18.04.2018
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

18.04.2018

Neustart für Reha-Klinik Masserberg: Sanierung durch Gemeinde, Betreibung durch REGIOMED

REGIOMED-Gesellschafterversammlung gibt grünes Licht für Einstieg / Land sagt Förderung für Modernisierung des Badehauses zu

Für die insolvente Rehabilitationsklinik Masserberg zeichnet sich eine Lösung ab: Die REGIOMED-Kliniken GmbH als Zusammenschluss kommunaler Krankenhäuser in Thüringen und Bayern mit Sitz in Sonneberg steht als künftiger Betreiber zur Verfügung. Das hat heute die Gesellschafterversammlung des Unternehmens beschlossen. Die Kreistage und die Stadträte der REGIOMED-Gesellschafter müssen über diese Beteiligung noch entscheiden.

 

Voraussetzung für den REGIOMED-Einstieg ist eine Übernahme und Sanierung der Reha-Klinik und des angeschlossenen Badehauses durch die Gemeinde Masserberg. Hierüber wird der Gemeinderat von Masserberg am morgigen Donnerstag (19.4.) entscheiden. Die kommunalrechtlichen Voraussetzungen für dieses Modell hat das Innenministerium geschaffen. Das Wirtschaftsministerium hatte zudem bereits im vergangenen Jahr eine Förderung der Badsanierung zugesagt.

 

„Alle Beteiligten haben an einem Strang gezogen und damit letztlich eine gute Lösung ermöglicht“, zeigte sich Thüringens Innenminister Georg Maier erfreut über die heutige REGIOMED-Entscheidung. Er sei zuversichtlich, dass nun auch die Gemeinde grünes Licht für die Übernahme und Verpachtung an REGIOMED geben könne. Das Landesverwaltungsamt in Weimar war als Kommunalaufsicht ebenfalls eingebunden.

 

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee erklärte: „Der Einstieg eines wirtschaftlich erfolgreichen und regional verankerten Klinikverbunds kann den Klinik- und Tourismusstandort Masserberg nachhaltig stärken und Arbeitsplätze sichern.“ Er unterstrich erneut die Unterstützung für Umbau und Modernisierung sowie die enge Anbindung des Badehauses an die Reha-Klinik. Das Land rechnet hier mit Gesamtkosten von bis zu zehn Millionen Euro, für die eine Förderung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) möglich ist.

 

Die Reha-Klinik in Masserberg mit derzeit rund 230 Betten arbeitet seit Jahren mit den REGIOMED-Kliniken erfolgreich zusammen. Es handelt sich um eine Einrichtung, die sich auf Onkologie, Orthopädie und Opthalmologie spezialisiert hat. Im Jahr 2012 meldete der damalige Betreiber RKT GmbH Insolvenz an; der derzeitige Betrieb erfolgt unter Insolvenzverwaltung.

 

Nach ersten Gesprächen über den Erhalt der Klinik ab 2017 hat die Gesellschafterversammlung der REGIOMED-Kliniken GmbH heute entschieden, künftig als Betreiber der Reha-Klinik aktiv zu werden. Anteilseigner der Klinik ist derzeit noch die Gemeinde Masserberg. Die Gemeinde wird das Grundstück aus der Insolvenzmasse erwerben, das Gebäude sanieren, das benachbarte Badehaus wiedereröffnen und das Gebäude der Reha-Klinik an den neuen Betreiber verpachten. Die Kliniksanierung wird auf rund 5,5 Millionen Euro beziffert und soll – ebenso wie die Modernisierung der Therme – bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Als neuer Betreiber wird eine noch zu gründende 100-prozentige Tochtergesellschaft von REGIOMED – die REGIOMED Rehaklinik Masserberg gGmbH – fungieren.

 

„Der REGIOMED-Verbund sieht angesichts der sich immer weiter verändernden Verhältnisse in der Medizin die Reha als einen wichtigen Baustein in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung“, erläuterte Joachim Bovelet, Hauptgeschäftsführer der REGIOMED-KLINIKEN GmbH. Während 1992 die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus noch 13,3 Tage betragen habe, lag sie 2016 nur noch bei 7,3 Tagen. Die Begleitung von Heilungsprozessen habe sich daher zunehmend in die Rehabilitationsphase verschoben, sei aber gleichwohl für Patienten von großer Wichtigkeit.

 

„Unser kommunaler Gesundheitsverbund REGIOMED übernimmt mit dieser Entscheidung ein weiteres Mal Verantwortung für die Sicherstellung der wohnortnahen medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung zwischen Obermain und Rennsteig“, betonte Thomas Müller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei REGIOMED.

 

Auch Bürgermeister Dennis Wagner sah sich in seinen Bemühungen bestätigt und bedankte sich an dieser Stelle bei allen Beteiligten, die die heutige Entscheidung erst möglich gemacht haben. Nach der ersten Kontaktaufnahme zwischen ihm und dem Hauptgeschäftsführer der REGIOMED im Frühjahr 2016 hätten sich zahllose Telefonate und Gesprächsrunden, insbesondere mit dem Wirtschafts-, Innen- und Finanzministerium, dem Thüringer Landesverwaltungsamt, der REGIOMED, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern sowie politischen Mandatsträgern angeschlossen. „Dieser schwierige Weg findet nun nach mehr als zwei Jahren seinen vorläufigen erfolgreichen Abschluss“, sagte Wagner. „Dabei stand diese für die Gemeinde Masserberg und die gesamte Region existenzielle Entscheidung mehr als einmal auf Messers Schneide.“ Umso erfreulicher sei es, dass man nun hoffungsvoll in eine gesicherte Zukunft blicken könne, zumal man mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) einen überaus kompetenten Partner an die Seite gestellt bekommen habe, der die Gemeinde in der jetzt anstehenden Umsetzungsphase begleitet.

 

 

Über die REGIOMED-KLINIKEN

 

Die REGIOMED-KLINIKEN GmbH ist der erste kommunale bundeslandübergreifende Klinikverbund. Er besteht aktuell aus fünf Akutkliniken an sechs Standorten in Oberfranken und Südthüringen, elf medizinischen Versorgungszentren an 15 Standorten, dem bodengebundenen Rettungsdienst im Landkreis Sonneberg, sieben Seniorenzentren, zwei Wohnheimen und einer Servicegesellschaft in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. REGIOMED fördert auch die regionale Aus- und Weiterbildung in Medizin und Pflege durch die Medical School REGIOMED sowie die REGIOMED Akademie.

 

 

Stephan Krauß
Pressesprecher

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