Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

07.01.2013 11:04 Uhr

Indikatoren auf lokaler Ebene

Indikatoren auf lokaler Ebene

Um die Bedürfnisse die an eine Messbarkeit von Lokalen Agenda 21- Aktivitäten gestellt werden zu erfüllen, sind Nachhaltigkeits- und Prozessindikatoren geeignet.

Nachhaltigkeitsindikatoren

In Zusammenarbeit mit den Ländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wurde die Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) beauftragt Nachhaltigkeitsindikatoren zu entwickeln. Zielsetzung war es eine Grundlage für die Bewertung der Nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene zu schaffen. Die Indikatoren sollen von den Kommunen eigenständig und kontinuierlich erhoben, berechnet und veröffentlicht werden. Der entwickelte Indikatorensatz besteht aus insgesamt 24 Indikatoren die verschiedene Teilgebiete (Ökologie, Ökonomie, Soziales/Gesellschaft und Partizipation) erfassen. Nach der Entwicklung des Indikatorensatzes startete eine Erprobungsphase in jeweils vier Kommunen je Bundesland. Diese erarbeiteten Nachhaltigkeitsindikatoren dienten dabei als Planungswerkzeug, um feststellen zu können, ob die Projekte und Maßnahmen sich an dem inhaltlichen Ziel der Nachhaltigkeit orientieren und inwieweit diesen Zielen mit den Projekten nähergekommen werden konnte. Ende November 2000 wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nachhaltigkeitsindikatoren beleuchten nur die Ergebnisse von Projekten. Sie sind nicht in der Lage Informationen darüber zu geben, warum die Situation während der Durchführung eines Vorhabens so ist wie sie ist. Sie sind also eine Messlatte, für das angestrebte Ziel, ohne jedoch konkrete Hinweise für den Weg bis zu dessen Erreichung zu liefern. Gerade dieser Punkt aber ist es, der Betroffene in den Kommunen in der täglichen Praxis am meisten berührt. Wie kann die tägliche Arbeit bewertet, wie kann eine realistische Einschätzung der Stärken und Schwächen des lokalen Agenda 21 Prozesses erlangt werden?

Folglich ergab sich die Frage, ob es möglich ist, die Ausgestaltung der Strukturen und der täglichen Arbeit auf einfache und verständliche Art zu erfassen und zu bewerten, durch Kennzahlen, die die Prozesse beurteilen, sog.

Prozessindikatoren

Aus diesem Grund wurde an der Fachhochschule Erfurt Fachbereich Verkehrs- und Transportwesen unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Matthias Gather ein Projekt zur Entwicklung von Prozessindikatoren gestartet. Ziel dieses Projektes war, den Akteuren in den Kommunen eine Unterstützungs- und Argumentationshilfe zu geben, damit der Aufbau möglichst wirkungsvoller Strukturen zügig und effektiv geschehen kann. Diese Indikatoren sind Aussagen, die Informationen über den Entwicklungsstand des Prozesses und seine Ausgestaltung zusammenfassen und damit eine sichere Einschätzung dieses Zustandes aus sich selbst heraus erlauben.

Als Ergebnis der umfangreichen Forschungsarbeiten konnten sechs Zielfelder, die als wesentlich und charakteristisch bewertet wurden, identifiziert werden. Für jedes dieser Zielfelder wurden drei weitere Vertiefungen als Ansatz für Prozessindikatoren abgeleitet, woraus sich ein Indikatorensatz von 18 Einzelindikatoren ergibt.

Weitere und ausführliche Informationen zum Projekt und seiner Durchführung, sowie die Möglichkeit zum downloaden des Abschlußberichtes bietet die Homepage des Fachbereiches Verkehrs- und Transportwesen der FH Erfurt im Rubrik Forschung und Lehre. Des Weiteren wurden die Forschungsergebnisse, die Checkliste sowie die Hilfestellung für Lokale Agenda 21 Akteure als Broschüre zusammengestellt und im Jahr 2001 veröffentlicht.

 

Nachhaltigkeitsindikatoren
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Prozessindikatoren für die Lokale Agenda 21