Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

07.01.2013 10:55 Uhr

Thüringer Pflegepakt

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Thüringer Pflegepakts
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Thüringer Pflegepakts

Sozialministerin Heike Taubert (SPD): „Pflegepakt gut für pflegebedürftige Menschen, für die Beschäftigten und für die Sozialwirtschaft“

Thüringen steht vor der Herausforderung, angesichts einer stark alternden Bevölkerung und eines beträchtlichen Rückgangs der erwerbsfähigen Bevölkerung eine qualitativ hochwertige, wirtschaftlich angemessene Pflegeversorgung im Freistaat zu sichern. Die Interministerielle Arbeitsgruppe „Fachkräfte/Pflege“ im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit hat gemeinsam mit Akteuren der Sozialwirtschaft Zielstellungen erarbeitet, wie das Image der Pflegeberufe, das Ausbildungsangebot, die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung und die Pflegesätze in der Pflegebranche weiterentwickelt und verbessert werden können. Diese Ziele wurden in einem selbstverpflichtenden „Thüringer Pflegepakt“ zusammengefasst. Er bildet die Grundlage für weitere gemeinsame Arbeitsschritte.

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat sich anlässlich der Unterzeichnung des Thüringer Pflegepaktes bei allen Beteiligten bedankt. „Das Interesse zur Verbesserung der Attraktivität der Pflegeberufe, die Sicherung der Fachkräfte und der Qualität in der Pflege war offenkundig für alle Unterzeichner trotz unterschiedlichster Interessen vorrangiges Ziel. Das ist praktizierte sozialpolitische Verantwortung und gut für pflegebedürftige Menschen, für die Beschäftigten und für die Sozialwirtschaft“, sagte Heike Taubert.

Laut Sozialministerin steht die Sozialwirtschaft in Thüringen angesichts der demografischen Entwicklung vor zwei Herausforderungen, dem rasch zunehmenden Anteil älterer und pflegebedürftiger Menschen einerseits und dem sinkenden Angebot potentieller Fachkräfte andererseits. Vor diesem Hintergrund und den im bundesweiten Vergleich sehr niedrigen Pflegesätzen hatte insbesondere die Liga der Wohlfahrtsverbände frühzeitig auf den drohenden Fachkräftemangel in der Pflege hingewiesen. „Nur in einer konzertierten Aktion möglichst aller Akteure in der Pflege können Fachkräfte gesichert und der Erhalt einer guten Pflege gewährleistet werden“, erklärte Ulf Grießmann als amtierender Vorsitzender der LIGA. Dieser Auffassung schließen sich der einzige Vertreter der privaten Anbieter, Marc Tandel vom Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V. (ABVP e.V.) und die kommunalen Spitzenverbände an.

Vertreter der Pflegekassen als Interessenvertreter der Pflegebedürftigen und als Mitverantwortliche für die Qualitätssicherung in der Pflege begrüßen ebenfalls die vereinbarten Zielsetzungen. „Künftige Pflegesatzverhandlungen sollten verstärkt und zügig die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in den Mittelpunkt rücken“, betonte Rainer Striebel, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK PLUS.

Für die Thüringer Sozialministerin ist der Pflegepakt nur der Auftakt für weitere konkrete gemeinsame Arbeitsschritte. „Eine Imagekampagne und die Verbesserung von Ausbildung und Umschulung sind die nächsten Vorhaben. Voraussetzung für die Wirksamkeit aber sind faire, möglichst tarifvertraglich geregelte Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege“, sagte Heike Taubert abschließend.

Hintergrund:
Zur Fachkräftesituation in der Pflege wird auf den Sozialwirtschaftsbericht verwiesen. Insbesondere im 5. Kapitel finden sich dazu weiterführende Informationen:
www.thueringen.de/th7/tmsfg/soziales/sozialwirtschaftsbericht/

Der Thüringer Pflegepakt ist eine Initiative von:

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