Erdfall bei Bilzingsleben

Erdbilz02 Am 14.01.2015 loteten Mitarbeiter des Geologischen Landesdienstes der TLUG mit Hilfe eines Bootes die Tiefe des durch den Erdfall entstanden Teiches. mehr

Nördlich von Bilzingsleben ereignete sich kurz nach Weihnachten ein Erdfall indessen Folge ein neuer Teich entstand, der durch artesisch aufsteigendes Wasser gespeist wird. Am 27.12.2014 entdeckte der Besitzer eines Fischrestaurants in der ehemaligen „Hohen Mühle“ bei Bilzingsleben, dass seine nördlich anschließende Wiese unter Wasser stand und sich größere Mengen von schlammigem Wasser in den hinter dem Haus befindlichen Fischteich ergossen. Nach dem durch das Anlagen eines Grabens in Richtung Wipper-Altarm der Wasserstand auf der Wiese abgesenkt werden konnte, wurde ein wassergefüllter Erdfall sichtbar. Der Erdfall besitzt einen Durchmesser von 27 bis 30 m und ist zwischen 2-5 m tief. Eine nördlich des Altarms der Wipper liegende Quelle zeigte nach Auftreten des Erdfalls eine deutlich verminderte Quellschüttung, der Wasserspiegel im nördlich anschließenden Quellgrund ist bis zu 15 cm abgesunken. In der teichförmigen Erdfallquelle strömen zurzeit durch artesisch aufsteigendes Grundwasser ca. 30-40 l Wasser in der Sekunde zu, die in den Altarm der Wipper abgeleitet werden.

Rund um den Erdfall in der Talaue der Wipper stehen an den Hängen Gesteine des Oberen Muschelkalks an. Unterhalb dieser Gesteinsschichte lagern  Gesteinen des Mittleren Muschelkalks in die wasserlöslich Gestein in Form von Gipsen eingeschaltet sind. Durch Auslaugung dieser Gipse (der sogenannten Subrosion) entstand ein Hohlraum, der nach Weihnachten bis zur Erdoberfläche hochbrach und den Erdfallteich bildete. Aufgrund der geologischen Lagerungsverhältnisse in der Region ist das Grundwasser häufig „gespannt“, werden die abdichtenden Gesteinschichten oberhalb einer Grundwasser führenden Schicht, wie z.B. bei dem geschilderten Erdfall durchbrochen, steigt dieses gespannte Grundwasser auf und tritt als artesische Quelle an der Erdoberfläche aus.

Anfang Januar wurde der Erdfall von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Sömmerda der TLUG gemeldet. Der Erdfall wurde von der TLUG untersucht und in das Thüringer Subrosionskataster mit der Nummer 4732-24 aufgenommen. Am 14.01.2015 wurden durch die TLUG zusätzlich Wasserproben aus der Erdfallquelle und den benachbarten artesischen Quellen genommen, die jetzt analysiert werden.

Da sich rund um den neuen Erdfall schon offene Spalten an der Oberfläche zeigen und die Erdfallränder sehr steil bis senkrecht sind, muss damit gerechnet werden, dass sich der Durchmesser des Teichs durch Nachbrüche noch vergrößert. Aufgrund der davon ausgehenden Gefahren wurde der Erdfall vom Besitzer des Grundstücks weiträumig abgesperrt und Warnschilder aufgestellt.