Verleihung des Verdienstordens am 29. März 2012
Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland an Michael Schneider aus Gotha und Karlheinz Ziegler aus Scheßlitz (Landkreis Bamberg/Oberfranken) überreicht.
„Michael Schneider und Karlheinz Ziegler haben sich weit über das normale Maß hinausgehend bürgerschaftlich engagiert. Ihr beispielhafter Einsatz für das Gemeinwesen im Freistaat soll mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland öffentlich gewürdigt und anerkannt werden. Was Michael Schneider und Karlheinz Ziegler getan haben und noch immer tun, bereichert unsere Gesellschaft. Wie sie engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger unermüdlich und unentgeltlich. Das garantiert den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und macht unser Land liebens- und lebenswert", sagte Heike Taubert.
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- Michael Schneider (links) neben Ministerin Heike Taubert und seiner Frau Katrin Schneider.
Michael Schneider aus Gotha (53 Jahre) hat 1990 den Kreisverband Gotha im Verband der Behinderten e. V. mitgegründet und ist seitdem neben seiner Berufstätigkeit dessen Vorsitzender. In dieser Funktion setzt er sich mit ganzer Kraft für die Interessen von Menschen mit Behinderungen im Landkreis Gotha ein. Dabei zählen Kontaktpflege, Möglichkeiten der Einflussnahme auf Kommunalpolitik und Gesetzgebung sowie Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Belange behinderter Menschen zu seinen wichtigsten Aufgaben. Der Neubau des Freizeit- und Informationszentrums in Gotha ist der feste Sitz des Verbandes und wurde durch seinen beharrlichen Einsatz möglich. Angefangen von Mobilität durch verbandseigene Fahrzeuge und Fahrdienste über die kontinuierliche Einbindung ABM- und SAM-Kräften und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern ist es Michael Schneider gelungen, Menschen mit Behinderungen eine schlagkräftige Interessensvertretung und auch Heimstatt zu bieten. Er hat mit Offenheit, Freundlichkeit, einer ruhigen und sachlichen Art sowie mit Langmut und viel Optimismus das Gesicht des Verbandes geprägt. Ein wichtiges Anliegen ist ihm stets der Kontakt mit nichtbehinderten Menschen. Dafür hat er zahlreiche Projekte initiiert. Michael Schneider besucht oft Schulen und ist mit Infoständen und Veranstaltungen öffentlich präsent. Seine Sachkenntnis und sein Rat werden beim Thema „Behindertengerechtes Bauen“ sehr geschätzt. Neben seiner ehrenamtlichen Arbeit als Vorsitzender begleitet er als treuer Fan die Frauenhandballmannschaft des THC Bad Langensalza. Für die aktuellen Deutschen Meisterinnen von Trainer Herbert Müller hat er sogar eine Hymne komponiert hat.
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- Karlheinz Ziegler (links), neben Ministerin Heike Taubert und seiner Frau Hanne Ziegler.
Karlheinz Ziegler aus Scheßlitz (63 Jahre) setzt sich seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise für Menschen mit Behinderungen im In- und Ausland ein und hat sich dadurch bleibende Verdienste erworben. Im Jahr 1993 hat Herr Ziegler die ehemalige Internatsschule Wickersdorf, die 1991 geschlossen wurde, unter schwierigen Umständen wieder aufgebaut. Das Anwesen hat sich seitdem zu einem Vorzeigeobjekt des Zusammenlebens von Menschen mit Behinderung und nicht behinderten Menschen weiterentwickelt. Es ist sein Verdienst, dass der erfolgreiche Aufbau der „Lebensgemeinschaft Wickersdorf e. V.“ bundesweit bekannt geworden ist und die Lebensgemeinschaft Mitglied im „Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit“ wurde. Mit seinem Engagement um den Aufbau der Lebensgemeinschaft Wickersdorf hat er nach der politischen Wende 1989 auch einen Beitrag zum Wiederaufbau im Freistaat Thüringen geleistet. Karlheinz Ziegler engagiert sich neben seiner beruflichen Tätigkeit in vielfältiger Weise ehrenamtlich im gesellschaftlichen Bereich. Er war ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Bamberg und am Landgericht Gera. Besonders hervorzuheben ist sein jahrzehntelanges Engagement für die Menschen im afrikanischen Ghana. Mit seiner Unterstützung wurden Gruppen der Christlichen Arbeiterjugend im Raum Kumasi in Ghana aufgebaut. Dort ist er nach wie vor im Bereich Beratungs- und Schulungsarbeit tätig und für die Organisation von Austauschprogrammen verantwortlich. Auf seine Initiative hin wurde der Verein „Life Community Deduako“ gegründet, der sich für die Förderung geistig behinderter Menschen in Ghana einsetzt. Es ist Karlheinz Ziegler gelungen, ein Objekt für Behinderte vor Ort aufzubauen, in dem auch einfache Werkstatttätigkeiten angeboten werden. Auf sein Wirken hin sind auch Verbindungen zu ähnlichen Einrichtungen in Polen und Russland zustande gekommen. Darüber hinaus war Karlheinz Ziegler auch kommunalpolitisch tätig. Von 1990 bis zu seinem Umzug nach Thüringen 1994 waren er Mitglied des Stadtrates von Weismain und des Kreistages Lichtenfels.