Arten- und Biotopschutz

Kartierung der FFH- und Rote-Liste-Pflanzenarten Thüringens

Von 1990 bis 2001 wurde in Thüringen eine Kartierung aller Farn- und Blütenpflanzen auf der Basis eines Rasters von Messtischblatt-Viertelquadranten durchgeführt. Über 1,8 Millionen Daten wurden erhoben und für einen Verbreitungsatlas und eine moderne Flora aufbereitet. Seit 2001 erfolgt in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Herbarium Haussknecht, und der Thüringischen Botanischen Gesellschaft e. V. eine Erfassung von 695 Farn- und Blütenpflanzen der Roten Liste und der Anhänge der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Dabei werden die Vorkommen dieser Arten mit Angaben zur Populationsgröße punktgenau erfasst. Inzwischen wurden über 30.000 Datensätze von über 500 Beobachtern erhoben. Die beigefügte Karte gibt einen Überblick über die Zahl der bisher vorliegenden Meldungen.

Stand der Kartierung der FFH- und Rote-Liste-Pflanzenarten in Thüringen: Datenstand am 31.01.2012 pro bearbeiteten Messtischblatt-Viertelquadrant (VQ)

Für die Schließung der noch vorhandenen Kartierungslücken sind wir an der Mitwirkung weiterer botanisch interessierter Personen interessiert. Diesen werden Exkursionen und Kartierungstreffen zur Vertiefung der Artenkenntnis sowie die Zeitschrift “Informationen zur floristischen Kartierung in Thüringen“ als kostenloses Arbeitsmaterial angeboten.

Haselmäuse in Thüringen

 

Die Haselmaus, die kleinste Schläferart in Mitteleuropa, gehört zu den geschützten heimischen Nagetieren. Sie ist in der Roten Liste Thüringens als „gefährdet“ eingestuft und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt. Haselmäuse besiedeln vielfältige Waldtypen – in Thüringen bevorzugt Buchenwälder und auch Fichtenbestände, wobei es regionale Unterschiede bezüglich der Habitatwahl gibt. Da die Kenntnis über die Verbreitung der Haselmaus in Thüringen noch lückenhaft ist, insbesondere fehlen gesicherte Nachweise in Naturschutz- und FFH-Gebieten, gilt es, auch unter den Aspekten des Schutzes dieser Tiere, die noch bestehenden „Lücken“ zu schließen.

 

Haselmaus Lebensraum
Abb.: Haselmaushabitat. (Aufn. M. Görner)

 

Die Nachweise von Haselmäusen im Gelände sind mit mehreren methodischen und zeitlichen Problemen verbunden, daher sind Langzeituntersuchungen notwendig.Da die Haselmäuse im Herbstvon den Gehölzen an die Bodenoberfläche abwandernund sich dort verstärkt aufhalten, bevor sie ihr unter Wurzeln und Laub angelegtes “Winternest“ beziehen, ist es sinnvoll im Spätherbst (Oktober / November) Lebendfallenfür Kleinsäuger im Untersuchungsgebiet aufzustellen.
Eine indirekte, ebenfalls im Herbst durchzuführende Nachweismethode ist die gezielte Suche nach Haselnüssen mit charakteristischen Nagespuren der Haselmaus. Im Frühjahr, nach dem Winterschlaf (April bis Anfang Mai) halten sich die Tiere wieder eine Zeit am Boden auf, bevor sie Bäume und Sträucher besteigen. In diesem Zeitraum können erneut Kleinsäugerlebendfallen am Boden aufgestellt werden. Eine weitere, parallel hierzu durchzuführende direkte Nachweismethode ist das Anbringen von Nistkästen, da diese als Höhlen von den Tieren gern zum Nestbau angenommen werden.
Als besonders effektiv hat sich eine Methode erwiesen, bei der als künstliche Höhlen Röhren (sog. ’nest-tubes’) von ca. 30 cm Länge, mit einem Durchmesser von ca. 10 cm waagerecht an Baumästen oder in Sträuchern angebracht werden  Diese Röhren sind an beiden Enden mit Deckeln verschlossen, wobei einer ein Einstiegsloch aufweist und beide Deckel zur Kontrolle der Röhren abnehmbar sind. Die Kontrolle der Röhren kann während der gesamten Aktivitätsphase der Tiere erfolgen.
Weitere Haselmausnachweise lassen sich auch indirekt über die Kontrolle von Waldkauz-und Rauhfußkauzgewöllen erbringen, da diese Tiere in den Waldgebieten jagen und auch Haselmäuse erbeuten. Fehlen die Nachweise in den Gewöllen, ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass Haselmäuse im Gebiet vorkommen. Deshalb sind zum Nachweis immer mehrere Methoden gleichzeitig anzuwenden und vor allem auch direkte Nachweismethoden einzusetzen.

