Geowissenschaftliche Informations- und Dokumentationszentrale

Mit der seit Mitte der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kontinuierlich durchgeführten Sammlung aller geowissenschaftlichen Informationen zu Thüringen, der ständigen Übernahme und Aufbereitung von geowissenschaftlichem Datenmaterial, das im Zusammenhang mit der Tätigkeit von auf diesem Gebiet arbeitenden wirtschaftlichen Unternehmen, von Forschungseinrichtungen und auch geologisch interessierten Einzelpersonen erarbeitet und dem Geologischen Landesarchiv der TLfG übergeben wurde, verfügt dieses über einen einzigartigen Fundus an Schriftgut, Karten, Bohrergebnissen, Dokumentationen, Veröffentlichungen sowie Proben- und Belegmaterial.
Dem aktuellen Prozess des Übergangs zum Informationszeitalter Rechnung tragend, wurden ein sehr großer Teil der in diesen Unterlagen vorhandenen geowissenschaftlichen Daten sowie der Gesamtbestand an aktuell anfallenden Ergebnissen in Datenbanken erfasst und der geowissenschaftliche Teil des Bodeninformationssystems von Thüringen entwickelt.
Daneben informierte die TLfG im Rahmen wissenschaftlicher Kolloquien und Tagungen und mit der Herausgabe eigener Veröffentlichungen sowie der Führung von Exkursionen über Fortschritte im Kenntnisstand zu den geologischen Verhältnissen in Thüringen und über ihre eigene Tätigkeit.

Geologisches Landesarchiv

Das Geologische Landesarchiv schuf mit seiner Tätigkeit wesentliche Voraussetzungen für eine hohe Effizienz der wissenschaftlichen Arbeit der TLfG. Daneben erfolgte gegenüber Dritten (Unternehmen, Einrichtungen, Behörden ...) zu konkreten geowissenschaftlichen Problemen eine sachbezogene Beratung sowie die Bereitstellung von gewünschten Unterlagen wie Fachliteratur, Karten, Schriftgut, Bohrungsdaten und Bohrproben. Schriftgut- und Kartenarchiv: Nach Übernahme der Bestände des aus dem Geologischen Dienst hervorgegangenen ehemaligen VEB Geologische Forschung und Erkundung, der Abteilungen Geologie der Thüringer Bezirke, der ehemaligen SDAG Wismut und zahlreicher weiterer, Geodaten erzeugender Betriebe erfolgte die inhaltliche Erschließung derselben für den internen und externen Nutzerverkehr. Die Bestände belaufen sich auf ca. 65 000 Berichte etc. und ca. 10 000 Karten.

Bohrarchiv: Im Bohrarchiv wurden die Unterlagen zu in Thüringen geteuften Bohrungen gesammelt und ebenfalls digital erschlossen. Das Bohrarchiv enthält inzwischen Faktenmaterial zu mehr als 150 000 Bohraufschlüssen in Thüringen. Es wird laufend erweitert um die Datenbestände, die von Wirtschaft und Forschung entsprechend dem deutschen Lagerstättengesetz an die TLfG zu übergeben sind.

Wissenschaftliche Sammlungen: In Niederpöllnitz bei Triptis wurde ein Störreservelager der ehemaligen Oberflussmeisterei Gera übernommen und für die Belange der TLfG umgerüstet. Neben der umfangreichen petrographischen Meßtischblattsammlung, der paläontologisch orientierten Mägdefrau-Sammlung, einer Lagerstättensammlung und diversen kleineren historischen Sammlungsbeständen und der laufend komplettierten Bodenprobenbank von Thüringen werden hier die Bohrkerne von im Thüringer Raum niedergebrachten Bohrungen aufbewahrt und zur wissenschaftlichen Nutzung auf Dauer vorgehalten.
Hier liegt nicht nur Belegmaterial von allen wichtigen Bohrungen zur Kartierung, zur Baugrunderkundung, zu hydrogeologischen Untersuchungen und zur Lagerstättenerkundung (u. a. Uran, Kali, Spate, Eisenerz ...), sondern auch zu aktuellen Großbaumaßnahmen wie den Verkehrstrassen und Talsperren. Der Bestand beläuft sich inzwischen auf ca. 170 000 laufende Meter Bohrkerne.

Geologische Landesbibliothek: Kernstück der Geologischen Landesbibliothek bilden die vom ehemaligen VEB GFE übernommenen Bestände. Sie wurden durch Kauf, Schenkung, insbesondere aber auch durch Tausch bedeutend erweitert und auf die Bedürfnisse des Hauses ausgerichtet; es bestehen aktive Tauschbeziehungen zu ca. 150 Partnern. Vertrieb: Der Vertrieb der TLfG wurde insbesondere von Kunden aus Wirtschaft und Verwaltung intensiv genutzt. Er diente in vielen Fällen auch dem Informationsaustausch und der Kontaktaufnahme mit auf geowissenschaftlichem Gebiet in Thüringen tätigen Unternehmen, die meist dazu animiert werden konnten, der TLfG zur internen Nutzung im Landesinteresse auch Daten und Arbeitsergebnisse abzuliefern, die in Umfang und Inhalt über die entsprechend Lagerstättengesetz vorgeschriebene Ablieferungspflicht von Aufschlussdaten deutlich hinausgingen. Der Vertrieb erzielte in den zehn Jahren des Bestehens der TLfG Einnahmen von jährlich 50 000 bis 100 000 DM.

Bodeninformationssystem

Eine Schlüsselstellung in der Tätigkeit jeder geologischen Landesbehörde nimmt heute die EDV ein. Die Bewältigung der in ungeheurer Fülle vorhandenen und neu anfallenden Daten mit weniger Personal macht den Einsatz moderner Datenverarbeitung unabdingbar und erfordert die Entwicklung und Anwendung effektivster Auswertemethoden. Die grundlegende Bedeutung dieses Sachgebietes wurde erkannt und beim Aufbau der TLfG stets angemessen berücksichtigt.

Die Entwicklung der notwendiger Methoden und Fachinformationssysteme überstieg allerdings sehr deutlich die personelle Kapazität der TLfG, sie übersteigt auch die Kapazität jedes anderen Geologischen Landesamtes in Deutschland. Daher wurde der effektivste und einzig erfolgversprechende Weg der Kooperation mit allen geologischen Landesbehörden und der BGR beschritten. Die vom Bund-Länder-Ausschuss Geologie im Zusammenwirken mit dem Direktorenkreis der Geologischen Dienste ins Leben gerufenen Ad-hoc-Arbeitsggruppen zu den wichtigsten Einzelthemen erarbeiteten und erarbeiten gemeinsam und in fairer Arbeitsteilung notwendige und allgemein anwendbare Grundlagen, während in den einzelnen Landesbehörden die Anpassungen an die lokalen Verhältnisse zu programmieren waren. Auf dieser Basis sowie mit der Entwicklung/Programmierung weiterer notwendiger Anwendungen und im Austausch dieser Eigenentwicklungen mit anderen GLÄ auf der Basis von Vereinbarungen und unter Berücksichtigung des Rahmens, der von den EDV- Bedingungen innerhalb Thüringens vorgegeben war, konnte ein in Teilen bereits funktionierendes, durch GIS-Anwendungen komplettiertes Bodeninformationssystem (Bereich geowissenschaftliche Grundlagen) installiert werden.

In Anwendung befinden sich das Fachinformationssystem Hydrogeologie, das Fachinformationssystem Rohstoffe, das Fachinformationssystem Boden, das Fachinformationssystem Geochemie und das Fachinformationssystem Ingenieurgeologie. In diesem Zusammenhang wurden und werden auch zahlreiche spezielle Datenbanken wie der Geotopkataster, der Deponiekataster, der Kataster Thüringer Talsperren, der Werksteinkataster, der Altbergbaukataster, der Kataster der Sammlungsbestände u. a. entwickelt. Auf dem Gebiet der Geophysik konnten wegen mangelhafter Personalausstattung keine eigenen Arbeiten durchgeführt werden, ein FIS Geophysik wird von der BGR und dem Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben entwickelt.

Leider ist es nicht gelungen, den wichtigsten und unabdingbar notwendigen Bereich des Bodeninformationssystems, das zentrale, äußerst komplexe Fachinformationssystem Geologie zu installieren; für die Eigenentwicklung reichte hierzu das verfügbare eigene Personal trotz vorzüglicher Qualifikation und Leistungsbereitschaft bei weitem nicht aus, und für eine Vergabe an Fremdfirmen fehlten die finanziellen Mittel in Größenordnungen. Vor diesem Problem stehen auch die anderen geologischen Landesbehörden, auch gemeinsame Anstrengungen führten bisher nicht zum Erfolg. Z. Z. scheint die schrittweise Entwicklung von Teillösungen und der Austausch derselben mit den anderen, gleichermaßen interessierten Landesbehörden der einzige Weg, um in Teilbereichen voranzukommen.

Die Verknüpfung der Fachinformationssysteme und speziellen Datenbanken mit geografischen Informationssystemen versetzte die TLfG in die Lage, auf spezielle Anfragen und Anforderungen rasch zu reagieren und Ergebnisse in nutzerfreundlicher Form dem Auftraggeber und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Veröffentlichungen

Entsprechend dem Errichtungserlass von 1991 hat die TLfG die Landesbehörden, Gebietskörperschaften und wirtschaftlichen Unternehmen auf den von ihr bestrittenen Fachgebieten zu beraten und den Kenntnisstand zu aktualisieren. Damit die Aktualisierung des Kenntnisstandes für alle auf geowissenschaftlichem Gebiet in Türingen Tätigen Nutzen trägt, stellt sie die gewonnenen Erkenntnisse der interessierten Öffentlichkeit in Form von Publikationen und wissenschaftlichen Veranstaltungen zur Verfügung. Außerdem präsentiert sie im Internet die sehr umfangreiche Liste aller Dokumentationen, Karten und sonstigen Publikationen, die über ihren Vertrieb bezogen werden können.

Neben den inzwischen 18 Geologischen Karten i. M. 1 : 25 000, den geologischen und bodenkundlichen Übersichtskarten und den Erläuterungen zu den GK 25 sowie 2 bodenkundlichen Karten i. M. 1 : 25 000 und der flächendeckenden Digitalen Bodengeologischen Karte i. M. 1 : 50 000 sowie dem Atlas der Schwermetalle Thüringer Böden und diversen thematischen Karten (Bouger-Schwerekarte, Geomagnetische Karte, Karte der Erdbebengefährdung, Karte des geothermischen Potentials tiefliegender Grundwasserleiter...) veröffentlichte die TLfG jährlich einen Band ihrer Hauszeitschrift "Geowissenschaftliche Mitteilungen von Thüringen". Dieser enthielt außer den geowissenschaftlichen Beiträgen und einer geologischen Bibliographie über die zurückliegenden Jahre stets auch einen Tätigkeitsbericht jeweils für das vergangene Jahr.
Die Beihefte zu dieser Zeitschrift, pro Jahr jeweils 1 - 2 Stück, widmeten sich speziellen georelevanten Problemen, u. a. auch einer Vereinheitlichung geowissenschaftlicher Bezeichnungen, Begriffe und Symbole für Thüringen.
In der jährlich veröffentlichten "Lagerstättenwirtschaftlichen Jahresanalyse", ergänzt durch Karten der in Abbau stehenden Steine- und Erden-Lagerstätten Thüringens i. M. 1 : 200 000 und 1 : 400 000 wurde regelmäßig Auskunft über die Lagerstättenwirtschaft des Vorjahres erteilt.
An der Erarbeitung des Grundlagenwerkes "Geologie von Thüringen" (Hrsg. G. Seidel, 1995) hatten Geologen der TLfG wesentlichen Anteil.

Zur Popularisierung des Geotopschutzgedankens und zur Information der Öffentlichkeit über geowissenschaftliche Besonderheiten in Thüringen wurden Sonderpublikationen herausgegeben.
1999 erarbeitete und veröffentlichte die TLfG zum Ereignis Weimar - Europas Kulturhauptstadt 1999 das 280 Seiten umfassende und reich bebilderte Buch "Geologie und Geotope in Weimar und Umgebung - Mit Ausflugs- und Wandervorschlägen und einer Geologischen Umgebungskarte von Weimar i. M. 1 : 35 000.
Ebefalls 1999 wurde im Zusammenwirken mit den unteren Naturschutzbehörden des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach das Heft "Geologische Sehenswürtigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach" (mit einer Übersichtskarte) von R. Geyer, H. Jahne und S. Storch herausgegeben.
Im Jahre 2001 erschien als gemeinsame Veröffentlichung der TLfG, des Goetz-Höhle Meiningen e. V. und des Thüringer Höhlenverein e. V. die 43 Seiten umfassende Broschüre "Die Goetz-Höhle Meiningen".
Von vielen Hobby-Geologen mit Spannung erwartet, gab die TLfG ebenfalls 2001 das ca. 400 Seiten umfassende Büchlein "Gold in Thüringen" (Autor: M. Schade), heraus. Es ist in leicht verständlichem Stil verfasst und liefert eine komplette Beschreibung der Goldvorkommen im Thüringisch-Vogtländischen Schiefergebirge und in der Frankenwälder Querzone.

