bergbaubedingte Umweltradioaktivität

Überwachung der bergbaubedingten Umweltradioaktivität in Ostthüringen

Jeder Bergbau und seine Hinterlassenschaften führen zu einer Beeinträchtigung der Umwelt, von der Natur und Mensch gleichermaßen betroffen sind. Insbesondere durch die mehr als 40jährige intensive Gewinnung und Verarbeitung von Uranerz in Sachsen und Thüringen kam es in den Bergbaugebieten zu einer Kontamination von Luft, Wasser und Boden und zu einer zusätzlichen Strahlenexposition der dort lebenden Bevölkerung.

Tagebau Sanierung vor 1997
Tagebau Ronneburg vor der Sanierung 1997
Tagebau Sanierung nach 2007
Tagebau Ronneburg nach der Sanierung 2007

Nach Einstellung des Uranerzbergbaus Ende 1990 wurden die umfassenden Sanierungsmaßnahmen mit dem Ziel begonnen, die Umweltbelastungen zu beseitigen bzw. auf ein zulässiges Maß zu mindern. Bergwerke wurden stillgelegt, Gruben geflutet, kontaminierte Gebäude und Anlagen demontiert und abgebaut, Halden und Schlammteiche saniert und Betriebs- und sonstige Flächen wieder nutzbar gemacht.
Da es auch bei diesen Tätigkeiten zu einer zeitweise erhöhten Freisetzung von radioaktiven Stoffen kommen kann, ist zum Schutz von Mensch und Umwelt eine konsequente Überwachung der Radioaktivität unabdingbar. Um den Ausgangszustand erfassen, die Sanierungsprozesse steuern und den Sanierungserfolg quantifizieren zu können, werden Luft, Wasser und Boden kontinuierlich vor, während und nach der Sanierung überwacht.

Der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landes, in Thüringen dem Thüringer Landesbergamt, ist vom Betreiber Wismut GmbH nachzuweisen, dass die im Rahmen von Genehmigungsverfahren erteilten, dem Sanierungsstand angepassten Auflagen, z. B. zulässige Höchstwerte für die Ableitung radioaktiver Stoffe mit den Abwässern und Abwettern, eingehalten werden.
In die in der REI-Bergbau festgelegten Messaufgaben teilen sich der Betreiber und eine vom Land bestimmte, unabhängige Messstelle. Mit der Wahrnehmung der Aufgaben der unabhängigen Messstelle wurde die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie vom Thüringer Landesbergamt beauftragt.

3 Gammaspektrometer
Messraum mit 3 Gamma-Spektrometern

Die Überwachung gliedert sich in die zwei Bereiche:

  • Emissionsüberwachung Die Emissionsüberwachung ist so durchzuführen, dass die Ableitungen radioaktiver Stoffe aus bergbaulichen Anlagen erfasst und die daraus resultierende Strahlenexposition ermittelt werden kann.
  • Immissionsüberwachung Die Immissionsüberwachung ist so auszulegen, dass die aus Ableitungen und Freisetzungen radioaktiver Stoffe resultierende Strahlenexposition der Bevölkerung unter Berücksichtigung des IST-Zustandes beurteilt werden kann.
     

Für die Durchführung der Emissionsüberwachung ist der Betreiber verantwortlich. Stichprobenartig werden die Betreibermessungen durch die unabhängige Messstelle kontrolliert.

Für die Immissionsüberwachung werden zwei Messprogramme aufgestellt, ein Programm für
den Betreiber und ein ergänzendes und kontrollierendes Programm, das die unabhängige Messstelle im Auftrag der zuständigen Landesbehörde durchführt. Dabei hat der Betreiber bevorzugt den Nahbereich der Umgebung und die Primärmedien (Luft, Wasser, Boden) und die unabhängige Messstelle die weitere Umgebung und jene Medien, die am Ende der ökologischen Kette stehen (landwirtschaftliche Produkte, Trinkwasser) zu überwachen. Darüber hinaus sind aus Gründen der Kontrolle und zum Vergleich ausgewählte Medien von beiden zu beproben und zu messen.

