Schwerpunktthema Demenz
Demenzfreundliches Thüringen - Demenz und die Betroffenen der Krankheit im Fokus
Mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung und damit auch das Risiko an Demenz zu erkranken. Da die Anzahl älterer und hochaltriger Menschen in den nächsten Jahren anwachsen wird, müssen die Versorgungs- und Betreuungsangebote für Demenzkranke auf einem hohen Niveau gehalten und weiterentwickelt werden. In Thüringen leben schätzungsweise 37.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Anfang Januar rückte darum das Thüringer Sozialministerium das Thema Demenz und die Betroffenen der Krankheit verstärkt in den Mittelpunkt.
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen leben in unserer Mitte. Ihr konkretes Erleben von Alltag und von Lebensqualität findet in der Wohnung, im Pflegeheim oder in der Öffentlichkeit ihres Wohnumfeldes statt. Vor allem die Erkrankten und ihre Angehörigen stehen durch die Krankheit vor großen Herausforderungen. Demenzkranke sind häufig auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Ziel der Politik der Thüringer Landesregierung ist es, die Situation von Demenzkranken, aber auch die ihrer Angehörigen zu verbessern“, sagte die Gesundheitsministerin Heike Taubert.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Auf einer gut besuchten Fachtagung mit dem Titel „Demenzfreundliches Thüringen“ wurden die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen vor Ort in den Kommunen thematisiert und diskutiert. Fachleute, Betroffene und Angehörige sowie Träger von Projekten haben dabei über ihre Erfahrungen und vielfältigen Tätigkeiten berichtet.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Der Saal war sehr gut gefüllt.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Dr. Lutz Hasse eröffnet.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Ministerin Heike Taubert
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Peter Wißmann, Aktion Demenz e. V.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Das Angebot ...
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
zur Diskussion ...
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
wurde intensiv ...
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
von den Teilnehmenden genutzt.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Und auch ...
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
vom Podium angenommen.
Symposium "Demenzfreundliches Thüringen"
Informationsmaterial
Wird den betroffenen Menschen und ihren Familien in ihrem Umfeld die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht? Wie kann das Versorgungssystem verbessert werden? Welche Erfahrungen haben Betroffene und Angehörige gemacht? Wie kann man pflegende Angehörige entlasten? Wie können die Kommunen demenzfreundlicher gestaltet werden?
Während des Symposiums wurden diese zentrale Fragen zu Demenz diskutiert, Antworten gegeben und Lösungen angeboten. Zu Wort werden kamen: Betroffene, Angehörige, Fachleute, Lokalpolitiker, Träger entsprechender Angebote und ehrenamtlich Tätige.
Der Blick aus Sicht der Medizin und der Pflege auf das Thema Demenz wurde ergänzt um die Perspektive aus kommunaler und zivilgesellschaftlicher Sicht. Beispielhafte Projekte wurde vorgestellt und sollten als Impulsgeber dienen, die Gesellschaft „demenzfreundlicher“ zu gestalten.
Sozialministerin Heike Taubert verwies auf erste Resultate, die in der Verbesserung der Lebenssituation für die von Demenz Betroffenen zu verzeichnen sind. „Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden für Demenzkranke verbessert. Dies betrifft zum einen die Betreuung im häuslichen Bereich zur Entlastung pflegender Angehöriger. Im stationären Bereich finanziert die Pflegeversicherung zusätzlich den Einsatz von Betreuungskräften. Auch das Land förderte den Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote im Jahr 2011. Das Thüringer Sozialministerium wird auch künftig Projekte, Veranstaltungen und Initiativen in diesem Bereich unterstützen. So haben wir die Mittel dafür in 2012 auf 350.000 Euro angehoben“, sagte Heike Taubert.
Die Tagung stellt einen Auftakt dar. Das wurde auch an der Resonanz der Teilnehmenden auf dieses Angebot deutlich. Im Laufe des Jahres sollen darum ähnliche Veranstaltungen in anderen Regionen des Freistaats durchgeführt werden.
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- Der Künstler Lothar Krone mit Ministerin Taubert (rechts)
Ausstellung „Kunstwerke von Menschen mit Demenz aus Thüringen“
Zusätzlich wurde Anfang Januar die Ausstellung „Kunstwerke von Menschen mit Demenz aus Thüringen“ in der Cafeteria „Am alten Steiger“ im Regierungsviertel gezeigt. Die Exponate wurden von an Demenz erkrankten Menschen im Rahmen einer Kunsttherapie angefertigt. Die Ausstellung wurde mit freundlicher Unterstützung der Alzheimer Gesellschaft Thüringen gezeigt.
„In der Kunsttherapie liegt daher das Augenmerk auf der nonverbalen und emotionalen Ebene der Demenz-Patienten. Die ständige Verunsicherung bei Erkrankten kann durch unmittelbare Anerkennung ihrer künstlerischen Fähigkeiten unterbrochen werden. Das Malen und Gestalten leistet damit einen Beitrag zur Motivation, Beruhigung, Entspannung und Stärkung des Selbstwertgefühls. Durch ihre Werke fühlen sich die Betroffenen nützlich und wertvoll“, sagte Sozialministerin Heike Taubert.
Der Betroffene und Künstler Lothar Krone war ebenfalls bei der Eröffnung zu Gast und stellte seine Werke vor. Herr Krone erkrankte im März 2010 an einer Demenz vom Alzheimer-Typ. Zwei Monate später, im Mai 2010, begann er mit der Malerei von Kirchen und Bauwerken. Er selbst bezeichnet sein Schaffen als „seine Therapie“.
Besonders an Tagen, an denen es ihm schlecht gehe, habe er in der Malerei eine Kraftquelle und auch Beruhigung gefunden. Eine Steigerung der Ausdruckskraft und der Qualität seiner Bilder ist ganz deutlich im Verlauf der Monate und Jahre zu erkennen. Herr Krone lebt heute gemeinsam mit seiner Ehefrau im häuslichen Bereich und erfreut sich eines stabilen Zustandes seiner Krankheit. Viele seiner Bilder haben Liebhaber gefunden und wurden sogar bereits verkauft.
Eine weitere Veranstaltung fand im Erfurter Café NERLY statt. Dort las die ehemalige Übersetzerin und an Demenz erkrankte Helga Rohra aus ihrem Buch „Aus dem Schatten treten“.
Die Thüringer Gesundheitsministerin versichert, dass das Thüringer Sozialministerium auch künftig Projekte, Veranstaltungen und Initiativen in diesem Bereich unterstützen wird. Es sei ein wichtiges Anliegen um die Lebensqualität Demenzkranker weiter zu verbessern und die Angehörigen bei der Betreuung und Versorgung voranzubringen.
Programmflyer zum Symposium "Demenzfreundliches Thüringen" am 12. Januar 2012
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Alzheimer Gesellschaft Thüringen
Die Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V. ist zu einem festen Ansprechpartner im Freistaat geworden. Sie wurde am 24. Oktober 2002 auf Initiative von pflegenden Angehörigen und Mitarbeitern der Alten- und Krankenhilfe gegründet.