Arbeitsschutzberichte des Freistaats Thüringen

Der Arbeitsschutzbericht gibt Auskunft über das Wirken der Thüringer Arbeitsschutzbehörden. Die Thüringer Arbeitsschutzverwaltung ist für den Vollzug der Arbeitsschutzbestimmungen in rund 85.600 Betrieben mit rund 901.300 Beschäftigten zuständig. Neben den Betriebskontrollen stellt die Marktüberwachung als Grundelement des technischen Verbraucherschutzes einen weiteren Schwerpunkt der Kontrolltätigkeit der Arbeitsschutzbehörden dar. Der Kontrolltätigkeit liegt eine gefährdungsorientierte Überwachung zugrunde. Dabei liegt die Konzentration der Überwachungskapazitäten auf Gefährdungsschwerpunkten und Komplexinspektionen.

Ausgewählte Aspekte des Arbeitsschutzberichtes 2015

Überwachung

Im Jahr 2015 betreute die Thüringer Arbeitsschutzverwaltung 85.558 Betriebe, darunter 25.178 Betriebe ohne Arbeitnehmer und insgesamt 901.279 Beschäftigte. Der Hauptanteil (70 Prozent) der Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe mit 1 bis zu 499 Beschäftigten. Dort sind etwa 87 Prozent der Arbeitnehmer tätig.

Insgesamt wurden 1.921 Betriebe durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz aufgesucht. Das ist ein Anteil von 3,2 Prozent der erfassten Betriebsstätten. Im Berichtsjahr wurden im Außendienst 11.433 Überprüfungen durchgeführt.

Schwerpunkte der Betriebsbesuche waren zum Beispiel:

  • die Überprüfung von Arbeitsstätten,
  • die Kontrolle der Arbeitsschutzorganisation,
  • die Kontrolle der Sozialvorschriften im Straßenverkehr bezüglich der Unternehmer, Disponenten und Fahrer
  • Kontrolle der Arbeitszeit in Betrieben aufgrund von Anzeigen oder Sonderaktionen,
  • die Überprüfung von technischen Arbeitsmitteln,
  • die Inspektionen überwachungsbedürftiger Anlagen,
  • die Revisionen zum Umgang mit Gefahrstoffen,
  • Einzelfragen des medizinischen und sozialen Arbeitsschutz wie Mutterschutz, Kinder- und Jugendarbeitsschutz usw.

Es wurden 9.710 Beanstandungen (2014: 10.256) festgestellt und 10.206 Revisionsschreiben (2014: 10.873) gefertigt, 242 Anordnungen (2014: 266) erlassen und 909 Verwarnungen (2014: 979) ausgesprochen. In 1.082 Fällen (2014: 1.264) wurden Bußgeldbescheide erlassen.

Zur Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr wurden Kontrollen zu Lenk- und Ruhezeitvorschriften durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden 958 Bußgelder (2014: 1.205) verhängt und 776 Verwarnungen (2014: 948) ausgesprochen.

Arbeitsunfälle

Den Thüringer Arbeitsschutzbehörden wurde im Berichtsjahr folgende Anzahl an Arbeitsunfällen (ohne Wegeunfälle) gemeldet:

  • 6.984 Arbeitsunfälle (1995: 20.685, 2013: 7.231, 2014: 8.645)
  • darunter 12 tödliche Arbeitsunfälle, (2013: 6, 2014: 13)
  • 44 als „schwer“ eingestufte Arbeitsunfälle* (2013: 40, 2014: 38)

Dass sich 12 dieser schweren Unfälle auf Baustellen ereigneten, belegt erneut, dass Baustellen ein hohes Sicherheitsrisiko bergen. So ereignete sich ein tödlicher Unfall auf einer Baustelle beim Transport von Baumaterial. Zu den häufigsten Ursachen schwerer Arbeitsunfälle zählen herabstürzende Teile. Weitere häufige Gründe für schwere Arbeitsunfälle waren Abstürze, bewegte Teile an technischen Arbeitsmitteln, der unsachgemäßer Umgang mit Fahrzeugen sowie Verbrennungen, Verbrühungen und Verätzungen.

Betrachtet man einzelne Unfallereignisse wird deutlich, welchen wichtigen Stellenwert eine gut funktionierende, mit dem Arbeitsschutzmanagement eng verzahnte Arbeitsorganisation sowie die kontinuierliche Anpassung der Gefährdungsbeurteilungen haben.

* Als schwerer Arbeitsunfall gilt ein Unfall in dessen Folge voraussichtlich ein Anspruch des Verletzten auf Geldleistungen des Unfallversicherungsträgers entsteht, was im Regelfall bei einer Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen der Fall ist. Diese Voraussetzung gilt im Allgemeinen erfüllt, wenn insbesondere folgende Verletzungen eingetreten sind: Schädelfraktur, schweres Schädelhirntrauma, Wirbelsäulenfraktur, Beckenfraktur, offene Frakturen großer Röhrenknochen, Verluste von Gliedmaßen außer einem einzelnen Finger, innere Verletzungen, schwere Verbrennungen und schwere Hitzeschäden, schwere Verätzungen, akute Vergiftungen sowie schwere Augenverletzungen.

Berufskrankheiten

Die Zahl der Anzeigen von Verdachtsfällen auf das Vorliegen einer Berufskrankheit stieg im Berichtsjahr auf 1.497 an (2013: 1205, 2014: 1.448). Bedingt wird das auch durch die langen Latenzzeiten, also der Zeitraum vom Beginn der Einwirkung bis zur Erkrankung, die Jahrzehnte betragen können. Hier machen sich als Arbeitsschutzversäumnisse der Vergangenheit bemerkbar. Zum anderen hat der Bundesgesetzgeber in den letzten Jahren die Liste der Berufskrankheiten erweitert.

Mit 356 Fällen wurden im Berichtsjahr 2015 jedoch 96 Fälle weniger als berufsbedingte Erkrankungen eingestuft im Vergleich zu 2014 (1995: 694, 2013: 268, 2014: 452). Die Lärmschwerhörigkeit steht mit 126 Fällen an erster Stelle. Platz 2 belegen mit 34 Fällen die Hauterkrankungen.

Arbeitsschutzbericht 2015 (1.6 MB)
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Arbeitsschutzbericht 2014 (975.0 kB)
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Arbeitsschutzbericht 2013 (2.4 MB)
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Arbeitsschutzbericht 2012 (804.1 kB)
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Arbeitsschutzbericht 2011 (5.0 MB)
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