Die Überwachung erfolgt durch Messungen der Aktivitätskonzentrationen der maßgeblichen Radionuklide (bei Uran auch der Elementkonzentration). Bei der Emissionsüberwachung durch den Betreiber sind in begründeten Fällen, mit Zustimmung der zuständigen Landesbehörde, auch Abschätzungen zulässig. Zur Bewertung der radiologischen Auswirkungen von Ableitungen sind die notwendigen Daten zu den Ausbreitungsverhältnissen zu erfassen. Die Messungen gemäß REI-Bergbau sind sowohl vor Aufnahme einer bergbaulichen Tätigkeit (Vergleichsmaßstab für später Messungen) als auch während deren Durchführung vorzunehmen.

Radioaktivitätsmessungen finden in folgenden Umweltbereichen und für folgende
Expositionspfade (soweit relevant) statt:

❍ Luft
❍ Wasser
❍ Ernährungsketten
❍ Inhalation
❍ Ingestion

Hierfür sind die Wege der radioaktiven Stoffe von der Emission bis zu einer Strahlenexposition so zu berücksichtigen, dass relevante Expositionspfade erkennbar und im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses ermittelbar sind. Messungen sind besonders an Stellen, an denen sich bevorzugt radioaktive Stoffe anreichern können sowie an Referenzstandorten durchzuführen. Die zu überwachenden Radionuklide sind die relevanten Radionuklide der Uran- und Thoriumzerfallsreihe (nur wenn von Bedeutung). Die erforderlichen Nachweisgrenzen orientieren sich am Niveau der natürlichen Umweltradioaktivität und sind so festgelegt, dass für die Expositionspfade:

❍ Bodenstrahlung
❍ externe Gamma-Strahlung
❍ Inhalation (ohne Radon)
❍ Ingestion

jeweils eine Dosis von 100 µSv/a nachgewiesen werden kann.
Die Ergebnisse der Überwachung werden aufgezeichnet, in Jahresberichten zusammengestellt und 30 Jahre lang aufbewahrt. Die Berichte werden dem Bundesamt für Strahlenschutz übergeben und hier in den jährlichen Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung" der Bundesregierung an den Bundestag und den Bundesrat eingearbeitet. Die unabhängige Messstelle hat Messungen in den nachfolgend aufgeführten Umweltmedien abzusichern und dabei Verfahren und Methoden, welche die geforderten Nachweisgrenzen gewährleisten, zu benutzen.

Emissions- und Immissionsüberwachung
Größe: 317.5 kB

Das Messprogramm berücksichtigt dabei die ständigen Veränderungen der Situation infolge der fortschreitenden Sanierung und geht auf aktuelle Veränderung ein. So variieren sowohl die Anzahl als auch die zu überwachenden Messpunkte von Jahr zu Jahr. Allgemein ist zu beobachten, dass sich der Schwerpunkt der Überwachung von Messungen im Luftpfad in Richtung einer stärkeren Gewichtung des Wasserpfades verschiebt.
Obwohl nach wie vor Messungen im Bereich Luft und Boden (Radon, Radon-Zerfallsprodukte, Schwebstaub, Bodenoberfläche) durchgeführt werden, gewinnt vor allem der Bereich der Grundwasserüberwachung an Bedeutung.

Dies ist insofern verständlich, als dass mit Abschluss der Sanierungsarbeiten nennenswerte Strahlenexpositionen (von speziellen Einzelstandorten abgesehen) über den Luft- und Bodenpfad beseitigt sein werden, mögliche Einträge von Radioaktivität ins Wasser jedoch nur sehr langsam vonstatten und auch in der Folgezeit weitergehen werden.
Die Überwachung des Grundwassers und ausgewählter oberirdischer Gewässer wird deshalb noch Jahrzehnte notwendig sein.

Die zusammengefassten Messergebnisse werden im Umweltbericht des jeweiligen Jahres veröffentlicht.

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