20.03.2013 14:07 Uhr

Verleihung des Verdienstordens am 12. März 2013

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat in Erfurt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Jürgen Wehlisch aus Erfurt und Professor Dr. Felix Zintl aus Jena überreicht.

Sozialministerin Heike Taubert sagte: „Jürgen Wehlisch und Professor Dr. Felix Zintl haben sich weit über das normale Maß hinausgehend bürgerschaftlich engagiert. Ihr beispielhafter Einsatz für das Gemeinwesen im Freistaat soll mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland öffentlich gewürdigt und anerkannt werden. Sie haben unsere Gesellschaft bereichert und deren Zusammenhalt gestärkt. Wie sie engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger unermüdlich und unentgeltlich. Das macht unser Land liebens- und lebenswert.“

Jürgen Wehlisch (links) mit Ministerin Taubert
Jürgen Wehlisch (links) mit Ministerin Taubert

Jürgen Wehlisch (62 Jahre) hat sich als Verwaltungsleiter des katholischen Krankenhauses „St. Johann Nepomuk“ Erfurt nach der politischen Wende aktiv in die Diskussionen zur Neuausrichtung des Gesundheitswesens eingebracht. Er initiierte im neu gegründeten Freistaat Thüringen die Gründung eines Interessenverbandes der Krankenhausträger, der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen e.V. (LKHG Thüringen). Seit der Gründung am 9.Oktober 1990 arbeitete er dort ununterbrochen ehrenamtlich im Vorstand mit. Er war gleichzeitig Mitglied im Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Herr Wehlisch hat sich stets für eine plurale Ausgestaltung der Krankenhauslandschaft unter gleichen Wettbewerbsbedingungen stark gemacht. Er leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der stationären Versorgung in Thüringen. Seine besonderen Verdienste beim Übergang vom staatlich organisierten Gesundheitswesen zum eigenverantwortlich geleiteten Krankenhauswesen und sein Lebenswerk sollen mit der Verleihung gewürdigt werden.

Prof. Dr. Felix Zintl (links) mit Ministerin Taubert
Prof. Dr. Felix Zintl (links) mit Ministerin Taubert

Professor Dr. Felix Zintl (73 Jahre) hat in den zurückliegenden Jahrzehnten als Onkologe und langjähriger Leiter der Jenaer Kinderklinik die Kindermedizin in der DDR, dann in Thüringen und darüber hinaus geprägt. Auf seine Initiative hin wurde Ende der 1970er Jahre das erste und einzige Zentrum für Knochenmark-Transplantationen bei Kindern in der DDR aufgebaut. Seitdem konnten 450 leukämiekranken Kindern und Jugendlichen Knochenmarkstammzellen transplantiert werden, was die Überlebensrate von unter 40 auf über 80 Prozent steigerte. Prof. Zintl gründete 1990 die Kinderhilfestiftung Jena e.V., in der er bis heute ehrenamtlich als Vorsitzender mitwirkt. Bis heute sammelte der Verein in ganz Thüringen mehr als 6 Millionen Euro Spendengelder für viele Projekte unterschiedlichster Art ein. Prof. Zintl ist Mitglied einer Vielzahl wissenschaftlicher und medizinischer Gesellschaften bis hin zur American Society for Blood and Bone Marrow Transplantation. Er ist zudem Autor von mehr als 300 Wissenschaftlichen Veröffentlichungen, hielt rund 600 Vorträge und war als Prüfer für Facharztprüfungen in der Fachrichtung „Kinder- und Jugendmedizin“ tätig. Ihm ist es zu verdanken, dass Spitzenforschung und erstklassige Ausbildung Hand in Hand gehen und die Studierenden von den außerordentlichen akademischen Leistungen profitieren. Sein herausragendes Engagement zum Wohle krebs- und leukämiekranker Kinder und Jugendlicher soll mit der Verleihung gewürdigt werden.