06.11.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

05.11.2017

Tiefensee: Thüringen Spitzenreiter bei Lohnzuwachs in Deutschland

Plus 24,3 Prozent bei Bruttolöhnen und -gehältern seit 2010 / Erreichtes Niveau aber noch zu niedrig: Rang 14 unter allen Bundesländern

Deutlicher Aufwärtstrend bei den Löhnen in Thüringen: Beim Anstieg der sog. Bruttolöhne und -gehälter liegt der Freistaat an der Spitze aller Bundesländer. Diese erfreuliche Entwicklung werde jedoch relativiert, weil der Anstieg von einem vergleichsweise niedrigen Niveau ausging. Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute mit Blick auf Zahlen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder (VGL). Demnach sind die Bruttolöhne in Thüringen zwischen 2010 und 2016 um 24,3 Prozent angestiegen – und damit stärker als in allen anderen Bundesländern. Den zweithöchsten Anstieg verzeichnete im genannten Zeitraum Sachsen-Anhalt mit 22,3, den niedrigsten Hessen und das Saarland mit jeweils 14,5 Prozent. Im bundesdeutschen Schnitt stiegen die Verdienste der Arbeitnehmer um 17,2 Prozent an. 

 

„Die Abkehr von der Niedriglohnstrategie seit 2010 beginnt sich für die Beschäftigten in Thüringen auszuzahlen“, kommentierte Tiefensee die Entwicklung. Sowohl die Förderpolitik als auch die Vergabe öffentlicher Aufträge sei im genannten Zeitraum erstmals an faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen gekoppelt worden. „Diesen Weg einer auf ‚Gute Arbeit‘ ausgerichteten Wirtschaftspolitik wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit Unternehmen und Gewerkschaften konsequent fortsetzen.“ 

 

Natürlich hätten insbesondere auch die gute wirtschaftliche Entwicklung, der wachsende Fachkräftebedarf und die größere Bereitschaft der Thüringer Arbeitnehmer zum Jobwechsel zur positiven Lohnentwicklung beigetragen, betonte der Wirtschaftsminister. „Es gibt selbstbewusstere Beschäftigte und stärkere Betriebsräte in den Unternehmen.“ Das führe allmählich zu einem Umdenken in der Wirtschaft. „Vielen Unternehmern ist klar, dass sich motivierte Fachleute nur noch mit angemessener Bezahlung gewinnen und binden lassen“, so Tiefensee. 

 

Dennoch sieht der Minister bei der Lohn- und Gehaltsentwicklung auch künftig großen Nachholbedarf für Thüringen. „Nach wie vor liegt Thüringen bei den Bruttolöhnen insgesamt auf dem drittletzten Platz – vor Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt und etwa gleichauf mit Sachsen.“ So verdient ein Arbeitnehmer in Thüringen im Jahresdurchschnitt 27.965 Euro – und damit etwas mehr als in Mecklenburg-Vorpommern (26.692), Sachsen-Anhalt (27.615 Euro) und ungefähr so viel wie in Sachsen (28.000), aber immer noch deutlich weniger als in strukturell vergleichbaren westdeutschen Ländern wie Schleswig-Holstein (29.422 Euro) oder Rheinland-Pfalz (31.435 Euro). Einkommensspitzenreiter sind Hamburg (39.678 Euro), Hessen (36.896 Euro), Baden-Württemberg (35.876 Euro) und Bayern (35.284 Euro). 

 

 

Hintergrund:

Ein Interview zum Thema hat Wirtschaftsminister Tiefensee mit dem Internetportal www.thueringen24.de geführt, nachzulesen unter www.thueringen24.de/thueringen/article212407949/Wege-zur-gerechteren-Entlohnung-von-Arbeit-Wirtschaftsminister-Tiefensee-im-TH24-Interview.html?ref=tag .

Die Bruttolöhne und -gehälter (Verdienste) umfassen die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich sämtlicher Zuschläge und Leistungen (wie z.B. Gratifikationen, Abfindungen, Lohn- und Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall, Zuschüsse des Arbeitgebers zum Krankengeld), vor Abzug der Lohnsteuer und der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer, aber ohne Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. 

Die Daten des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung („Arbeitmehmerentgelt, Bruttolöhne und -gehälter in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 1991 bis 2016“) finden sich unter: www.vgrdl.de/VGRdL/tbls/index.jsp?lang=de-DE#RV2014LA-EP-IH ‎(dort: Punkt 6.1 "Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer").

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