Hochwasser managen

Aufgrund der zahlreichen extremen Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren in Deutschland und europaweit haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat am 23. Oktober 2007 eine Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie - HWRM-RL) verabschiedet. Ziel der Richtlinie ist die Verdeutlichung der Hochwasserrisiken und die Verbesserung der Hochwasservorsorge und des Risikomanagements, damit hochwasserbedingte Schäden der menschlichen Gesundheit, der Umwelt, des Kulturerbes und der Wirtschaft verringert werden. Die Umsetzung der Richtlinie erfolgt durch zahlreiche bereits bestehende und bewährte, aber auch neue Elemente. Aus Hochwasserschutz wird nun Hochwasserrisikomanagement.

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HANDLUNGSBEREICHE IM HOCHWASSERRISIKOMANAGEMENT

In Thüringen wird es ab 2015 das Landesprogramm Hochwasserschutz geben, welches die Belange der HWRM-RL aufnimmt, die bestehenden Hochwasserrisiken aufzeigt und Maßnahmen zu deren Verringerung identifiziert. Es befindet sich derzeit in der Aufstellung und enthält u. a. Aussagen zu den folgenden Handlungsbereichen des Hochwasserrisikomanagements:

Flächenvorsorge
Die Schäden durch Hochwasser können deutlich minimiert werden, in dem in den Hochwasserrisikogebieten dafür Sorge getragen wird, dass nicht mit dem Schutzzweck vereinbare Flächennutzungen zurücktreten oder nur maßvoll erfolgen, z. B. eine Bebauung vermieden wird. Dieses kann beispielsweise durch geeignete regional- und bauleitplanerische Maßnahmen oder durch Nutzungsbeschränkungen der Flächen im Zuge der Ausweisung von Überschwemmungsgebieten, welche mit bestimmten Auflagen für die Flächennutzung verbunden sind, erreicht werden.

Natürlicher Wasserrückhalt
Wirksamer Hochwasserschutz erfolgt durch Wasserrückhalt im gesamten Einzugsgebiet, in den Auen und in den Gewässern selbst. Ziel des natürlichen Wasserrückhalts ist es, die natürlichen Überflutungsräume zu erhalten und Flächen zur unschädlichen Ausbreitung des Hochwassers bereit zu halten oder durch geeignete Maßnahmen Rückhalteflächen wieder zurück zu gewinnen.

Technischer Hochwasserschutz
Es wird immer Hochwasserereignisse geben, die unsere Flüsse über die Ufer treten lassen. Siedlungen und Gewerbeflächen müssen daher gegen Hochwasser geschützt werden. Dort wo naturnaher Hochwasserschutz nicht möglich oder nicht ausreichend ist, können technische Hochwasserschutzanlagen eingesetzt werden. Dazu zählen Stauanlagen, Dämme, Deiche, Hochwasserschutzmauern und mobiler Hochwasserschutz. Vorhandene technische Hochwasserschutzanlagen müssen kontinuierlich hinsichtlich des technischen Zustandes und der Leistungsfähigkeit überprüft und ggf. saniert bzw. angepasst werden.

Bauvorsorge
Die Bauvorsorge umfasst u. a. das hochwasserangepasste Planen und Bauen. Durch eine geeignete Berücksichtigung der Hochwassergefährdung bereits in der Bauleitplanung oder bei der Erteilung von Baugenehmigungen können Schäden vermieden werden.

Risikovorsorge
Die Risikovorsorge ist die Absicherung durch private Rücklagen und durch das Abschließen von Elementarschadensversicherungen.

Informations- und Verhaltensvorsorge
Basis der Informations- und Verhaltensvorsorge ist das hydrologische Messnetz zur Ermittlung von Abflussdaten einschließlich ihrer statistischen Auswertung. Die Informations- und Verhaltensvorsorge umfasst den Hochwasserwarn- und -meldedienst und die Aufklärung der betroffenen Bevölkerung über die Hochwasserrisiken sowie über Vorbereitungsmaßnahmen für den Hochwasserfall.

Vorhaltung und Vorbereitung der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes
Um im Ereignisfall den Betroffenen schnell und effektiv helfen zu können und deren Leben, Vermögenswerte und die Umwelt bestmöglich zu schützen sind personelle und materielle Ressourcen vorzuhalten. Für ein schnelles und richtiges Eingreifen im Gefahrenfall und das reibungslose Zusammenwirken der beteiligten  Einsatzkräfte werden Alarm- und Einsatzpläne erstellt. Um im Ernstfall zielgerichtet und zügig zu reagieren, werden regelmäßig Übungen durchgeführt.

Hochwasserbewältigung und Regeneration
Im Hochwasserfall ist die akute Bedrohung zu verringern oder zu vermeiden, um die Schäden so gering wie möglich zu halten. Dabei sind sowohl die staatlichen Stellen als auch jeder Bürger selbst gefordert, aktiv an der Bewältigung mitzuwirken. Sie besteht zunächst aus der Abwehr der Hochwasserwirkungen und der Hilfe für die Betroffenen, bis nach dem Ereignis dann die Aufbauhilfe und der Wiederaufbau einsetzen. Das Hochwasserereignis selbst und der Umgang mit dem Hochwasserereignis werden im Nachgang ausgewertet und die Erfahrungen und Schlussfolgerungen werden für die Optimierung des Hochwasserrisikomanagements aufgenommen.

 

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