Invasive Pflanzenarten in Thüringen

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Viele der als invasiv eingestuften Neophyten neigen zur Bildung von Dominanz-Beständen, durch welche die heimischen Arten verdrängt werden. Im Bild ist ein dichter Bestand der Kanadischen Goldrute im Nationalpark Hainich zu sehen (Aufn. H. Korsch)

In der Flora von Thüringen (Zündorf et al. 2006) werden 2.473 Arten der Farn- und Blütenpflanzen aufgeführt. Darunter befinden sich 170 eingebürgerte und 92 nur lokal eingebürgerte Neophyten (insgesamt 13,1%). Weitere 472 Arten wurden als nicht eingebürgerte Neophyten eingestuft.

Die 262 eingebürgerten Neophyten wurden erstmals im Jahr 2006 überprüft und 12 Arten selektiert (Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz 2006), die sich in Thüringen invasiv verhalten. 2016 wurde eine erneute Überprüfung durchgeführt, in deren Ergebnis jetzt 17 Blütenpflanzen als invasiv bewertet werden (Westhus et al. 2016). Bei Westhus et al. 2016 sind auch ausführliche Beschreibungen zu Herkunft und Ausbreitung der Arten, zur Gefährdung der heimatlichen Natur und mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung zu finden.

Folgende 17 Pflanzen wurden als invasiv eingestuft (Tabellenansicht hier klicken):

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name
Eschen-Ahorn Acer negundo
Orientalische Zackenschote Bunias orientalis
Drüsige Kugeldistel Echinops sphaerocephalus
Kanadische Wasserpest Elodea canadensis
Japanischer Staudenknöterich Fallopia japonica
Sachalin-Staudenknöterich Fallopia sachalinensis
Riesen-Bärenklau Heracleum mantegazzianum
Drüsiges Springkraut Impatiens glandulifera
Vielblättrige Lupine Lupinus polyphyllus
Gewöhnlicher Bocksdorn Lycium barbarum
Verschiedenblättriges Tausendblatt Myriophyllum heterophyllum
Schwarz-Kiefer Pinus nigra
Kanadische Pappel Populus x canadensis
Stein-Weichsel Prunus mahaleb
Robinie Robinia pseudoacacia
Kaukasus-Fetthenne Sedum spurium
Kanadische Goldrute Solidago canadensis

 


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Eschen-Ahorn, Acer negundo (Aufn. H. Korsch)

Eschen-Ahorn, Acer negundo

Wissenswertes
Aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen wird der Eschen-Ahorn sowohl an Straßenrändern als auch in der freien Landschaft viel gepflanzt. Vor allem in den größeren Flusstälern dringt er aber auch in die sowieso schon stark gefährdete naturnahe Vegetation der Auen ein und führt bei dieser zu erheblichen Veränderungen.

Maßnahmen
Als vorbeugende Maßnahme kommt dem Verzicht auf Pflanzung vor allem in Auen und deren Umfeld eine besondere Bedeutung zu. Da der Eschen-Ahorn bisher noch nicht flächendeckend verwildert ist, besteht die Chance durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Die Bekämpfung erfolgt durch Fällen der Altbäume. Es ist eine mehrjährige Nacharbeit einzuplanen, da nach dem Absägen oft Stockausschläge entstehen. Um den Stockausschlag zu verringern, kann (am besten im Sommer) die Methode des vollständigen Ringelns angewandt werden.


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Orientalische Zackenschote, Bunias orientalis (Aufn. H. Korsch)

Orientalische Zackenschote, Bunias orientalis

Wissenswertes
Die Orientalische Zackenschote dringt als invasiver Neophyt vor allem in Muschelkalk-Gebieten in Halbtrockenrasen vor und verdrängt hier schutzwürdige Pflanzenarten.

Maßnahmen
Die Orientalische Zackenschote besitzt eine gute Regenerationsfähigkeit. Aufmerksamkeit verdient besonders das Vorbeugen einer weiteren Verbreitung (Sorgfalt beim Transport von Mahdgut, Reinigung der Mähgeräte, Dämpfen von Erdmaterial mit Samen und Wurzelfragmenten). Bei Bedarf sollte eine Bekämpfung erfolgen, die auf eine Verhinderung der Samenbildung abzielen muss (mehr als zweimalige jährliche Mahd über einen längeren Zeitraum hinweg; Erstmahd mit Abschluss der Blüte vor Beginn der Samenreife, Folgemahd in der ersten Julihälfte. Einzelpflanzen oder kleinere Bestände können am effektivsten durch tiefes Ausstechen mit einem Unkrautstecher bekämpft werden, wobei eine Nachbearbeitung über mehrere Jahre erforderlich ist. Beweidung hat sich zur Bekämpfung nicht bewährt.


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Drüsige Kugeldistel, Echinops sphaerocephalus (Aufn. H. Korsch)

Drüsige Kugeldistel, Echinops sphaerocephalus

Wissenswertes
Die früher als Zier- und Bienenpflanze genutzte Drüsige Kugeldistel bildet in den wärmsten und trockensten Landesteilen Thüringens mancherorts große Bestände im Halbtrockenrasen.

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf Vorbeugungsmaßnahmen, d. h. auf der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung liegen (insbesondere Verhinderung absichtlicher Ausbringung). Eine mindestens zweimalige Mahd während der Vegetationsperiode zur Verhinderung der Samenbildung soll die Art zurückdrängen. Möglich ist auch ein gezieltes Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte.


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Kanadische Wasserpest, Elodea canadensis (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Wasserpest, Elodea canadensis

Wissenswertes
Den deutschen Namen Wasserpest verdankt die Art ihrer massiven Ausbreitung kurz nach der Einführung nach Europa im 19. Jahrhundert. Auch wenn die Auswirkungen heute nicht mehr ganz so stark sind, neigt sie noch immer zur Bildung von Dominanzbeständen, die kaum noch Raum für die heimischen Wasserpflanzen lassen.

Maßnahmen
Die Verbreitung der Kanadischen Wasserpest erfolgt vor allem über Wasservögel und das Abschwemmen von Pflanzenteilen. Eine Einschleppung ist aus diesem Grund fast nicht zu verhindern. Die Pflanzen können wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit oft nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden. Es ist deshalb genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung überhaupt Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Mechanische Bekämpfungen wie Abmähen haben nur eine begrenzte Wirkung. Selbst Herbizideinsatz bringt meist keinen Erfolg. Eine Beschattung des Gewässers durch angepflanzte Gehölze drängt die Wasserpest zwar zurück, hat aber auch erhebliche negative Auswirkungen auf die einheimischen Wasserpflanzen. Bei Vorkommen in Teichen lässt sich die Art durch ein winterliches Ablassen zurückdrängen.


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Japanischer Staudenknöterich, Fallopia japonica (Aufn. H. Korsch)

Japanischer Staudenknöterich, Fallopia japonica

Wissenswertes
Wenn sich der aus Ostasien stammende Japanische Staudenknöterich erst einmal etabliert hat, bildet er große und dichte Bestände aus, die fast keine anderen Pflanzen mehr zur Entwicklung kommen lassen.

Maßnahmen
Auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten sollte verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Große Aufmerksamkeit sollte auf die Vermeidung unbeabsichtigter Ausbringung gerichtet werden, weil die Arten häufig mit kontaminierter Erde, Baumaterial und -maschinen, Gartenabfällen usw. verbreitet werden. Da die Pflanzen wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden können, ist genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Zur Vorbeugung einer weiteren Ausbreitung sollten vorrangig Einzelbestände an Fließgewässersystemen, die ansonsten frei von Staudenknöterich sind, bekämpft werden. Der Energievorrat der Pflanze steckt vor allem in den bis zu zwei Metern tief liegenden Rhizomen. Deshalb kann die bloße Vernichtung oberirdischer Pflanzenteile nur langfristig zum Zurückdrängen führen (Mahd in den ersten zwei Jahren bis zu 12mal pro Jahr, ab dem dritten Jahr 4–6mal oder regelmäßige Beweidung; mit mehrjährigen Nacharbeiten muss gerechnet werden). Bei kleineren Beständen ist auch ein regelmäßiges Ausreißen der Sprosse über mehrere Jahre möglich.