Die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse in Fachzeitschriften gehörte zu den normalen Anforderungen an das wissenschaftliche Personal; dabei wurde erwartet, dass die Ausarbeitung der Manuskripte außerhalb der Dienstzeit erfolgte, was auch bei den ca. 500 Beiträgen in den vergangenen 10 Jahren regelmäßig der Fall war.
Als beste Kenner der geologischen Verhältnisse in Thüringen waren die Landesgeologen auch gefragt bei der Führung von Fachexkursionen, die von diversen Vereinen, insbesondere aber von Universitäten und Hochschulen im Thüringer Raum durchgeführt wurden. Dieser Verpflichtung gegenüber dem wissenschaftliche Nachwuchs kam die TLfG gerne nach, zumal die Exkursionen zumeist an Wochenenden statt fanden. Jährlich waren ca. 3 - 4 derartige Verpflichtungen zu realisieren.

Regelmäßig ca. 6 Veranstaltungen jeweils im Frühjahrs- und im Herbstsemester wurden von der TLfG im Rahmen ihres öffentlichen geowissenschaftlichen Hauskolloquiums organisiert. Sie fanden im Versammlungsraum des Dienstgebäudes in Weimar statt und widmeten sich dem Kenntnisfortschritt auf dem Gebiet der Geologie von Thüringen sowie grundsätzlichen geologischen und methodischen Problemen. Als Höhepunkt dieser Veranstaltungsreihe ist das aus Anlass des 100. Geburtstages des bedeutenden Thüringer Geologen und Lehrers vieler Amtskollegen, Prof. Walter Hoppe mit großem Anklang 1996 in Weimar durchgeführte Ehrenkolloquium (Vortragstagung mit Exkursion) zu erwähnen.
Weitere Tagungen und Symposien (Vortrags- und Exkursionsveranstaltungen) führte die TLfG in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Geologischen Verein e.V. durch. Diese befassten sich mit Problemen der angewandten Geologie in Thüringen und erzielten hohe Resonanz. Themen waren u. a. 1994 (Naturkundemuseum Gera) "Probleme der Umweltgeologie in Thüringen", 1996 (Wachsenburg) "Deponieuntergrund in Thüringen", 1997 (Schloß Molsdorf) "Grundwasser in Thüringen", 1998 (Schloß Elgersburg) "Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit", 1999 (Bienenmuseum Weimar) "Probleme der Planung, Erkundung und Gewinnung von Steinen und Erden in Thüringen". Außerdem war die TLfG Mitveranstalter der Jahrestagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft 1997 in Jena. Sehr erfolgreich verlief auch die von der TLfG organisierte und 2000 in Weimar durchgeführte internationale Tagung "Geotop 2000" der Fachsektion Geotopschutz der DGG.
Derartige Veranstaltungen bieten hervorragende Gelegenheit, den auf geowissenschaftlichem Gebiet Tätigen nicht nur aktuelle Erkenntnisse zu vermitteln, sondern sie auch mit den Anliegen geologischer Landesbehörden vertraut zu machen sowie Kooperationsbeziehungen auf- und auszubauen. Die Durchführung geowissenschaftlicher Kolloquien und Tagungen wird daher auch weiterhin ein ständiger Bestandteil der Tätigkeit des Geologischen Landesdienstes darstellen.
Seit Herbst 2000 laufen ebenfalls erfolgreich die "Dialoge mit der Erde", eine gemeinsam von der TLfG und der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen organisierte Veranstaltungsreihe in der Parkhöhle in Weimar.

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