 

Abbildung Haselmaus
Abb.: Haselmaus. (Aufn. M. Görner)

 

Neben Zufallsfunden konnte ein beträchtlicher Datenzuwachs im Rahmen der vom NABU Landesverband Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg initiierten Projekt „Nussjagd in Thüringen“ (2009/2010) generiert werden. Darüber hinaus wurde im Auftrag der TLUG 2010/2011 durch die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e. V. unter Leitung von Herrn Martin Görner, eine Kartierung zum Vorkommen von Haselmäusen in ausgewählten FFH-Gebieten durchgeführt. Folgende FFH-Gebiete wurden beprobt: Nr. 104  „Herpfer Wald, Berkeser Wald und Stillberge“, Nr. 117 „Gleichberge“, Nr. 26 „Sonder-Oberholz – Großer Horn“ u. Nr. 167 „Keulaer Wald“.

 

Der Fischotter in Thüringen

 

1996 gelang in Thüringen erstmals ein Nachweis des etwa seit 1970 verschollenen Fischotters. Seitdem wird die Wiederbesiedlung Thüringens kontinuierlich beobachtet. 2004 hat Thüringen die Erhaltung des Fischotters als Schutzziel für zehn FFH-Gebiete gemeldet. Die Art ist zudem auch außerhalb der Natura 2000 Gebiete streng zu schützen.

 

Fischotterzentrum Hankensbuettel_Schmalz
Fischotter (Aufn. M. Schmalz)

 

Im Auftrag der TLUG wird seit 2001 in Thüringen unter Leitung von Frau Maria Schmalz, Breitenbach, eine Kartierung von Probestellen unter Brücken (Brückenkataster) aufgebaut und auf die Anwesenheit des Fischotters überwacht. Im Jahr 2011 wurde die Kartierung im Rahmen der Beauftragung für das FFH-Monitoring durchgeführt. Die dazu notwendigen Arbeiten sind aufwändiger und wurden noch nicht komplett abgeschlossen. Bisher wurden von 111 vorgesehenen Probestellen 103 kartiert. Dabei konnten nach bisherigem Auswertungsstand 51 sichere Nachweise des Fischotters erbracht werden.

In Nordthüringen sind die Auswertungen noch nicht abgeschlossen.

In Südthüringen konnten die Ansiedlung im Gebiet um Breitungen bestätigt werden. Dabei sind Nachweise an der Werra, an den Breitunger Seen, am Schwarzbach und an der Schmalkalde gefunden worden. Besonders beachtenswert ist der Nachweis direkt im Stadtgebiet Schmalkalden an der Stille kurz vor der Mündung in die Schmalkalde.

Die letztmalig 2009 gefundene Anwesenheit des Otters im Gebiet der oberen Werra konnte 2011 durch einen Fund im Oberlauf des Dambaches neu bestätigt werden.

Die dichte Besiedlung des Einzugsgebietes der Weißen Elster konnte bestätigt werden. Dabei ist die Weiße Elster in Thüringen durchgängig besiedelt (auch im Stadtgebiet Gera und Bad Köstritz!). Erstmalig wurden Nachweise an der Brahme, dem Erlbach und dem Saarbach gefunden. Die Besiedlung der Nebengewässer Weida, Auma, Krebsbach, Pöltzschbach, Fuchsbach, Leuba, Triebes und Seebach konnte wiederum festgestellt werden. Aktuell liegt ein Reproduktionsnachweis (über unterschiedlich große Trittsiegel) vom Oberlauf der Auma vor.

