Medieninformation

Vor 70 Jahren: März-Hochwasser 1947

Zwischen dem 5. und 25. März 1947, waren Teile Thüringens von Überschwemmungen betroffen, die vor allem in Mittelthüringen katastrophale Ausmaße annahmen.

Nach einem kalten, schneereichen Winter hatte um den 3./4. März Tauwetter eingesetzt und bald darauf traten kleinere Fließgewässer über die Ufer. Standen zunächst nur wenige Wiesen- und Ackerflächen unter Wasser, spitzte sich die Lage in den folgenden Tagen aufgrund ergiebiger Regenfälle zu.

Hochwassermarkierungen an Häusern und Brücken, meist datiert auf Mitte März 1947, künden noch heute von den Überflutungen. Viele Thüringer Ortschaften, darunter Dörfer in den damaligen Landkreisen Langensalza, Weißensee und Weimar, meldeten den Ausnahmezustand. Wenig später waren auch an größeren Flüssen Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten sowie Angehörige der sowjetischen Streitkräfte im Einsatz, um Menschen und Tiere zu evakuieren. Zudem mussten sie zusammen mit den Anwohnern Deiche sichern und an Wehren, Stegen und Brücken einen freien Wasserabfluss gewährleisten.

Dabei bereitete vor allem der starke Eisgang Probleme. Nicht immer gelang es, die in sich verkeilten Eisschollen vor den Brücken zu lösen und es kam zum Rückstau bzw. Einsturz der Bauwerke.

Nachdem sich die Hochwasserlage in Thüringen um den 25. März 1947 entspannt hatte, wurde mit den Aufräumarbeiten und der Schadenermittlung begonnen. Örtlich fiel die Verlustbilanz katastrophal aus. Laut einer amtlichen Auswertung, die dem Thüringer Landtag schon im Mai 1947 vorlag, belief sich der Gesamtschaden in Thüringen auf über 8,2 Millionen Mark.

Äußerst hohe Verluste musste man beispielsweise in den Landkreisen Weimar und Weißensee feststellen. Hier waren insgesamt rund 6.500 Hektar Wiesen- und Ackerflächen überschwemmt sowie 37 Wohnhäuser völlig und über 350 Wohnhäuser teilweise zerstört worden.

Um auf derartige Naturereignisse in Zukunft besser vorbereitet zu sein, wurden der Thüringer Landesregierung Vorschläge zur Hochwasservorsorge unterbreitet. Zu nennen sind u. a. Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserwarn- und Meldedienstes, der Gewässerunterhaltung und der Bauvorsorge.

Heute, 70 Jahre nach dem Katastrophenhochwasser, haben viele Forderungen von 1947 nichts an Aktualität verloren. Hochwasservorsorge war und ist eine wichtige Aufgabe. Hierzu gehören nicht zuletzt die Bereiche Technischer Hochwasserschutz, Hochwasserwarn- und Meldedienst sowie private Vorsorge.

Für Bürgerinnen und Bürger, die in potentiell überschwemmungsgefährdeten Gebieten leben, heißt das zum Beispiel, im Haus oder auf dem Grundstück rechtzeitig Maßnahmen der Bauvorsorge zu ergreifen.

Im Mai dieses Jahres erscheint im Rahmen der TLUG-Schriftenreihe eine Publikation zum Thema „Hochwasser in Thüringen - Ursachen, Verlauf und Schäden extremer Abflussereignisse (1500 - 2015)“, in der u. a. ausführlich das März-Hochwasser 1947 und dessen Folgen beschrieben wurde. Es ist der dritte Band zum Thema Hochwasser nach den Neuerscheinungen „Hochwasserabflüsse in Thüringen“ und „Hochwasser in Thüringen - Texte, Karten und Bilddokumente (1500 - 2013).

Neben allgemeinen Ausführungen zum Thema enthält die TLUG-Publikation eine Listung von rund 60 größeren Hochwasserereignissen in Thüringen aus den letzten fünf Jahrhunderten. Im Hauptteil finden sich nähere Beschreibungen zu 15 ausgewählten Extremhochwassern der Vergangenheit. Zahlreiche Dokumente und Abbildungen werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

27.03.2017

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Mhw47

 

 

 

 

Überschwemmung in Erfurt im März 1947
Foto: © Dr. Mathias Deutsch

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