Nutzungsverzicht im Wald schützt die biologische Vielfalt
Der Freistaat bekennt sich weiterhin zum konsequenten Naturschutz im Wald. Als Vorreiter in Deutschland wird Thüringen in den kommenden Jahren fünf Prozent aller Waldflächen aus der Nutzung nehmen, so wie es die nationale Biodiversitätsstrategie vorsieht. „Bestimmte Tier- und Pflanzenarten oder Pilze, die alte Wälder oder Totholz besiedeln, können wir nur durch einen Nutzungsverzicht dauerhaft erhalten“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz am Montag in Erfurt. Eine nachhaltige Forstpolitik müsse die wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen des Waldes gleichermaßen berücksichtigen, so Reinholz.
Bislang sind rund 13.500 der anvisierten 25.000 Hektar Waldfläche ohne Holznutzung identifiziert oder bereits stillgelegt. Weitere 3.000 Hektar in größeren, zusammenhängenden Waldstücken über 100 Hektar sollen im Laufe dieses Jahres festgelegt und teilweise sofort aus der Nutzung genommen werden. Die großen Flächen liegen ausnahmslos im Staatswald.
Die fehlenden 8.500 Hektar wird die Landesforstanstalt im Zuge der so genannten Forsteinrichtung sukzessive auswählen. Die Forsteinrichtung ist eine periodisch stattfindende Inventur des Waldes, die auch die Einschlagsmengen festlegt. Die 8.500 Hektar setzen sich aus kleinen und mittelgroßen Waldflächen bis 100 Hektar sowie Alt- und Habitatbäumen und Baumgruppen zusammen.
Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD von 2009 sieht die Nutzungsaufgabe in 25.000 Hektar Wald bis 2029 vor. Dieses Ziel wird nach Einschätzung des Umweltministers bereits einige Jahre früher erreicht werden.