Medieninformation

Luchsnachwuchs in Thüringen erstmals sicher belegt
Junge Luchsin bringt die Rekordzahl von fünf Jungtieren im Freiland zur Welt

Ein Luchsweibchen hat im Mai dieses Jahres bei Bockelnhagen fünf Jungtiere zur Welt gebracht. Es trägt einen Halsbandsender, der zweimal täglich den Aufenthaltsort des Tieres per Satellitenkontakt ermittelt.

Die Daten werden an den Nationalpark Harz gesendet, dessen Mitarbeiter Anfang April 2014 die damals einjährige Luchsin mit dem Gerät ausstatteten und bei Altenau wieder in die Freiheit entließen. Seither trägt die Luchsin die Bezeichnung „F5“. Es war möglicherweise der Druck, den die eigenen Artgenossen auf F5 ausübten, der dazu führte, dass das Weibchen das Mittelgebirge kurz darauf verließ. Einen Sommer lang wechselte die junge Luchsin immer wieder über die thüringisch-niedersächsischen Grenze, bis sie sich schließlich in den Wäldern rund um Bockelnhagen niederließ.

Seit Anfang Mai dieses Jahres kamen die Signale des Tieres nur noch von einem einzigen Ort. Sehr schnell entstand daher der Verdacht, dass F5 Mutter geworden war. Zwar hatte es in den vergangenen Jahren auch immer wieder einmal Sichtungen von einer Luchsin und ihren bereits älteren Jungtieren im thüringischen Teil des Harzes gegeben, den Geburtsort eines solchen Wurfes zu identifizieren, gelang allerdings bislang nie. Nach schneller Abstimmung mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Thüringen Forst und dem privaten Forstbetrieb der Familie Eberl, in dem sich F5 aufhielt, stellte die zuständige Jagdbehörde des Landkreises Eichsfeld daher die Genehmigung aus, die möglicherweise vorhandenen Jungluchse zu untersuchen und zu markieren.

Was die Forstleute und Nationalparkmitarbeiter schließlich unter einem großen Haufen gelagerten Holzes fanden, verschlug ihnen kurz die Sprache. In einem Hohlraum zwischen den Stämmen drängten sich gleich fünf kleine Jungluchse zusammen. Ein Wurf in dieser Größenordnung war bis dahin im Freiland noch nie beschrieben worden. Alle Geschwister wurden gewogen, vermessen und mit einem etwa reiskorngroßen Chiptransponder unter der Haut markiert. Ein paar Haare und Speichelproben dienten dazu, den genetischen Fingerabdruck des Luchsnachwuchses zu erfassen.

Bereits wenige Minuten nach der Prozedur nahm F5 ihren Nachwuchs wieder an. Sie begann allerdings sofort damit, mit den Jungluchsen in ein sicheres Versteck in der Nähe umzuziehen.

Mittlerweile sind die Jungtiere bereits so groß, dass sie ihrer Mutter folgen können. Noch bis zum nächsten Frühjahr werden sie mit dieser umherziehen. Mit etwas Glück wird sich danach der Verbleib des einen oder anderen Geschwisters anhand der Markierung oder der Genetik nachvollziehen lassen.

18.09.2015

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

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Foto:
(c) Ole Anders
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