Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Umweltbildung (UB)
Offiziell wurden die beiden Schwerpunkte Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Umweltbildung 1992 in der Agenda 21 mit dem Kapitel 36 verankert. Für dessen Umsetzung zeichnet die Kommission für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verantwortlich.
Im Vordergrund stehen dabei die Wissensvermittlung sowie die Aneignung der notwendigen Kompetenzen zum nachhaltigen Handeln – die sog. Gestaltungskompetenz.
Folgende Schlüsselkompetenzen beschreiben die erwähnte
Gestaltungskompetenz (Definition gemäß der
Orientierungshilfe I, im Rahmen des BLK21-Programms der Bund-Länder-Kommission): - vorausschauendes und vernetztes Denken
- interdisziplinäres Herangehen
- die Fähigkeit zu Solidarität
- Verständigung und Kooperation zwischen den Kulturen
- die Fähigkeit, sich und andere zu motivieren
- Partizipationskompetenzen
- Planungs- und Umsetzungskompetenz
- Kompetenz zur distanzierten Reflexion
Viele staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen im Freistaat Thüringen engagieren sich in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Umweltbildung.
Besonders hervorzuheben sind die
Nationalen Naturlandschaften (Biosphärenreservate, Naturparke und Nationalpark) sowie die Forstämter, die spezielle Bildungsangebote (z.B. Natur-Ranger oder Waldjugendspiele) haben. Biosphärenreservate sind weltweite Modellregionen für nachhaltiges Leben und Wirtschaften. Die UNESCO hat sie als besondere Lernorte der BNE deklariert.
Unter den nichtstaatlichen Einrichtungen gibt es viele freie Träger (NGO), die unterschiedliche Angebote zur BNE und UB bereithalten. Das TMLNU arbeitet eng mit dem
Arbeitskreis Umweltbildung Thüringen e.V. (akuTh) zusammen, der nichtstaatliche und zum Teil auch staatliche (Umwelt-) Bildungseinrichtungen des Freistaates vereint.
Für eine effiziente Abstimmung und Weiterentwicklung der Bildungsangebote sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit wurde in den vier Regionen Mittel-, Ost-, Süd- und Nordthüringen bis Ende 2007 jeweils eine so genannte Kernnetzeinrichtung gefördert. Ab 01.01.2011 führt diese Arbeit das
Nachhaltigkeitszentrum Thüringen mit Sitz in Arnstadt fort. Es hat zugleich Aufgaben der Lokalen Agenda 21 übernommen und gewährleistet eine bessere Vernetzung der Aktivitäten vor Ort.