-
- Titelbild der Broschüre: Prävention von Glücksspielsucht
Glücksspielsucht ist nach Nikotin-, Medikamenten-, Alkohol- und Opiatabhängigkeit in Deutschland die fünfthäufigste Suchterkrankung und die häufigste nichtsubstanzgebundene Suchtform. Sie stellt innerhalb der Bevölkerung ein relevantes Problem dar. Auch im Freistaat Thüringen gelten ca. 8.000 Menschen als glücksspielsüchtig.
Während allgemein bekannt ist, dass ein Mensch durch den Konsum von Alkohol, Drogen, Medikamenten oder anderen Stoffen süchtig werden kann, ist vielen Menschen nicht bewusst, dass man auch süchtig vom Glücksspielen werden kann. Aber auch Glücksspielen kann süchtig machen. Die Auswirkungen für den Betroffenen, die Angehörigen und für die Allgemeinheit sind immens. Schulden, Existenzverluste, Verlust von Partnerschaften und Zerstörung der Familien, Wohnungsverlust als Folge von Mietschulden, Beschaffungskriminalität und schwere psychosoziale Schäden sind häufig die Folgen, wenn Glücksspielen zum Lebensinhalt wird. Der Leidensdruck der Betroffenen ist hoch. Die Selbstmordrate von Glücksspielsüchtigen ist die höchsten unter allen Suchterkrankungsgruppen.
Im Freistaat Thüringen ist das Thema Glücksspielsucht im Landesprogramm gegen Sucht fest verankert und stellt einen Schwerpunkt der Sucht- und Drogenpolitik dar. Die Thüringer Landesregierung initiierte und unterstützt den Aufbau und den Betrieb eines entsprechenden Angebotes und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Maßnahmen und Projekten in Prävention, Hilfe und Forschung beim Pathologischen Glücksspielen.
Die Koordinierung der landesweiten Maßnahmen wird durch die Fachstelle Glücksspielsucht (Fachverband Drogen und Rauschmittel e.V.) realisiert. Zur Förderung und zur qualitätsgerechten Umsetzung sich gegenseitig ergänzender und aufeinander abgestimmter konkreter Aktivitäten wirken Politik, Verbände, Institutionen und Einzelprojekte trägerübergreifend im Thüringer Arbeitskreis „Netzwerk Pathologisches Glücksspielen“ zusammen.
Wichtige Arbeit leisten darüber hinaus speziell ausgerichtete Projekte, wie z.B. das Bundesmodell "Frühe Intervention beim pathologischen Glücksspielen“ in Erfurt (SiT - Suchthilfe in Thüringen gGmbH) mit speziellen ambulanten Angeboten für pathologische Glücksspieler oder der Projektschwerpunkt „Unterstützung der Selbsthilfe für pathologische Glücksspieler“ bei der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V., der die Prozesse in der Entwicklung der Selbsthilfe fördert und begleitet. Diese Angebote sind ergänzend zum bereits bestehenden flächendeckenden ambulanten Hilfesystem der Suchtberatungsstellen und der Selbsthilfe.
Handlungsleitend für alle Aktivitäten sind die Zielstellungen:
- Vermeidung von Glücksspielsucht, Verhinderung des Einstiegs in die Sucht
- Umsetzung von Spielerschutz und Jugendschutz
- Vorhalten entsprechender Hilfsangebote für problematisch bzw. pathologisch spielende Betroffene und deren Angehörige