Arbeitsschutzberichte des Freistaats Thüringen

Der Arbeitsschutzbericht gibt Auskunft über das Wirken der Thüringer Arbeitsschutzbehörden. Die Thüringer Arbeitsschutzverwaltung ist für den Vollzug der Arbeitsschutzbestimmungen in rund 86.000 Betrieben mit rund 905.000 Beschäftigten zuständig. Neben den Betriebskontrollen stellt die Marktüberwachung als Grundelement des technischen Verbraucherschutzes einen weiteren Schwerpunkt der Kontrolltätigkeit der Arbeitsschutzbehörden dar. Der Kontrolltätigkeit liegt eine gefährdungsorientierte Überwachung zugrunde. Dabei liegt die Konzentration der Überwachungskapazitäten auf Gefährdungsschwerpunkten und Komplexinspektionen.

Ausgewählte Aspekte des Arbeitsschutzberichtes 2016

Überwachung

Im Jahr 2016 betreute die Thüringer Arbeitsschutzverwaltung 86.086 Betriebe, darunter 24.959 Betriebe ohne Arbeitnehmer und insgesamt 904.807 Beschäftigte. Der Hauptanteil (71 Prozent) der Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe mit 1 bis zu 499 Beschäftigten. Dort sind etwa 87 Prozent der Arbeitnehmer tätig.

Insgesamt wurden 1.883 Betriebe durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz aufgesucht. Das ist ein Anteil von 3,1 Prozent der erfassten Betriebsstätten. Im Berichtsjahr wurden im Außendienst 10.632 Überprüfungen durchgeführt.

Schwerpunkte der Betriebsbesuche waren zum Beispiel:

  • die Überprüfung von Arbeitsstätten,
  • die Kontrolle der Arbeitsschutzorganisation,
  • die Kontrolle der Sozialvorschriften im Straßenverkehr bezüglich der Unternehmer, Disponenten und Fahrer
  • Kontrolle der Arbeitszeit in Betrieben aufgrund von Anzeigen oder Sonderaktionen,
  • die Überprüfung von technischen Arbeitsmitteln,
  • die Inspektionen überwachungsbedürftiger Anlagen,
  • die Revisionen zum Umgang mit Gefahrstoffen,
  • Einzelfragen des medizinischen und sozialen Arbeitsschutz wie Mutterschutz, Kinder- und Jugendarbeitsschutz usw.

Es wurden 8.575 Beanstandungen (2015: 9.710) festgestellt und 10.775 Revisionsschreiben (2015: 10.206) gefertigt, 259 Anordnungen (2015: 242) erlassen und 679 Verwarnungen (2015: 909) ausgesprochen. In 1.127 Fällen (2015: 1.082) wurden Bußgeldbescheide erlassen.

Zur Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr wurden Kontrollen zu Lenk- und Ruhezeitvorschriften durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden 874 Bußgelder (2015: 958) verhängt und 540 Verwarnungen (2015: 776) ausgesprochen.

Arbeitsunfälle

Den Thüringer Arbeitsschutzbehörden wurde im Berichtsjahr folgende Anzahl an Arbeitsunfällen (ohne Wegeunfälle) gemeldet:

  • 8.828 Arbeitsunfälle (1995: 20.685, 2013: 7.231, 2014: 8.645, 2015: 6.984)
  • darunter 8 tödliche Arbeitsunfälle, (2013: 6, 2014: 13, 2015: 12)
  • 39 als „schwer“ eingestufte Arbeitsunfälle* (2013: 40, 2014: 38, 2015: 44)

Dass sich 11 dieser schweren Unfälle auf Baustellen ereigneten, belegt erneut, dass Baustellen ein hohes Sicherheitsrisiko bergen. Hauptereignisse für schwere Arbeitsunfälle waren Absturzunfälle, bewegte Teile an Arbeitsmitteln, Bauarbeiten auf Dächern, Geschoßdecken und Leitern, herabstürzende Teile und Massen sowie Forstarbeiten.

Betrachtet man einzelne Unfallereignisse wird deutlich, welchen wichtigen Stellenwert eine gut funktionierende, mit dem Arbeitsschutzmanagement eng verzahnte Arbeitsorganisation sowie die kontinuierliche Anpassung der Gefährdungsbeurteilungen haben.

* Als schwerer Arbeitsunfall gilt ein Unfall in dessen Folge voraussichtlich ein Anspruch des Verletzten auf Geldleistungen des Unfallversicherungsträgers entsteht, was im Regelfall bei einer Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen der Fall ist. Diese Voraussetzung gilt im Allgemeinen erfüllt, wenn insbesondere folgende Verletzungen eingetreten sind: Schädelfraktur, schweres Schädelhirntrauma, Wirbelsäulenfraktur, Beckenfraktur, offene Frakturen großer Röhrenknochen, Verluste von Gliedmaßen außer einem einzelnen Finger, innere Verletzungen, schwere Verbrennungen und schwere Hitzeschäden, schwere Verätzungen, akute Vergiftungen sowie schwere Augenverletzungen.

Berufskrankheiten

Die Zahl der Anzeigen von Verdachtsfällen auf das Vorliegen einer Berufskrankheit stieg im Berichtsjahr auf 1.735 an (2013: 1205, 2014: 1.448, 2015: 1.497). Der Aufwuchs resultiert hauptsächlich aus der Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung durch das Bundesarbeitsministerium (BMAS). Dadurch fanden weitere arbeitsbedingte Erkrankungen Aufnahme in die Liste der anerkannten Berufskrankheiten.

Mit 366 Fällen wurden im Berichtsjahr 2015 auch 10 Fälle weniger als berufsbedingte Erkrankungen eingestuft im Vergleich zu 2015 (1995: 694, 2013: 268, 2014: 452, 2015: 356). Die Lärmschwerhörigkeit steht mit 154 Fällen an erster Stelle. Platz 2 belegen mit 44 Fällen die Hauterkrankungen.

Arbeitsschutzbericht 2016 (2.0 MB)
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Arbeitsschutzbericht 2015 (1.6 MB)
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Arbeitsschutzbericht 2014 (975.0 kB)
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Arbeitsschutzbericht 2013 (2.4 MB)
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Arbeitsschutzbericht 2012 (804.1 kB)
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Arbeitsschutzbericht 2011 (5.0 MB)
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