07.01.2013 11:07 Uhr

31. Deutscher Naturschutztag in Erfurt ging konstruktiv zu Ende

Naturschutzexperten verabschieden Positionspapier

Heute ist der 31. Deutsche Naturschutztag (DNT) in Erfurt mit der Verabschiedung eines Forderungskataloges an die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu Ende gegangen. Der 31. DNT hat sich insbesondere mit den Herausforderungen der Energiewende für den Naturschutz auseinandergesetzt. Damit reagierten die rund 700 Fachleute des Deutschen Naturschutzes auf die neuen Herausforderungen für den Naturschutz in Zeiten der Energiewende.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Leitungsnetze sind als Kernstücke der Deutschen und Thüringer Umweltpolitik für den Klimaschutz, für die Nachhaltigkeit der Energieversorgung und die Ablösung der Kernenergie zwingend notwendig, werden jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die Experten waren sich deshalb einig, dass eine zukunftsfähige Energiewende nur unter Beachtung der Folgen für die biologische Vielfalt und einer nachhaltigen Entwicklung von Natur und Landschaft erfolgreich umgesetzt werden kann. Fachmeinungen des Naturschutzes müssen in die jeweiligen Entscheidungsprozesse eingebracht werden.
 
Biosphärenreservat Rhön - Erhaltung schutzwürdiger Landschaften, Foto: K.-F. Abé
Biosphärenreservat Rhön - Erhaltung schutzwürdiger Landschaften, Foto: K.-F. Abé
Ein weiteres wichtiges Thema des Deutschen Naturschutztages in Erfurt war das Europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000. Mit diesem Schutzgebietsnetz bekennen sich die europäischen Staaten zu ihrer besonderen Verantwortung für bestimmte Lebensraumtypen und Arten, sowie deren Vorkommens- bzw. Verbreitungsgebiete. Hier konnte 20 Jahre nach dem Inkrafttreten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie eine sehr positive Bilanz gezogen werden. In Thüringen nehmen diese Schutzgebiete über 270.000 ha ein, das sind 16,8 % der Landesfläche.
 
Holz - wichtiger Rohstoff und Energieträger, Foto: TMLFUN
Holz - wichtiger Rohstoff und Energieträger, Foto: TMLFUN
Im Ergebnis hat der 31. DNT folgende Positionen und Forderungen verabschiedet:
  • Den Ausbau des Stromnetzes und der dazugehörenden Infrastruktur im Sinne von Naturschutz und Landschaftspflege nachhaltig gestalten!
  • Für einen fairen Interessenausgleich das entwickelte Naturschutz- und Verfahrensrecht beim Ausbau der erneuerbaren Energien beachten!
  • Bei der Umsetzung der „Energiewende“ eine frühzeitige und ausgewogene Bürgerbeteiligung gewährleisten!
  • Schöne Landschaften als Voraussetzung für die landschaftsbezogene Erholung und touristische Nutzung erhalten!
  • Biomasseproduktion naturverträglich gestalten!
  • Weitere Eingriffe in die Gewässer zum Bau von Wasserkraftanlagen sollen unterbleiben!
  • Windkraft - Konfliktminderung durch sorgfältige Standortwahl!
  • Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 stärken!
  • Unser Naturkapital erhalten!
  • Neue Wildnis braucht das Land!
Den vollständigen Text des Positionspapiers des Deutschen Naturschutztages erhalten Sie unter:
 
Der Deutsche Naturschutztag fand in diesem Jahr erstmals in Thüringen statt und wurde vom Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V., dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Deutschen Naturschutzrings (DNR) e.V. sowie dem in diesem Jahr gastgebenden Freistaat Thüringen, vertreten durch das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) ausgerichtet.
 
Windkraftanlagen im Thüringer Becken, Foto: TMLFUN
Windkraftanlagen im Thüringer Becken, Foto: TMLFUN