Im Einzugsgebiet der Saale ist der Besiedlungsschwerpunkt aktuell in den östlichen Nebengewässern Wisenta (auch im Stadtgebiet Schleiz!), Plothenbach sowie im Plothener Teichgebiet zu finden. Erstmals wurden Nachweise an den Gewässern Großer Otter(!)bach und im Oberlauf der Roda gefunden. Die Besiedlung an der Selbitz konnte bestätigt werden.

Die Pleiße sowie die Zuflüsse Sprotte (inkl. der Mannichswalder Sprotte). Schnauder, Whyra, Spannerbach und Gerstenbach sind als Siedlungsgebiete im Ostthüringer Raum zu nennen.

Somit liegt der aktuelle Verbreitungsschwerpunkt des Otters in Thüringen in den östlichen und südöstlichen Landesteilen.

 

Fischotter meiden das Durchschwimmen von Durchlässen oder Brückenbauwerken und umgehen diese auf dem Land somit überqueren sie dann auch Straßen. Um die potenzielle Gefährdung durch den Straßenverkehr zu verringern, sollten bei Baumaßnahmen an Brücken geeignete Bermen integriert werden.

 

Wölfe in Thüringen?

Der Wolf (Canis lupus) ist durch internationale Übereinkommen und durch nationale Gesetzgebungen geschützt. Durch seine Listung in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), in der EG Verordnung 318/2008 und in Anhang II der Berner Konvention genießen der Wolf und sein Lebensraum umfassenden Schutz. Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt den Wolf zu einer streng geschützten Art.

Wolfsruede
Wolfsrüde (Aunfn. S. KÖRNER)

 

Kam der Wolf ursprünglich flächendeckend vor, wurden die Bestände im Rahmen der Besiedelung Europas durch den Menschen durch seine Verfolgung systematisch reduziert. Der letzte Wolf in Thüringen wurde 1884 bei Greiz geschossen. Seit dem Jahr 2000 reproduzieren sich im Nordosten Sachsens wieder Wölfe. In Deutschland leben gegenwärtig in der Lausitz (Sachsen u. Brandenburg) elf Rudel sowie weitere Einzeltiere, Paare und Rudel in Brandenburg, in Sachsen-Anhalt, in Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern. In der Roten Liste Thüringens von 2001 ist der Wolf als ausgestorben geführt. Bis jetzt (Frühjahr 2012) ist noch kein Wolf nachgewiesen worden. Da Thüringen im Aktionsradius der bestehenden Vorkommen liegt, kann jedoch jederzeit mit Wölfen in Thüringen gerechnet werden.

 

Wolf Geschnuerter Trab
geschnürter Trab (Aufn. LUPUS)
Wolf Einzeltrittsiegel
Einzeltrittsiegel (Tritt in Tritt) (Aufn. LUPUS)

 

In Thüringen hat sich im März 2009 eine Arbeitsgruppe Wolf im TMLNU konstituiert. So erfolgte als erstes die Beantragung eines Haushaltstitels für das Jahr 2010 mit der Zweckbestimmung „Finanzierung von Prävention und Ausgleich von Schäden durch Wolf und Luchs“. Darüber hinaus wurden drei Personen als Rissgutachter benannt, die regelmäßig geschult werden. Weiterhin wurde im Frühjahr 2010 an der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie eine Informationsveranstaltung zum Wolf durchgeführt und im Winter 2010 ein erstes Faltblatt „Wölfe in Thüringen?“ herausgegeben. Im Laufe des Jahres 2011 wurde der Managementplan Wolf unter Einbeziehung der thematisch betroffenen Thüringer Verbände erstellt, welcher im Frühjahr 2012 von Herrn  Minister Reinholz vorgestellt wird.

Für die beiden 2011 in Thüringen gemeldeten Rissfunde bei Weißenborn und Harpersdorf konnte im Rahmen der Begutachtung und Bewertung durch die TLUG der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden. Durch die zusätzlichen genetischen Untersuchungen (Kot, Haare) konnte die Nutzung der Kadaver zweifelsfrei Fuchs und Hund zugeordnet werden.

 

 

Für Thüringen benannte Rissgutachter:
 
Herr Jürgen Boddenberg
(AöR) ThüringenForst
0361 / 3789 880 (dienstl.)
036256 / 22426 (priv.)
Herr Uwe Müller
Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie
03641 / 684461 (dienstl.)
036450 / 42002 (priv.)
Herr Jürgen Hoffmann
Thüringer Landesverband Thüringer Schafzüchter
036254 / 70849 (dienstl.)
0172 / 7990267 (priv.)
 
