Medieninformation

Der Star - Vogel des Jahres 2018
Erste Stare inspizieren Nistkästen in der Vogelschutzwarte Seebach

Bereits ab Mitte Februar kehren die Thüringer Stare in ihre Brutreviere zurück. Die bei uns brütenden Stare sind vorrangig Mittelstreckenzieher, die im Mittelmeerraum, im atlantischen Westeuropa oder in Süddeutschland überwintern. Nur vereinzelt bleiben Stare das ganze Jahr über in Thüringen.

Obwohl die Stare sicherlich von dem Kälteeinbruch Ende Februar etwas überrascht waren, begannen sie bereits ihre Nistkästen in der Burg der Vogelschutzwarte zu inspizieren. Derzeit halten sich etwa 20 Stare vorrangig an den zahlreichen Futterstationen im Vogelschutzpark auf, um bei steigenden Temperaturen, schönem Sonnenschein und längeren Tagen so langsam ihr Revier abzustecken und erste Paarbindungen zu pflegen.

Stare sind eher untreu, schließen sie doch nur für eine Brutsaison einen Ehevertrag ab. Häufig gehen die Starenmännchen aber fremd und verpaaren sich gleich mit mehreren Weibchen. Dieses Verhalten ist durchaus üblich in der Vogelwelt, denn es gilt, das Erbgut so gut es geht an zahlreiche Nachkommen weiterzugeben.

In der Wasserburg befinden sich 46 Dohlen-Nistkästen, 3 Schleiereulen-Nistkästen, 1 Turmfalken-Nistkasten, 14 Mauersegler-Nistkästen und 18 Staren-Nistkästen sowie zahlreiche Niststeine. Auch im Vogelschutzpark bestehen Brutmöglichkeiten für den Star.

Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa zwischen dem 10. und 30. April – bis dahin sollten alle Stare aus den südlichen Gefilden zurück sein! Das aus 4 bis 8 Eiern bestehende Gelege wird nur 11 bis 13 Tage lang bebrütet. Die Nestlingszeit beträgt 17 bis 21 Tage.

Der Großteil der Jungvögel fliegt zwischen dem 20. Mai und 10. Juni aus und ist dann schnell selbstständig. Sie bilden sofort Schwärme, die sich in nahrungsreichen Gebieten konzentrieren, werden von Jungvögeln nordöstlicher Populationen verstärkt und erreichen ein Maximum im Juli.

Stare brüten durchaus zweimal im Jahr – auf dem Dachboden der Vogelschutzwarte mischen sich dann die hungrigen Bettelrufe von Staren, Dohlen und Spatzen – ein faszinierendes Ereignis!

Stare gehören zwar mit etwa 600 Millionen Brutpaaren weltweit zu einer der häufigsten Vogelarten, doch ihr Bestand in Deutschland ist rückläufig. Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Würmer und Insekten zum Fressen findet. Werden Nutztiere nur im Stall gehalten, fehlt der Mist, der Insekten anlockt. Chemikalieneinsatz vernichtet zudem weitere Nahrungstiere. Beerentragende Hecken zwischen den Feldern sucht man vielerorts ebenfalls vergebens.

Als Höhlenbrüter braucht er geeignete Nistplätze. Oft werden alte Bäume mit Bruthöhlen entfernt oder Einschlupflöcher an Haus und Hof verschlossen und beseitigt. Eine Million Starenpaare haben wir alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren.

Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen, wurde der Star zum „Vogel der Jahres 2018“ gewählt!

07.03.2018

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Star An Winterfütterung

 

 

 


 

Ein Star an der Witterfüttung
Foto: © Juliane Balmer

Fast Flügge Jungvögel

 

 

 



 

Fast flügge Jungvögel im Nistkasten
Foto: © Juliane Balmer

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