Klimawandel, Klimafolgen
Seit 1850 ist die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre deutlich angestiegen (von 280 ppm auf 379 ppm). Für diesen Anstieg sind im Wesentlichen die Verbrennung
fossiler Energieträger und die Brandrodung von Wäldern verantwortlich – hier ist der Mensch ein Hauptverursacher.
Andere wichtige Treibhausgase wie Methan und Distickstoffoxid, deren Konzentrationen vor allem aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft im gleichen Zeitraum um ca. 150 % bzw. um ca. 20 % zugenommen haben, sowie die fluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW) machen zusammen etwa halb soviel aus wie der CO2-Anstieg.
Hauptverursacher von Änderungen in der Strahlungsbilanz der Erde, die wiederum für Klimaveränderungen verantwortlich sind, ist damit das Kohlendioxid.
Zwischen 1906 und 2005 stieg die globale bodennahe Mitteltemperatur um 0,74 Grad Celsius an. Der Meeresspiegel stieg im 20. Jahrhundert im globalen Mittel um etwa 17 cm.
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- Schäden durch Kyrill in Thüringen, Foto: TMLFUN
Von den
Klimafolgen am stärksten betroffen werden jene Menschen sein, die sich aufgrund mangelnder technischer und finanzieller Möglichkeiten am wenigsten anpassen können. Es sind Menschen in den Entwicklungsländern, die am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben.
Klimafolgen in Thüringen
Stiegen die Temperaturen in den vergangenen 50 Jahren in Thüringen um 0,5 bis 1 Grad Celsius an, so wird für die nächsten 50 Jahre ein Anstieg der Durchschnittstemperaturen in Thüringen um 2 bis 3 Grad Celsius prognostiziert. Die Frost- und Eistage werden abnehmen. Es werden längere Trockenperioden im Sommer und eine größere Intensität bei einzelnen Starkniederschlägen im Sommer auftreten. Die Erwärmung wird vor allem das Thüringer Becken und Teile Ostthüringens treffen. Auch die Niederschläge werden sich neu verteilen. Im Thüringer Wald wird es feuchter werden, im Thüringer Becken und Teilen Ostthüringens dagegen trockener.
In Thüringen sind insbesondere der heiße Sommer 2003, die Schneearmut der letzten Jahre, der Sturm „Lothar“, bzw. der Orkan „Kyrill“ in schmerzlich bleibender Erinnerung.
Gerade diese Extremereignisse sind eine besondere Herausforderung für die Gesundheit, Wirtschaft, Infrastruktur und Ökologie.
Besondere Bedeutung kommt der Erkenntnis zu, dass es keinen kontinuierlichen Trend über die nächsten Jahrzehnte geben wird. Vielmehr werden Wetter- und Witterungsextreme und Wetterschwankungen vorkommen. Das heißt, kühlere feuchte Jahre wechseln mit trockenen wärmeren Jahren ab. Dies erfordert eine große Flexibilität in den Anpassungsreaktionen, insbesondere der Landnutzer. Planbarkeit wird hinter maximales Reaktionsvermögen treten. Die Verwundbarkeit und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen bekommen eine neue Dimension.
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- Tägliche Messdaten seit 1951 von ca. 250 Stationen des Deutschen Wetterdienstes in Thüringen und dem Umland bilden die Grundlage für die regionale Klimadiagnose Thüringens.