 



 

Staatliche Vogelschutzwarte Seebach

 

Vogelmonitoring

 
Die Daten aus dem Vogelmonitoring werden landesweit für naturschutzfachliche Fragestellungen benötigt. Dazu gehören insbesondere Entscheidungen im Zusammenhang mit Planungs- und Zulassungsverfahren sowie die Abgrenzung von Schutzgebieten. Darüber hinaus stehen die Daten für wissenschaftliche Untersuchungen, statistische Erhebungen und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. 
 
Das gesamte Monitoring besteht aus unterschiedlichen Einzelprogrammen, die landesweit vernetzt und bundesweit in der „Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring“ organisiert sind. Es wird in enger Zusammenarbeit mit ehrenamtlich tätigen Ornithologen und Naturschützern sowie ornithologischen Fachgruppen, Vereinen und Verbänden durchgeführt. Einige Programme werden von der Vogelschutzwarte in Eigenregie bearbeitet. Bei anderen Programmen übernimmt sie koordinierende und unterstützende Tätigkeiten. 
 
2011 gab es folgende Arbeitschwerpunkte:
 
  • Punktgenaue Erfassung von gefährdeten Brut- und Gastvogelarten im Rahmen des Thüringer Artenerfassungsprogramms. Insgesamt konnten mehr als 2.000 Nachweise dokumentiert werden
  • Fortführung des landesweiten Schwarzstorchmonitorings inkl. Datenauswertung für das Jahr 2011
  • Fortführung der landesweiten Wanderfalkenerfassung über Werkvertrag mit dem Arbeitskreis Wanderfalkenschutz
  • Fortführung der landesweiten Kormoranzählung an Schlafplätzen über Werkvertrag
  • Erfassung wertgebender Vogelarten in vier Vogelschutzgebieten über Werkvertrag
  • Erarbeitung und Verteilung der Kartierunterlagen für das Monitoring häufiger Brutvogelarten auf rund 40 Probeflächen (ein Programm des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten in Zusammenarbeit des Vereins Thüringer Ornithologen)
  • Datenauswertung und Plausibilitätsprüfung der Thüringer Brutvogelatlaskartierung auf rund 550 Messtischblattquadranten (ein Programm des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten in Zusammenarbeit des Vereins Thüringer Ornithologen)
 

Wissenschaftliche Vogelberingung in Thüringen

 
Die wissenschaftliche Vogelberingung liefert Erkenntnisse zu den in Thüringen wildlebenden Vogelarten. Zu ihrem Aufgabenspektrum gehören z. B. die Überwachung von lokalen und überregionalen Brutbeständen und Untersuchungen zur Ortstreue von Brutvögeln. Die wissenschaftliche Vogelberingung gehört weltweit zu den Standartmethoden ornithologischer Forschung. Sie wird in den neuen Bundesländern durch die Beringungszentrale Hiddensee koordiniert. Die Vogelschutzwarte übernimmt dabei die Betreuung der Thüringer Beringer und die Eingabe ihrer Ergebnisse in das Thüringer Artenerfassungsprogramm.
 
In durchweg ehrenamtlicher Tätigkeit wurden 2011 in Thüringen 18.000 Vögel von 130 Arten beringt. So beringte z. B. am Stausee Kelbra eine Gemeinschaft 4.162 Vögel – darunter 6 Seggenrohrsänger. Die spektakulärsten Beringungen waren jedoch zweifellos die von Steinkauz und Schwarzstorch (s. Abb.).

 

S-storch
Junge Schwarzstörche vor der Beringung (Aufn. C. ROHDE)

 

Die Beringertagung fand 2011 wieder in der VSW Seebach statt. Wie in jedem Jahr war die Veranstaltung sehr gut besucht. Fast alle Thüringer Beringer nahmen daran teil. Die interessanten Vorträge reichten u. a. von einem Bericht über die Greifswalder Oie, Wissenswertem zum Rebhuhn bis hin zu den Besonderheiten bei der Beringung von Schwarzstörchen.  
 
 

Ausstellungen und Veranstaltungen in Seebach

 
Im Jahr 2010 fanden umfangreichen Bauarbeiten in der Burg statt. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten wurden im Jahr 2011 im Erdgeschoss der Burg zwei neue Ausstellungen aufgebaut.
 
Die neu gestaltete ornithologische Ausstellung umfasst 5 Großvitrinen, in denen die Vögel der Parklandschaft und des Gartens, des Buchenwaldes, der Binnengewässer, der Stadt und der Feldflur thematisiert sind.

 

Wald
"Vögel des Waldes" (Aufn. R. KÖRNER)
Stadt
"Vögel der Stadt" (Aufn. R. KÖRNER)

 

In dem Ausstellungsraum ist eine Multimediastation installiert, über die zurzeit 2 Filme über die Staatliche Vogelschutzwarte Seebach und zum Vogelschutz angesehen werden können. Des Weiteren können die Besucher von 6 Übertragungskameras aus den Nistkästen der Burg Live-Bilder abrufen.
 
Neben der neuen ornithologischen Ausstellung ist im Erdgeschoss ein weiterer Ausstellungsraum für die umfangreiche Eiersammlung eingerichtet. Hier sind ca. 550 Vogeleier von 252 Vogelarten sowie ausgewählte Vogelnester zu sehen.

 

Eier
Vitrine der Vogeleierausstellung (Aufn. R. KÖRNER)

 

Die Führungen in der Burg Seebach konnten aufgrund der Arbeiten in den Ausstellungsräumen nur im beschränkten Maße durchgeführt werden. Dennoch führten die Mitarbeiter der VSW und die Mitglieder des Vereins der Freunde der Vogelschutzwarte Seebach über 1.000 Besucher durch die Historie der Wasserburg und brachten ihnen die Aufgaben des Vogelschutzes näher.
 
 

Auffang- und Pflegestation sowie Schutzzentrum

 
Im Jahre 2011 wurden in der Auffang- und Pflegestation der VSW 220 Vögel gepflegt. Wie auch in den vorangegangenen Jahren waren Mäusebussarde (36) und Turmfalken (33) dabei die häufigsten Pfleglinge. Ein Fischadler und 10 Fichtenkreuzschnäbel machten in der VSW nur einen kurzen Zwischenstopp, dann konnten auch sie wieder freigelassen werden. Auffällig war, dass bereits das 2. Jahr nur wenige Schleiereulen zur VSW gebracht wurden.

 

Rotfu _kauz
Pflegling - Rotfußkauz (Aufn. R. SIENHOLD)

 

Im Schutzzentrum der VSW werden im Rahmen des Artenschutzvollzugs beschlagnahmte und eingezogene Tiere (Amphibien, Reptilien und exotische Vögel) aufgenommen und bis zum Abschluss der jeweiligen Verfahren bzw. bis zur Vermittlung der Tiere an eine geeignete Einrichtung artgerecht untergebracht. In diesem Jahr waren dies in der Mehrzahl Papageien, Sittiche und Eulen (s. Abb.).

 

Daten zur Vegetation Thüringens

 

Die Vegetation ist die Gesamtheit der Pflanzengesellschaften, die in einem Gebiet wachsen. Sie wird durch Klima, Gestein, Boden, Relief, Wasserhaushalt und durch die Einflüsse von Feuer, Tieren und durch Menschen geprägt. Eine umfassende Kenntnis der Vegetation eines Gebietes ist für verschiedene Naturschutzaspekte von Bedeutung, wie die Erfassung und Bewertung von Biotop- bzw. Lebensraumtypen, den Schutz von Arten und Biotopen, die Landschaftspflege und –planung.
Ein Überblick über die reale bzw. aktuelle Vegetation Thüringens wurde 1993 in der Zeitschrift Naturschutzreport veröffentlicht [Westhus, W., W. Heinrich, S. Klotz, H. Korsch, R. Marstaller, S. Pfützenreuter & R. Samietz (1993): Die Pflanzengesellschaften Thüringens – Gefährdung und Schutz. – Naturschutzreport 6 (1): 1-258]. Die in Teil 2 des gleichen Bandes publizierte Bibliographie [Heinrich, W., W. Hilbig, R. Marstaller & W. Westhus (1993): Bibliographie der pflanzensoziologischen und vegetationsökologischen Literatur Thüringens. – Naturschutzreport 6 (2): 259-349] wurde von Herrn Dr. Wolfgang Heinrich (Jena) im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie Jena (vorerst) bis zum Jahr 2010 fortgeschrieben und wurde über die Internetpräsentation der TLUG für verschiedene Auswertungen zur Verfügung gestellt werden.
Neben der realen Vegetation besitzt die Potenzielle Natürliche Vegetation für verschiedene Naturschutzplanungen eine wesentliche Bedeutung. Die Potenzielle Natürliche Vegetation beschreibt den Zustand der Vegetation, der vorherrschen würde, wenn die Landnutzung durch den Menschen aufhörte. Die Karte der Potenziellen Natürlichen Vegetation Thüringens entstand auf Initiative des Bundesamtes für Naturschutz Bonn in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie. Sie ist ein Teilprojekt im Rahmen der "Erstellung einer Übersichtskarte der Potenziellen Natürlichen Vegetation von Deutschland im Maßstab 1 : 500.000 mit gleichzeitiger Erfassung und Erhebung naturnaher Wälder als Grundlage für nationale und internationale Naturschutzplanungen". Die Karten wurden auf der Basis einer zusammenführenden Auswertung verschiedener landeskundlicher Kartierungen (naturräumliche, geologische, bodenkundliche Karten, land- und forstwirtschaftliche Standortserkundungen, Vegetationskartierungen) sowie durch ergänzende Vor-Ort-Erhebungen erstellt.
Die Karte der Potenziellen Natürlichen Vegetation Thüringens wurde im Heft Nr. 78 der Schriftenreihe der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie unter folgendem Titel publiziert: BUSHART, M., & R. SUCK, unter Mitarbeit von U. BOHN, G. HOFMANN, H. SCHLÜTER, L. SCHRÖDER, W. TÜRK & W. WESTHUS (2008): Potenzielle Natürliche Vegetation Thüringens. - Schriftenr. Thür. Landesanstalt für Umwelt u. Geologie Nr. 78. Das Heft enthält eine gedruckte Übersichtskarte im Maßstab 1 : 250.000 und ausführliche Erläuterungen zur Karte. Außerdem kann bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie gegen eine Schutzgebühr von 10,00 Euro eine CD-ROM mit dem Inhalt des Heftes sowie zusätzlich den Kartenblättern im Maßstab 1 : 50.000 mit Erläuterungen speziell für örtliche Planungen erworben werden. Bestellungen können an die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Göschwitzer Str. 41, 07745 Jena (poststelle{at}tlug.thueringen{punkt}de) gerichtet werden.

 

Abb 1 6 Pnv
Potentielle Natürliche Vegetation Thüringens. Schriftenreihe der TLUG

Biotopkartierungen

 

Seit August 1996 wird die landesweite Offenland-Biotopkartierung im Auftrag des TMLNU von der TLUG (Koordination) und zu Beginn auch von den Staatlichen Umweltämtern durchgeführt. Ende 2011 waren etwa 96,7 % der zu bearbeitenden Fläche kartiert, für 83,5 % lagen digitalisierte Ergebnisse vor.

Mit Beginn der Kartiersaison 2004 wurde die räumliche Vorgehensweise der Offenland-Biotopkartierung aufgrund der Vordringlichkeit der Natura 2000-Berichtspflichten umgestellt. Diese wurde vorrangig auch in noch nicht begonnenen Kreisen kartiert. Seit 2007 werden von der laufenden Geländekartierung Kartenblatt weise bearbeitet. Die Biotopkartierung wurde in allen bis 2010 noch nicht fertig gestellten Landkreisen, mit Ausnahme der Stadt Eisenach, fortgesetzt. Die Geländearbeit in den Kreis freien Städten Gera und Suhl sowie im Kyffhäuserkreis ist abgeschlossen worden. Die Aufbereitung der Geländedaten erfolgt kontinuierlich.

 

Offenland-Biotopkartierung Thüringen, Bearbeitungsstand Dezember 2011
Offenland-Biotopkartierung Thüringen, Bearbeitungsstand Dezember 2011

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