07.01.2013 10:49 Uhr

Die Heilige Elisabeth

Die Medaille Thüringer Rose
Die Medaille Thüringer Rose

Was kann in der heutigen Zeit der Grund dafür sein, eine Medaille in Erinnerung an eine Frau zu verleihen, die vor mehr als 700 Jahren lebte? Warum ist sie noch heute ein Vorbild?

Anno 1211 kam die ungarische Königstochter Elisabeth im Alter von vier Jahren auf die Wartburg. Hier wurde sie, wie es in der damaligen Zeit üblich war, mit Ludwig, dem elfjährigen zukünftigen Landgrafen von Thüringen, verlobt. Die Eltern der beiden Kinder hatten sich aus politischen Erwägungen zu dieser Verbindung entschlossen.

Elisabeth wuchs auf der Wartburg zu einer Persönlichkeit heran, die sensibel gegenüber Ungerechtigkeiten war und mit allen Leidenden mitfühlte. Diese Anteilnahme und ihre Frömmigkeit fand nicht bei allen ungeteilte Zustimmung.

Sie sei demütig wie ein Bauernkind und habe nicht den Stolz einer Königstochter. Zwischen ihr und Ludwig wuchs jedoch eine tiefe Beziehung. Als Elisabeth ihr vierzehntes Lebensjahr vollendet hatte und Ludwig bereits Regent von Thüringen war, wurde die Hochzeit auf der Wartburg ausgerichtet.

Das Rosenwunder:

Als in Thüringen eine furchtbare Hungersnot wütete, verteilte Elisabeth täglich Lebensmittel unter dem Bedürftigen Eisenachs. So erzählt man sich heute noch in Thüringen, die Landgräfin habe mit ihren Dienerinnen die Burg auf dem Wartberg verlassen und sei in das am Fuße des Burgbergs gelegene, von ihr gegründete Hospital gegangen, um den Kranken Lebensmittel zu bringen, die sie unter ihrem weiten Fürstenmantel verborgen hielt. Elisabeth hätte die Nahrung unter ihrem Mantel verstecken müssen, weil sie den Speichern der Burg entnommen gewesen sei, ohne dass die Gräfin die Genehmigung dazu erbeten hätte.

Da sei der Landgraf auf seinem Pferd aufgetaucht. War es Absicht oder Zufall? Jedenfalls hätte er seine Frau nach ihrem Ziel gefragt, und sie berichtete, die drei hätten Rosen, die am Wege standen, gepflückt und wollten sie den Kranken bringen. Ludwig glaubte der Geschichte nicht so recht und bat sie, den Mantel zurückzuschlagen. Als sie es mit Herzklopfen tat, sei das Wunder geschehen. Rosen seien zum Vorschein gekommen. Beschämt habe sich der Landgraf wegen seines Misstrauens entschuldigt, und die Frauen konnten ihren Weg zur Speisung der Kranken fortsetzen.

Die "Thüringer Rose":

Dieses überlieferte „Rosenwunder“ ist ein schönes Zeichen dafür, dass viel Gutes damals wie heute im Verborgenen getan wird. Das gilt im besonderen für die ehrenamtliche Tätigkeit.

Mit der Medaille „Thüringer Rose“ werden Menschen geehrt, die sich in uneigennütziger, engagierter Weise für Schwächere einsetzen. Sie ist ein Zeichen der Würdigung für jene, die diese Arbeit in der Stille auf selbstverständliche Weise leisten. Sie wurde 1993 von Sozialminister Dr. Frank-Michael Pietzsch initiiert und vom ehemaligen Staatssekretär Heinz F. Benner entworfen.

Die Thüringer Rose wurde in limitierter Auflage in der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur hergestellt. Die 1762 in Rudolstadt-Volkstedt gegründete Porzellanfabrik ist die älteste heute noch produzierende Manufaktur Thüringens. Ihr eigenständiger, umfangreicher Formenschatz, in 225 Jahren von namhaften Künstlern ständig erweitert, bietet ein vielgestaltiges Programm. Es reicht von Amoretten, Canova-Figuren über Galakutschen, Leuchter und Tafelaufsätze bis hin zu volkstümlichen Figuren, Musikanten und Kapellen, Reiter-, Soldaten- und Tierfiguren.

Die Modelleurin Kati Zorn hat 1993 die Medaille „Thüringer Rose“ geschaffen. Sie setzt damit die künstlerische Tradition der Volkstedter Manufaktur erfolgreich fort. Schon im 18. und 19. Jahrhundert verhalfen die dort tätigen Modelleure Franz Kotta und Hugo Meisel der Thüringer Porzellankunst zu weiterer Anerkennung. Die Medaille zeigt das Bildnis der kleinen Elisabeth umrandet vom Schriftzug „Dank und Anerkennung – Thüringer Rose“. Auf der Rückseite ist ein stilisierte Rose dargestellt.