Medieninformation

Nährstoffbelastung Thüringer Gewässer

Nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie sollen die Gewässer bis spätestens 2027 den guten Zustand erreichen.
Die Gewässerüberwachung in Thüringen zeigt trotz einiger positiver Entwicklungen sowohl beim Grundwasser als auch bei den Oberflächengewässern anhaltende Defizite der Gewässergüte. Insbesondere der Eintrag von Stickstoff und Phosphor stellen ein Problem für den Gewässerschutz dar.

Die Zustandsbewertung auf der Grundlage von Gewässeruntersuchungen hat ergeben, dass 15 Grundwasserköper (ca. 25 %) und 11 Oberflächenwasserkörper (8 %) in Thüringen den guten chemischen Zustand aufgrund erhöhter Nitratkonzentrationen verfehlen. 70 % der Thüringer Fließgewässer überschreiten aktuell den Orientierungswert (0,1 mg/l) für Phosphor.

Zur Identifizierung von relevanten Eintragspfaden und um möglichst geeignete und kosteneffiziente Maßnahmen ableiten zu können, wurden das Forschungszentrum Jülich und das Thünen Institut Braunschweig von der TLUG mit einer Modellierung der Nährstoffeinträge beauftragt.

Es wurden 12 Eintragspfade, davon sechs diffuse Pfade (Erosion, Abschwemmung, Dränage, Grundwasser, natürlicher Zwischenabfluss und atmosphärische Deposition) sowie sechs punktuelle Eintragspfade (kommunale Kläranlagen, industrielle Direkteinleiter, Kleinkläranlagen, Mischwasserentlastung, Trennkanalisation und Bürgermeisterkanäle) untersucht.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass der Stickstoffeintrag thüringenweit zu 90 % über die diffusen Quellen (Landwirtschaft) erfolgt. Es kommt dem Zwischenabfluss aus gewässernahen Flächen hierbei eine bedeutende Rolle mit 51 % zu, gefolgt vom Grundwasser mit 27 %. Der Stickstoffeintrag aus den Punktquellen (Abwasser) liegt nur bei 10 %.

Dabei differieren die Ergebnisse räumlich sehr stark. In Gebieten mit starker landwirtschaftlichen Prägung, niedrigen Niederschlägen und einer geringen Sickerwasserrate - z. B. im Thüringer Becken - können die Konzentrationen im Sickerwasser deutlich über 50 mg/l Nitrat liegen.

Der Eintrag von Phosphor in die Thüringer Gewässer zeigt zwischen den Haupteintragspfaden ein ausgewogeneres Verhältnis als beim Stickstoff. Der Anteil der diffusen Einträge (Landwirtschaft) liegt thüringenweit bei 52 %, der größte Anteil wird dabei durch Erosion mit 34 % verursacht. Der Phosphoreintrag aus dem Abwasserbereich beträgt in Summe 48 %.

Die Ergebnisse ermöglichen es in einem Folgeprozess Maßnahmen konkret auf die jeweils für die einzelnen Regionen ermittelten Schwerpunkteinträge zu konzentrieren.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, abgeleitete Handlungserfordernisse sowie Vorschläge für Minderungsstrategien

08.11.2017

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Links zu diesem Artikel

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen