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- Tagung Netzwerk Gentechnikfreier Regionen im Plenarsaal des Thüringer Landtags, Bild: Axel Clemens
Die IX. Konferenz des Europäischen Netzwerkes Gentechnikfreier Regionen ist am Mittag in Erfurt zu Ende gegangen. Zwei Tage lang hatten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener europäischer Regionen unter dem Motto „Label gentechnikfrei – Was steckt drin?“ diskutiert. Die Ergebnisse der Konferenz wurden in einer so genannten „Erfurter Erklärung“ zusammengefasst.
Sozialministerin Heike Taubert sagte: „Das Netzwerk hat noch einmal seine vier Leitziele Entscheidungsfreiheit für die Regionen, Vorsorge, Verursacherprinzip und Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher bekräftigt. Es hat ausdrücklich die EU-Diskussion zur nationalen Entscheidung des Anbaus von zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) begrüßt. Die Mitglieder des Netzwerks wollen mehr Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach europäischen Rechtsnormen müssen grundsätzlich alle Lebensmittel gekennzeichnet werden, die GVO enthalten, daraus bestehen oder hergestellt wurden. Es besteht ein Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent, sofern der Anteil zufällig oder technisch unvermeidbar ist. Nicht kennzeichnungspflichtig sind jedoch Lebensmittel und Zutaten, die mit Hilfe von GVO erzeugt werden. Dies sind beispielsweise Fleisch, Milch, Eier von Tieren, die Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen erhalten haben. Wir wollen eine Kennzeichnung auch von Produkten tierischer Herkunft. Das Netzwerk wünscht eine Vereinheitlichung von bestehenden länderspezifischen Kennzeichnungen und die Etablierung eines EU-weiten Labels ,Ohne Gentechnik’. Das Netzwerk wird versuchen, Verbraucherperspektiven und Meinungen zu mehr Transparenz und Verbraucherwahl zu bündeln und in den europäischen Diskussionsprozess einzubringen.“
Hintergrund:
Das Europäische Netzwerk „Gentechnikfreie Regionen“, wurde im Jahre 2003 aufgrund der Initiative von 10 Regionen eingerichtet. Deren Ziel war es, die Europäische Kommission zu bitten, ihnen Sicherheit bei der Vermeidung von Vorkommen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der konventionellen und der Bio-Landwirtschaft zu geben. Das Netzwerk umfasst derzeit 56 europäische Regionen und örtliche Behörden mit großen Aussichten auf Erweiterung.