Vorträge 2017

Ararat – der biblische Berg

Seit inzwischen 16 Jahren veranstalten die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) und die Klassik Stiftung Weimar (KSW) in der Weimarer Parkhöhle eine Vortragsreihe unter dem Motto „Dialoge mit der Erde“, die auch in diesem Jahr fortgesetzt wird.

Den aktuellen Vortrag der diesjährigen Reihe zum Thema Ararat – der biblische Berg, ein geotouristischer Reisebericht zum höchsten Berg der Türkei hält Dipl.-Geol. Frank Hühne, Weimar, Geologischer Landesdienst der TLUG, Jena,

am Dienstag, dem 7. März 2017
um 19.00 Uhr.

Anhand einer Reise nach Ost-Anatolien zum Vulkan Ararat, jenem Berg, auf dem laut Altem Testament die Arche Noah strandete, wird ein Bogen zur Sintflut-Legende und deren Erforschung geschlagen. Nachdem es Anfang des 19. Jahrhunderts noch vornehmliche Aufgabe der geologischen Wissenschaften war, die Aussagen der Religion und der Bibel zu bestätigen, liefern nachfolgende Generationen von Geologen rein naturwissenschaftlichen Erklärungen für die Ablagerungen des sog. Diluviums.

Ähnlich dem Streit zwischen Neptunisten und Plutonisten zur Entstehung von Basalten, an dem sich auch J. W. von Goethe lebhaft beteiligte, stehen sich wenig später Fluttheorie (Diluvialtheorie) und Glazialtheorie im wissenschaftlichen Disput gegenüber. Etwa zur gleichen Zeit verleiht die Entdeckung des Gilgamesch-Epos im Rahmen der archäologischen Erforschung des Zweistromlandes der Heiligen Schrift (Altes Testament) eine neue Glaubwürdigkeit als historischer Quelle.    

Es bleibt der modernen geologischen Forschung in Zusammenarbeit mit Archäologen, Anthropologen und Linguisten am Ende des 20. Jahrhunderts vorbehalten, das tatsächliche Stattfinden eines Flutereignisses vor etwa 7500 Jahren im Bereich des Schwarzen Meeres zu belegen. Dieses Flutereignis prägt sich in das kollektive Gedächtnis der ersten menschlichen Hochkulturen im Bereich des Fruchtbaren Halbmondes bzw. an den Ufern des Schwarzen Meeres ein und findet in der Überlieferung Eingang in die Epen nachfolgender Völker. Am Ende reift die Erkenntnis, dass der Sintflut-Legende im Buch Genesis des Alten Testaments ganz offenbar ein reales geologisches Ereignis katastrophalen Ausmaßes zugrunde liegt.

Im unterirdischen Vortragssaal der Parkhöhle in Weimar, in dem etwa 55 Besucher Platz finden, kann die Erdgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erlebt werden. Der Zugang erfolgt über eine Treppe in der Nähe des Liszt-Hauses.


Die Temperatur in der Parkhöhle liegt ganzjährig bei ca. 9°C, was angemessene Kleidung erfordert.
Schon traditionell wird zum Vortrag Glühwein ausgeschenkt.

 

 

Foto Ararat

 

 

Berg Ararat

Foto: © Frank Hühne

Titel Dialoge Allg

 

 

Parkhöhle Weimar

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