Gartenbau und Sonderkulturen
-
Gartenbau und Weinbau
Der Gartenbau in Thüringen kann auf eine reiche Tradition zurückblicken. Der Erfurter Ratsherr Christian Reichart (1685-1775) gilt als der Begründer des deutschen Erwerbsgartenbaues.
Mit seinen unterschiedlichen Fachrichtungen, Zierpflanzenbau, Gemüse- und Obstbau, Baumschulen und Stauden, ist der Thüringer Gartenbau einer der wertschöpfungs- und beschäftigungsintensiven Bereiche innerhalb der Landwirtschaft. Neben dem Produktionsgartenbau ist auch der Dienstleistungsgartenbau (Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgartenbau) ein wesentlicher Faktor, der zur Wertschöpfung beiträgt.
Der Anbau gartenbaulicher Kulturen im Freistaat umfasst gegenwärtig annähernd 5 500 ha.
Die überwiegende Zahl der Betriebe sind kleinflächige, familiengeführte Einzelhandelsgärtnereien. Daneben existieren jedoch auch hoch spezialisierte, großflächig wirtschaftende Betriebe vor allem im Obst- und Gemüseanbau sowie beim Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen.
Die wichtigsten Standorte des Freilandgemüseanbaus befinden sich im Thüringer Becken, im Altenburger Land sowie in den Regionen um die Städte Erfurt und Sömmerda. Flächenmäßig dominiert der Anbau von Spargel, gefolgt von Blumenkohl, Weißkohl und Speisezwiebeln.
Im Unterglasanbau werden auf ca. 46 ha vor allem Tomaten und Gurken produziert.
Der Obstanbau konzentriert sich auf die traditionellen Anbaugebiete Fahner Höhe, Kindelbrück, Dobitschen und Schöngleina. In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil der Kernobstflächen (Apfel) auf über 50 Prozent erhöht. Die Flächenanteile von Süßkirschen liegen bei 11 Prozent und von Sauerkirschen bei 13 Prozent.
Zierpflanzen werden überwiegend für den Direktabsatz produziert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anbau von Beet- und Balkonpflanzen.
Heil- und Gewürzpflanzen
Der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen hat in Thüringen ebenfalls eine lange Tradition. Mit ca. 1500 ha Anbaufläche gehört Thüringen zu den führenden Bundesländern in diesem Sektor. Hauptkulturen sind Kamille mit einem Flächenanteil von annähernd 70 Prozent sowie Pfefferminze mit 17 Prozent. Bedeutung hat zudem der Anbau von Melisse, Johanniskraut, Fenchel und Baldrian. Die Produktion erfolgt fast ausschließlich über Vertragsanbau.
Weinbau
Der Weinbau umfasst eine Fläche von etwas mehr als 100 ha und gehört als Bereich Thüringen zum Weinanbaugebiet Saale-Unstrut.
Etwa zwei Drittel der Rebfläche wird für den Anbau von Weißwein genutzt, ein weiteres Drittel für Rotwein.
-
- Weinbau in Kaatschen, Foto: TMLFUN
Kleingärten
Die Kleingartenfläche in Thüringen umfasst ca. 3 100 ha. Über 76 000 Mitglieder sind in zahlreichen Kleingartenvereinen organisiert.
Kleingärten haben als Bestandteil von Grünstrukturen eine bedeutende städtebauliche Funktion für die Naherholung und zur Wohnumfeldverbesserung. Sie sind zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere und erfüllen wichtige soziale Funktionen.
Wegen dieser großen gesellschaftlichen Bedeutung fördert das Ministerium das Kleingartenwesen in Thüringen.
Förderung von Erzeugerorganisationen
Gefördert werden ausschließlich Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse, die nach EU-Recht anerkannt sind. Grundlage für die Beihilfegewährung ist ein durch die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft genehmigtes Operationelles Programm der jeweiligen Erzeugerorganisation.
Weiterführende Informationen: