Prognose der Radonverfügbarkeit in Thüringen

Prognose der Radonverfügbarkeit in Thüringen
 

Radon und seine Wirkung

Für die Strahlenexposition des Menschen sind vor allem die beim Kernzerfall aus dem Radon entstehenden kurzlebigen Folgeprodukte von Bedeutung. Zu diesen radioaktiven Stoffen gehören das Polonium-218, das Blei-214 und Wismut-214. Sie können sich an feine Staubteilchen in der Luft anlagern. Wenn diese eingeatmet werden, führen sie zu einer Strahlenbelastung der Lunge und verursachen so etwa die Hälfte der Strahlenexposition durch natürliche Strahlenquellen.

Bei Radonkonzentrationen, wie sie unter den Bedingungen des Uranbergbaues auftreten, ist die Wirkung auf den Menschen durch eine Vielzahl von Studien untersucht worden (Bergarbeiterstudien). Soweit jedoch Radon in kleineren Konzentrationen außerhalb des Uranbergbaues vorliegt, z. B. in Wohnbebauungen, ist eine Abschätzung der Wirkung aus den Erfahrungen dieser Studien nur bedingt ableitbar. Im Bergbau kommen noch weitere Einflussfaktoren hinzu. Das sind Aufenthaltszeiten, die höhere Atemrate von Bergarbeitern, deren höhere Staubbelastung, eventuell auch der Einfluss anderer Stoffe mit toxischer Wirkung.
Bisher wurden verschiedene epidemiologische Studien mit dem Ziel durchgeführt, eine Beurteilung der gesundheitlichen Wirkung des Radons in Wohnbebauungen zu ermöglichen. Hierfür gibt es jedoch noch keine abschließenden und eindeutigen Ergebnisse. Auch in diesem Bereich gibt es Faktoren, wie das Rauchen oder die Luftverschmutzung, die die Wirkung des Radons überlagern können. Aufgrund dessen gibt es in Deutschland bisher noch keine gesetzlichen Regelungen zu Grenzwerten, jedoch orientierende Empfehlungen der Strahlenschutzkommission.

nat. Strahlenexposition Torte
Natürliche Strahlenexposition der Bevölkerung als mittlere effektive Dosis in Millisievert pro Jahr

Untersuchung in Thüringen

Ausgangspunkt der Untersuchungen ist der Gehalt an Uran im Boden. Dieser wurde mittels Spezialmessungen bei der Überfliegung weiter Gebiete Thüringens gewonnen. In einer ersten Näherung wurde die aus dem Radiumgehalt abgeleitete Radonkonzentration in der Bodenluft mit der Gasdurchlässigkeit des Bodens (pneumatische Permeabilität) verknüpft. Im zweiten Schritt wurde dieses Ergebnis mit den Einflussfaktoren
 

  • Niederschlagsintensität,
  • Klüftung des Gesteins im Umfeld tektonischer Störungen,
  • Mächtigkeit von Lockermaterial und
  • Einfluss des Geländereliefs

entsprechend ihrem Einfluss unterschiedlich gewichtet.

 

Das aus der modellhaften Vorstellung gewonnene Ergebnis ist in der Grafik dargestellt. Es zeigt die Einteilung Thüringens in verschiedene Kategorien des Radonangebotes (Klasse 1 - niedrig, Klasse 2 - mittel, Klasse 3 - hoch). Erwartungsgemäß konzentriert sich ein höheres Radonangebot aufgrund der vorhandenen geologischen Gegebenheiten im wesentlichen auf Teilgebiete des Thüringer Waldes und Ostthüringens.

Die vorgestellte Untersuchung zur Prognose der Radonverfügbarkeit in Thüringen wurde auf der Grundlage der hier vorhandenen geologischen und bodenphysikalischen Parameter erstellt. Es ist somit erstmals für Thüringen möglich, Radonverdachtsflächen zu benennen sowie eine Klassifizierung dieser Flächen auszuweisen.
Das Ergebnis stellt einen wichtigen ersten Ansatzpunkt für weitere Untersuchungen dar.

Quantifizierbare Rückschlüsse auf das geologische Radonangebot ist objektkonkret aus dieser Grundlagenstudie nicht ableitbar. Zu einer belastbaren Bewertung von Standorten sind die vielfältigen lokalen Einflussfaktoren (meteorologische und geologische Bedingungen) heranzuziehen.

Radonkarte Thüringen-Radonverdachtsgebiete

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