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Sachalin-Staudenknöterich, Fallopia sachalinensis (Aufn. H. Korsch)

Sachalin-Staudenknöterich, Fallopia sachalinensis

Wissenswertes
Auch der Sachalin-Staudenknöterich entwickelt dichte Bestände, die aber im Gegensatz zum Japanischen Staudenknöterich bisher stärker auf die Gebirgslagen beschränkt bleiben.

Maßnahmen
Auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten sollte verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Große Aufmerksamkeit sollte auf die Vermeidung unbeabsichtigter Ausbringung gerichtet werden, weil die Arten häufig mit kontaminierter Erde, Baumaterial und -maschinen, Gartenabfällen usw. verbreitet werden. Da die Pflanzen wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden können, ist genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Zur Vorbeugung einer weiteren Ausbreitung sollten vorrangig Einzelbestände an Fließgewässersystemen, die ansonsten frei von Staudenknöterich sind, bekämpft werden. Der Energievorrat der Pflanze steckt vor allem in den bis zu zwei Metern tief liegenden Rhizomen. Deshalb kann die bloße Vernichtung oberirdischer Pflanzenteile nur langfristig zum Zurückdrängen führen (Mahd in den ersten zwei Jahren bis zu 12mal pro Jahr, ab dem dritten Jahr 4–6mal oder regelmäßige Beweidung; mit mehrjährigen Nacharbeiten muss gerechnet werden). Bei kleineren Beständen ist auch ein regelmäßiges Ausreißen der Sprosse über mehrere Jahre möglich.


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Riesen-Bärenklau, Heracleum mantegazzianum (Aufn. H. Wenzel)

Riesen-Bärenklau, Heracleum mantegazzianum

Wissenswertes
Neben der Verdrängung heimischer Pflanzen kommt beim Riesen-Bärenklau auch noch die Gefährdung der Gesundheit des Menschen hinzu. Seine Bekämpfung ist deshalb sehr aufwendig und bedarf eines langen Atems, weil die tausenden von Samen, die jedes Exemplar bildet, noch jahrelang keimfähig bleiben.

Maßnahmen
Vorsorglich sollte eine Information der Öffentlichkeit erfolgen, weil der Riesen-Bärenklau immer noch in Gärten gepflanzt und auch in der freien Natur ausgebracht wird. Weiterhin sollte die Verbreitung von Diasporen durch verseuchten Boden vermieden werden. Ziel der Bekämpfung muss es sein, das Blühen und Fruchten der Pflanzen zu verhindern. Außerdem ist unbedingt eine Nachbearbeitung bzw. Kontrolle nach der Maßnahme sicherzustellen, und zwar so lange, bis keine neuen Keimlinge mehr auflaufen. Einzelpflanzen oder kleine Bestände können im Frühjahr (spätestens Mitte April) oder im Herbst (Oktober bis Anfang November) durch Abstechen der Wurzel etwa 15 cm unterhalb der Erdoberfläche abgetötet werden. Bei gründlichem Arbeiten sind zur Verhinderung der Samenbildung das Abschneiden der Samenstände vor der Samenreife und ihre Entsorgung sehr effektiv. Bei einer Nachkontrolle müssen die Notblüten entfernt werden. Größere Dominanzbestände können mit Fräsen oder Pflügen im Frühjahr und dem Herausziehen der gelockerten Pflanzen bekämpft werden. Häufige Mahd (zu Beginn oder während der Blüte), aber auch Beweidung, die früh im Jahr, wenn die Pflanzen noch klein sind, beginnt, kann die Art so schwächen, dass sie im Lauf der Zeit verschwindet.


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Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera (Aufn. H. Korsch)

Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera

Wissenswertes
Die hübschen Blüten dieser auch Bauernorchidee genannten Pflanzen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Massenbestände vor allem entlang der Flüsse die heimische Pflanzenwelt verdrängen und auch zu einer erhöhten Erosionsanfälligkeit der Ufer führen.

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf Vorbeugungsmaßnahmen liegen (Verhinderung der absichtlichen Ausbringung, insbesondere in gewässernahen Gärten, Vorsicht bei Erdtransporten). Vor der Ergreifung von Bekämpfungsmaßnahmen sind gründliche Abwägungen erforderlich, da das Verdrängungspotential der Art überschätzt wird. Erste, noch kleine Bestände am Oberlauf von Gewässern sollten unbedingt entfernt werden, bevor das Springkraut durch den Samentransport flussabwärts ein ganzes Tal besiedelt. Als erfolgversprechende Bekämpfungsmaßnahme hat sich bodennahes Mähen (unterhalb des ersten Knotens) vor der Blüte oder zwischen Blüte und Samenreife (Ende Juli bis Anfang August) erwiesen (über zwei Jahre). Bei kleinen Beständen ist manuelles Ausreißen möglich.


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Vielblättrige Lupine, Lupinus polyphyllus (Aufn. H. Korsch)

Vielblättrige Lupine, Lupinus polyphyllus

Wissenswertes
Die blauen Blüten der Vielblättrigen Lupine bereichern durchaus die Farbenpracht unserer Bergwiesen. Durch die Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien trägt die im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführte Pflanze jedoch zur Eutrophierung ihres Standortes und damit zum Verschwinden konkurrenzschwacher Arten bei.

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Unterlassen der Ausbringung) liegen. Da Bekämpfungsmaßnahmen aufwändig sind, sollten sie auf besonders schutzwürdige Bereiche konzentriert werden, in denen der Bestandsanteil der Lupine noch unter 50% liegt. Die Zurückdrängung der Art sollte bevorzugt durch mindestens zweimalige Mahd (vor der Blüte und acht Wochen später) über 3–5 Jahre oder mehrmalige Beweidung deutlich vor der Zeit des Fruchtens Mitte Juli erfolgen. Die Lupine geht aber oft nur sehr langsam zurück, so dass zusätzlich ein gezieltes Ausstechen empfehlenswert sein kann.


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Gewöhnlicher Bocksdorn, Lycium barbarum (Aufn. H. Korsch)

Gewöhnlicher Bocksdorn, Lycium barbarum

Wissenswertes
Vor allem an felsigen Steilhängen warmer Lagen mit ihrer besonderen Pflanzenwelt stellt der Bocksdorn ein Problem dar. Die Art bildet über Wurzelsprosse dichte Bestände, in welchen sich nur wenige andere Pflanzen halten können.

Maßnahmen
Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist ein Verzicht auf Pflanzung im Umfeld schutzwürdiger Felsen und Trockenrasen. Da sich der Strauch sehr kräftig über Wurzelbrut vermehrt, ist nach einem Rückschnitt oder dem Abbrennen oberirdischer Biomasse mit einem verstärkten Ausschlagen zu rechnen. Selbst eine Bekämpfung durch mehrmaligen Rückschnitt und nachfolgende Herbizid-Behandlung mit Garlon 4 hat keinen dauerhaften Erfolg gebracht.


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Verschiedenblättriges Tausendblatt, Myriophyllum heterophyllum (Aufn. H. Korsch)

Verschiedenblättriges Tausendblatt, Myriophyllum heterophyllum

Wissenswertes
In Thüringen ist das Verschiedenblättrige Tausendblatt bisher nur an wenigen Stellen vorhanden. Die von ihm besiedelten Gewässer werden allerdings weitgehend ausgefüllt, so dass es zu einer massiven Verdrängung anderer Arten kommt.

Maßnahmen
Die Verbreitung des Verschiedenblättrigen Tausendblattes erfolgt wohl vor allem durch Einbringung der Pflanzen durch den Menschen. Wichtigste Maßnahme ist deshalb die vorbeugende Aufklärung. Sinnvoll wäre ein Besitz- und Vermarktungsverbot. Die Beschattung des Gewässers durch angepflanzte Gehölze drängt das Tausendblatt zwar zurück, hat aber auch erhebliche negative Auswirkungen auf die einheimischen Wasserpflanzen. Die Art kann wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit im Wasser nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden. Mechanische Maßnahmen wie Abmähen haben nur eine begrenzte Wirkung. Da sich die Vorkommen meist in Teichen befinden, wäre zu prüfen, ob sich die Art durch ein sommerliches Ablassen und anschließende Bodenbearbeitung zurückdrängen lässt. Die bisher sehr geringe Zahl an besiedelten Gewässern rechtfertigt auch einen größeren Aufwand zur Beseitigung der Vorkommen.


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Schwarz-Kiefer, Pinus nigra (Aufn. H. Wenzel)

Schwarz-Kiefer, Pinus nigra

Wissenswertes
Die aus Südosteuropa stammende Schwarz-Kiefer wurde vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den steilen, damals weitgehend gehölzfreien Muschelkalkhängen angepflanzt. Durch die Absonderung von wachstumshemmenden Substanzen führt die dicke Schicht abgefallener Nadeln zur Unterdrückung von Arten der Krautschicht.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte eine Anpflanzung der Schwarz-Kiefer auf und in der Nähe von schutzwürdigen Xerothermstandorten unterbleiben. Eine Bekämpfung alter Schwarz-Kiefern-Bestände sollte nur erfolgen, wenn noch Aussicht auf eine Regeneration des Xerothermrasens besteht oder wenn durch Samenanflug von älteren Bäumen eine Ausbreitung in wertvolle angrenzende Lebensräume zu erwarten ist (z. B. an Oberhangkanten). Dagegen ist die Entfernung von Schwarz-Kiefern-Anflug aus schutzwürdigen Magerrasen sehr sinnvoll (Jungpflanzen: Ausreißen oder Freischneider, Bäume: Fällung vorzugsweise in Herbst / Winter oder Ringelung in Brusthöhe).


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Kanadische Pappel, Populus x canadensis (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Pappel, Populus x canadensis

Wissenswertes
Als schnell wachsendes Gehölz erfreute sich die Kanadische Pappel vor allem im Rahmen des Flurholzanbaues zu DDR-Zeiten einer großen Beliebtheit. Dadurch sind ihre flugfähigen Samen jetzt in unserer Landschaft fast allgegenwärtig und die daraus keimenden Pflanzen besetzen die ökologische Nische der heimischen Schwarz-Pappel und einiger Weiden-Arten.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte besonders in der Umgebung natürlicher Vorkommen der Schwarz-Pappel auf den Anbau der Kanadischen Pappel verzichtet und bestehende Pappelforste entfernt werden. Mittel- bis langfristig ist eine behutsame Umwandlung von Pappelforsten in naturnahe Wälder anzustreben. Zur Bekämpfung wird eine Fällung mit regelmäßigem Rückschnitt der Stockausschläge empfohlen.


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Stein-Weichsel, Prunus mahaleb (Aufn. H. Korsch)

Stein-Weichsel, Prunus mahaleb

Wissenswertes
Die Stein-Weichsel wird im Obstbau häufig als Veredlungsunterlage für Steinobst verwendet. In den wärmeren Lagen wie dem Thüringer Becken verwildert sie aber auch ganz leicht. Die kleinen Kirschen werden von Vögeln gefressen und ihre Kerne auf diese Weise weit verbreitet.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte auf die Anpflanzung der Stein-Weichsel in Flurgehölzen verzichtet werden, in deren Umfeld sich Xerothermrasen befinden. Zur Bekämpfung liegen nur wenige Erfahrungen vor. Wirksam ist wahrscheinlich eine Fällung mit anschließendem häufigem Rückschnitt der Stockausschläge.


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Robinie, Robinia pseudoacacia (Aufn. W. Westhus)

Robinie, Robinia pseudoacacia

Wissenswertes
Zwar sind die Bestände der Robinie relativ locker, doch führt die Stickstofffixierung dieses Schmetterlingsblütengewächses zu einer Nährstoffanreicherung im Boden und dadurch zu einer erheblichen Veränderung des Artenbestandes.

Maßnahmen
Als vorbeugende Maßnahme kommt dem Verzicht auf Pflanzung in der näheren Umgebung schutzwürdiger Trockenrasen eine besondere Bedeutung zu (Sicherheitsabstand von mindestens 500 m). Nur selten ist es sinnvoll, alte und dichte Robinienbestände zu entfernen. Vielmehr sollten Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen, wenn noch weitgehend intakte schutzwürdige Trockenrasen durch beginnende Robinienbesiedlung bedroht sind oder in direkter Nähe von Robinien liegen. Mittel für eine mehrjährige Nacharbeit sind einzuplanen, da die Stockausschläge, die nach dem Absägen der Bäume entstehen, oft dichter sind als die ursprünglichen Bestände. Um den Stockausschlag zu unterdrücken, kann im Winter die Methode des unvollständigen Ringelns angewandt werden (mit der Motorsäge wird die Rinde etwa in Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg von einem Zehntel des Umfangs entfernt). Im Folgejahr wird Mitte Juni die Restbrücke inklusiv Kallus entfernt. Eine Wiederholung erfolgt bis zum vollständigen Absterben, dann werden die Stämme entnommen. Zielführend kann des Weiteren das Abholzen der Stämme mit anschließender Abdeckung mit schwarzer PVC-Folie sein. Auch die Rodung wurde auf leichten Böden erfolgreich angewendet. Das gerodete Pflanzenmaterial muss von der Fläche transportiert werden. Auch hier ist im Folgejahr auf Austriebe aus Wurzelfragmenten zu achten.


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Kaukasus-Fetthenne, Sedum spurium (Aufn. H. Korsch)

Kaukasus-Fetthenne, Sedum spurium

Wissenswertes
Die Kaukasus-Fetthenne ist eine beliebte Steingartenpflanze. Von nahegelegenen Gärten oder aber durch gedankenlose Entsorgung von Gartenabfällen gelangt sie häufig auf naturnahe Felsen. Dort werden dann konkurrenzschwache, auf offene Stellen angewiesene heimische Arten verdrängt.

Maßnahmen
Zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen zählt die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Verzicht der Anpflanzung in Gärten und auf Friedhöfen in der Umgebung naturnaher Felsen, Sorgfalt beim Umgang mit Gartenabfällen). Wegen der großen Regenerationsfähigkeit sind Fetthennen schwierig zu bekämpfen. Es ist daher sorgfältig zu prüfen, in welchen Fällen Maßnahmen notwendig und erfolgversprechend sind. Zur Bekämpfung der Kaukasus-Fetthenne muss in der Regel der gesamte Boden mit handgeführten Gartengeräten abgetragen werden. Anschließend sind eine Kontrolle der näheren Umgebung und die Entfernung aufkommender Pflanzen meist über mehrere Jahre notwendig. Selbst eine Herbizid-Anwendung führt wegen der hohen Resistenz der Art nicht zum Erfolg.


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Kanadische Goldrute, Solidago canadensis (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Goldrute, Solidago canadensis

Wissenswertes
Die aus Nordamerika stammenden Goldruten bilden sowohl in unseren Auen als auch auf sogenannten Ruderalflächen dichte Bestände. Nur wenige heimische Arten können sich dort dann noch behaupten.

Maßnahmen
Zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen zählt die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Verzicht der Ausbringung und Anpflanzung in Gärten, Sorgfalt beim Umgang mit Gartenabfällen und bei Erdtransporten). Wegen der großen Regenerationsfähigkeit ist die Goldrute schwierig zu bekämpfen. Es ist daher sorgfältig zu prüfen, in welchen Fällen Maßnahmen notwendig und erfolgversprechend sind. Bei der Bekämpfung muss einerseits die Samenbildung unterdrückt werden, um Ausbreitung und weitere Keimung in der Fläche zu verhindern. Andererseits kann der vorhandene Bestand nur zurückgedrängt werden, indem man das Rhizom schwächt bzw. zerstört. Empfohlen wird eine zweimalige Mahd im Mai und August (vor der Blüte) mit tiefem Schnitt über mehrere Jahre hinweg. Wenn die Goldrute dann zurückgedrängt ist, kann auf einen Spätschnitt reduziert werden. Auch über ein erfolgreiches Abdecken der Flächen mit schwarzer UV-undurchlässiger Folie nach dem ersten Schnitt und Entfernung der Rhizome Anfang Oktober wurde berichtet. Kleinere Vorkommen können durch Ausgraben oder wiederholtes Ausreißen der Stängel (bei feuchter Witterung kurz vor der Blüte) bekämpft werden. Die Stängel reißen dann nicht ab, so dass ein Teil des Rhizoms mit entfernt wird.

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