Studie zum Fachkräftebedarf in der Pflege vorgestellt

Die demografische Entwicklung bedeutet für den Freistaat Thüringen einen rasch zunehmenden Anteil älterer und pflegebedürftiger Menschen. Gleichzeitig geht der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung erheblich zurück.

Die Sozialwirtschaft und die Politik stehen angesichts dieser Situation vor der Herausforderung, eine qualitativ hochwertige und wirtschaftlich angemessene Pflegeversorgung zu gewährleisten. Mit dem Thüringer Pflegepakt wurde eine wichtige Grundlage dafür geschaffen. Alle Unterzeichner stellen sich im Interesse der pflegebedürftigen Menschen der fachlichen und sozialpolitischen Verantwortung. Gemeinsames zukunftsorientiertes Handeln setzt eine empirisch gesicherte Planung voraus. Sehr zu Recht stand dabei der künftige Fachkräftebedarf immer wieder im Fokus öffentlicher und parlamentarischer Diskussionen.

Mit der vorliegenden Studie wurden alle relevanten Thüringer Daten ausgewertet und der Bezug zu unterschiedlichen Zukunftsszenarien hergestellt. Erstmals liegen empirisch gesicherte und belastbare Ergebnisse für den Erweiterungsbedarf einschließlich des Ersatzes für die aus Altersgründen ausscheidenden Fachkräfte bis zum Jahr 2030 vor.

Die Ergebnisse auf dem Hintergrund des Thüringer Pflegepaktes sind eindeutig:

  • Annähernd 8.000 zusätzliche Fachkräfte werden wir in Thüringen in den nächsten 15 Jahren benötigen. Deren Ausbildung werden wir mit unseren Schulen und Praxisträgern schaffen. Es besteht kein Pflegenotstand – unstrittig aber dringender Handlungsbedarf.
  • Das bisherige Ausbildungs- und Umschulungsniveau muss quantitativ und qualitativ mindestens gehalten werden. Wir bilden damit in Thüringen jährlich etwa 20 Prozent über dem Thüringer Bedarf aus. Dennoch übersteigt in manchen Regionen die Nachfrage das Angebot.
  • Die Schwerpunkte des Pflegepakts treffen zu. Es gilt, das Image der Pflegeberufe, die Ausbildungs-und Arbeitsbedingungen einschließlich der Entlohnung erheblich und rasch zu verbessern. Das steigert die Attraktivität des Berufs und nur so kann die offenkundige Abwanderung in andere Regionen und andere Berufe gestoppt werden.

Alle für die Altenpflege maßgeblichen Akteure müssen nun ihren Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen leisten. Dabei ist klar: Es gibt kaum einen anspruchsvolleren Beruf als den der Altenpflege. Dieser Beruf muss zukünftig gesamtgesellschaftlich gesehen im wahrsten Sinne des Wortes  „mehr wert sein“. Ziel muss es sein, weg von der Niedriglohnideologie vergangener Zeiten und hin zu guter, tarifvertraglich geregelter Arbeit zu kommen! Politik kann für gute Rahmenbedingungen sorgen und moderieren – sie kann nicht die besondere Verantwortung der Tarifpartner und der Kostenträger übernehmen!

Mit den nach Verabschiedung des Pflegepaktes bereits erfolgten Erhöhungen der Pflegesätze, der vereinbarten Imagekampagne und der erleichterten Förderung der Umschulung ist Thüringen auf gutem Wege. Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Ausbildung sind bereits veranlasst. Die Umsetzung des Pflegepaktes wird auch in Zukunft ein kontinuierlicher Prozess sein.

Studie: Berechnung des Bedarfs an Altenpflegefachkräften in Thüringen in Perspektive 2030 (1.1 MB)
Verfasser: Martin Ehrlich, Institut für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Auftrag des Thüringer Ministeriums
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein Logo ThueringenJahr Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen