Analytische Qualitätssicherung

Analytik 08

An die Erfassung von Schadstoffen im Spuren- und Ultraspurenbereich werden besondere Anforderungen hinsichtlich der Schnelligkeit der Ergebnisermittlung und der Richtigkeit und Präzision des Messergebnisses gestellt. Die Fragen der analytischen Qualitätssicherung sind somit für den Umweltanalytiker wesentlich. Die Qualitätssicherung im Labor muss alle Maßnahmen berücksichtigen, die Einfluss auf Richtigkeit, Präzision und Repräsentanz der Prüfergebnisse haben können. Von entsprechenden Qualitätssicherungsmaßnahmen sind deshalb alle Bereiche von der Probenahme über den analytischen Untersuchungsablauf bis zur Erstellung der Prüfberichte betroffen.

Die Durchsetzung eines gut funktionierenden Qualitätssicherungssystems führt zur konsequenten Er- und Einhaltung von hohen Qualitätsstandards und ist somit für die Arbeit im Laboratorium eine zwingende Notwendigkeit. Auch seitens der Auftraggeber erwartet man, dass im Bereich der Umweltanalytik die Qualitätssicherung auf einem hohen Niveau eingehalten wird. Die Einhaltung von Qualitätssicherungsmaßnahmen wird weiterhin nachweislich durch die Behörden im Rahmen von Zulassungs- und Akkreditierungsverfahren für private Laboratorien gefordert. Durch entsprechende Zulassungsverfahren wird die Kompetenz eines Laboratoriums für einen großen Bereich der Umweltüberwachung, wie Trinkwasserüberwachung, Immissionsschutz, Bodenschutz oder Abwasserüberwachung, geregelt. Eine wichtige Grundlage für das Zulassungs- und Akkreditierungswesen bildet dabei die Norm DIN EN 17025. Auch die staatlichen Laboratorien unterziehen sich einer gegenseitigen Qualitätskontrolle gemäss der "Verwaltungsvereinbarung über den Kompetenznachweis und die Notifizierung von Prüflaboratorien oder Messstellen im gesetzlich geregelten Umweltbereich". Die Kompetenz der Untersuchungsstelle wird im Rahmen einer Laborbegutachtung (Audit) geprüft, deren Ablauf gemäß LAWA-AQS-Merkblatt A-12 erfolgt und in drei Teile gegliedert ist:

  • Vorprüfung auf schriftlichem Weg,
  • Laborbegehung und
  • Abschlußgespräch und Bewertung.

Der Nachweis der Kompetenz erfolgt durch das entsprechende Zertifikat sowie die dazugehörigen Anlagen und das Protokoll der Laborauditierung, das nicht älter als 2 Jahre alt sein darf.

Die Abteilung Umweltanalytik/Umweltradioaktivität der TLUG Jena ist als Referenzlabor für alle Fragestellungen der anorganisch-chemischen, organisch-chemischen sowie biologisch-ökotoxikologischen Umweltanalytik der Thüringer Umweltverwaltung zuständig.

Zu den vorrangigen Aufgaben zählt die Beratung der Fachabteilungen und Fachbehörden des TMLNU sowie anderer Behörden, Strafverfolgungsbehörden und Gesundheitsbehörden des Freistaates Thüringen zu allen Problemen der Umweltanalytik, von der Probenahme über die Probenvorbehandlung und Analytik einschließlich der Auswahl und Entwicklung problemorientierter Analysenverfahren für spezielle Fragestellungen unter besonderer Berücksichtigung möglicher Matrixeinflüsse. Dazu gehören auch die regelmäßig zweimal im Jahr durchgeführten Schulungen für die unteren Wasser- und Abfallbehörden, die Feuerwehren und die Kriminalpolizei zur Probenahme und Vor-Ort-Aufklärung von Schadensereignissen sowie spezielle AQS-Seminare für staatliche, kommunale und privatwirtschaftliche Interessenten. Durch die Mitarbeit in bundesweiten Arbeitskreisen und Ausschüssen, die sich mit der Qualitätssicherung in der Umweltanalytik befassen, fließt das Fachwissen in bundesweite Qualitätssicherungsaktivitäten ein. Die Abteilung Umweltanalytik/Umweltradioaktivität führt darüber hinaus Spezialaufgaben der Fachabteilungen und Fachbehörden für den Bereich der Spuren- und Ultraspurenanalytik sowie der biologischen und ökotoxikologischen Analytik umweltrelevanter Stoffe durch.

Entsprechend des Auftrages der TLUG zur fachlichen Prüfung der Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung von Untersuchungsstellen (nach § 7 ThürAbfAG i.V.m. § 6 ThürDepEKVO sowie § 4 ThürAbwEKVO) wurden 3 auftragsbezogene Audits bzw. Audits bei Antragstellern durchgeführt. Mängel wurden hauptsächlich bei den laborinternen Qualitätssicherungsmaßnahmen festgestellt, vor allem fehlende bzw. mangelnde Führung von Kontrollkarten, schwer nachvollziehbare Kalibrationen, Verfahrenskenndaten und Bestimmungsgrenzen, Nichteinhalten der Zeiträume zwischen Probeneingang und Analyse.

Gemäss der "Verwaltungsvereinbarung über den Kompetenznachweis und die Notifizierung von Prüflaboratorien oder Messstellen im gesetzlich geregelten Umweltbereich" war die TLUG an der Auditierung des Umweltlabors des Landes Brandenburg, Bayern und Sachsen-Anhalt beteiligt, das Labor der TLUG selbst wurde im Februar 2002 durch die Länder Rheinland-Pfalz und Brandenburg erfolgreich auditiert. Am 14. und 15.12.2004 wurde das Labor der TLUG entsprechend des Fachmoduls "Wasser" durch Fachvertreter der Länder Brandenburg und Rheinland-Pfalz erfolgreich auditiert. Weitere Audits erfolgten am 10./11.07.2007 sowie am 04.05.05.2010.

Weiterführende Informationen

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen