18.10.2013 10:28 Uhr

Chemikalienüberwachung

Chemikalienüberwachung3

Aufgrund ihrer negativen gesundheitlichen Wirkung wurden in den letzten Jahren eine Reihe von chemischen Substanzen aus dem Leben der Menschen vollständig verbannt bzw. für bestimmte Einsatzgebiete verboten, so zum Beispiel DDT (Insektizid), Asbest oder Pentachlorphenol (Holzschutzmittel). Da man jedoch nicht alle Chemikalien unter dem Aspekt einer gesundheitlichen Vorsorge verbieten kann, ist es erforderlich das Inverkehrbringen neuer Stoffe zu überwachen. Diese Aufgabe wird zentral durch die  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Zusammenarbeit mit den Überwachungsbehörden der einzelnen Ländern in Deutschland abgesichert. Neben der Kontrolle des Inverkehrbringens der neuen Chemikalien ist die Überwachung der Umweltsituation bezüglich dieser Chemikalien eine wichtige Aufgabe. Durchgeführte Untersuchungen beinhalten auch alle Umweltbereiche, wie Wasser, Boden oder die Luft.

In den Mittelpunkt der Überwachung sind in den letzten Jahren die POP's gerückt. Persistente organische Schadstoffe (engl. Persistent Organic Pollutants) sind chemische Substanzen, die nach ihrer Freisetzung lange in der Umwelt verbleiben, über Nahrungsketten, insbesondere im Fettgewebe stark akkumulieren und so schließlich Konzentrationen erreichen, welche schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben können. Durch die Umsetzung des Stockholmer Übereinkommens (globales Abkommen zur Beendigung oder Einschränkung der Produktion, Verwendung und Freisetzung von POP's) verpflichten sich die Vertragsparteien durch geeignete Maßnahmen, die Freisetzung solcher Stoffe in die Umwelt zu unterbinden oder zumindest so weit, wie mit vertretbarem Aufwand technisch möglich, zu reduzieren.

Im Zuge des Gesetzes zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (engl. Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals kurz: REACH) werden in Europa neue Grundsätze im Umgang mit Chemikalien vorgegeben. Das Ziel der EU-Kommission ist es, Mensch und Umwelt noch besser vor möglichen Risiken beim Umgang mit Chemikalien zu schützen. Hierbei kommt den Chemikalienherstellern und -importeuren mehr Verantwortung bei der Zulassung und bei der Bewertung der von ihnen angebotenen Stoffe und Produkte zu. Einen Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit stellt darüber hinaus die schnellere und effizientere Bewertung von Altstoffen (Stoffe, die vor Einführung des Chemikaliengesetzes auf dem Markt waren) dar, für die es zur Zeit noch unzureichende Informationen bezüglich ihrer Wirkungen auf Mensch und Umwelt gibt.

 Neue Kennzeichnung von Chemikalien durch EG-GHS-Verordnung
Am 16.12.2008 hat das Europäische Parlament die EG-GHS-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen verabschiedet, auch CLP-Verordnung genannt. Damit ist die neue Kennzeichnung von Chemikalien beschlossene Sache.  Weitere Informationen finden Sie  hier...
 

Weiterführende Informationen

GSBL
Gemeinsamer Stoffdatenpool Bund/Länder

IGS
Informationssystem für gefährliche Stoffe

UBA-Leitfaden zur Anwendung der GHS-Verordnung