diffus. Der Eintrag kann über die Luft, aber auch direkt erfolgen. Der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann beispielsweise nachhaltig das Bodenleben schädigen und sogar in die Nahrungskette gelangen. Die Schadstoffe reichern sich im Boden an und sind vielfach nur sehr schwer abbaubar.
Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie misst im Rahmen des Chloraromaten-Dioxin-Messprogramm regelmäßig den Gehalt an Dioxinen und Furanen, schwerflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (SHKW; PCB und Chlorinsektizide) sowie polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Oberboden. Die Messorte sind über die gesamte thüringische Landesfläche verteilt. 2010 lagen alle ermittelten PCDD/F-Gehalte auf Acker-, Wald- und Grünlandstandorten unterhalb der geltenden Maßnahmenwerte nach Bodenschutzgesetz.
Bodenversiegelung
Aus der Sicht des Bodenschutzes ist die Versiegelung im Vergleich zu anderen Nutzungsansprüchen des Menschen an den Boden besonders gravierend, da die Funktionsfähigkeit ganz zerstört wird. Niederschlag und Sauerstoff können nicht mehr oder nur noch schlecht vom Boden aufgenommen werden, das Bodenleben kommt zum Stillstand. Auch kann der natürliche Wasserkreislauf gestört werden, da Niederschläge nicht mehr versickern können. Mögliche Folgen sind Hochwasser, stärkere Erwärmung der Siedlungen oder Wassermangel bis hin zu Dürreschäden.
Das Ausmaß der Bodenversiegelung in Thüringen ist nur schwer zu bestimmen, da das statistische Landesamt zwar die Siedlungs- und Verkehrsfläche erhebt, nicht aber die versiegelte Fläche. So umfasst die Siedlungsfläche unter anderem auch Hausgärten, Parks, Campingplätze oder Friedhöfe, deren Böden nur zum Teil versiegelt sind. Während die Verkehrs- und Siedlungsfläche in Thüringen 2011 um 1864 Hektar zunahm, wurden rund 700 Hektar neu versiegelt.