27.09.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

27.09.2017

ArbeiterKind.de und die Fachhochschule Erfurt unterzeichnen Kooperationsvertrag

Land unterstützt Gewinnung von Studierenden aus Nicht-Akademiker-Haushalten

Mit 141 600 Euro unterstützt das Thüringer Wissenschaftsministerium ein Projekt der Fachhochschule Erfurt in Kooperation mit Arbeiterkind.de. Die bundesweit aktive gemeinnützige Organisation setzt sich für Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademischen Hintergrund ein, die ein Studium aufnehmen wollen. Mit den Landesgeldern wird zunächst bis Ende 2019 eine Projektstelle an der Fachhochschule Erfurt finanziert. Diese koordiniert in Zusammenarbeit mit Arbeiterkind.de künftig die Thüringer Aktivitäten zur Gewinnung von Studierenden der ersten Generation.

„Soziale Herkunft darf nicht über die Bildungschancen junger Menschen entscheiden", sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute in Erfurt. Bei der Unterstützung des Projekts gehe es nicht darum, einer „Überakademisierung“ des Arbeitsmarkts Vorschub zu leisten, sondern einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten. „Wir wollen jeden, der den Willen und die Fähigkeiten dazu hat, ermutigen, sich für ein Studium einzuschreiben. Die Frage, ob ein Kind in einem Akademikerhaushalt groß geworden ist oder nicht, sollte dabei keine Rolle spielen.“

Tatsächlich ist in Deutschland derzeit allerdings noch das Gegenteil der Fall: Laut den Ergebnissen der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerkes nehmen 77 von 100 Akademikerkindern, aber nur 23 von 100 Nicht-Akademikerkindern ein Studium auf, obwohl in der letzten Gruppe immerhin doppelt so viele - 46 von 100 - die Hochschulreife erreichen. Gründe dafür seien häufig fehlende Rollenvorbilder, aber auch Probleme bei der Finanzierung eines Studiums spielen für die Eltern oft eine erhebliche Rolle.

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Landesregierung für ein ArbeiterKind.de-Regionalbüro an der Fachhochschule Erfurt. So können wir Schülerinnen und Schüler in ganz Thüringen besser erreichen und zum Studium ermutigen“, so Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de. 

Prof. Dr.-Ing. Volker Zerbe ist erfreut, dass das Land mit diesem Projekt neue Wege geht: „Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademische Tradition auf dem Weg in die Hochschule zu unterstützen und diese erste Studierendengeneration im Anschluss auch im Hochschulalltag zu begleiten und zu betreuen“, sagte der Rektor der Fachhochschule Erfurt. Die Hochschulkultur solle darüber hinaus durch die Sensibilisierung aller in dieser Hinsicht benachteiligten Zielgruppen weiterentwickelt werden.

Das Beratungs- und Mentoringprogramm von ArbeiterKind.de leistet hierzu einen Beitrag, indem sie Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne Hochschulerfahrung dazu ermutigt, ein Studium aufzunehmen. Die künftige Projektkoordination an der Fachhochschule Erfurt wird Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern rund um das Thema Studium beraten, Studierende im Hochschulalltag begleiten und sie z.B. bei der Beantragung von Stipendien unterstützen. Zudem koordiniert sie die lokalen Mentoren-Gruppen und wird in Zusammenarbeit mit den Thüringer Hochschulen weitere Beratungskonzepte erarbeiten.

Die 2008 ins Leben gerufene spendenfinanzierte Organisation Arbeiterkind.de berät mit bundesweit rund 6.000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 75 Mentoren-Gruppen Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademische Erfahrung. Dabei setzt ArbeiterKind.de vor allem auf den Erfahrungsaustausch mit anderen ehemaligen Erstakademikern.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen