26.09.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

26.09.2017

Tiefensee: Thüringer Zulieferbranche muss enger kooperieren

Branchenforum sucht Antworten auf Strukturwandel in der Automobilindustrie / „Gemeinsame Kraftanstrengung notwendig“

Die Automobilindustrie in Thüringen muss sich auf einen tiefgrei­fenden Wandel einstellen. Das sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute beim Branchenforum der Thüringer Automobil- und Zulieferindustrie in Erfurt. „Der Strukturwandel erfasst Technologien, Märkte und Geschäftsmodelle weltweit und wird die Zukunft der Mobilität fundamental verändern“, so Tiefensee. „Wenn wir nicht aufpassen, kann das auch für die mittelständische Zulieferbranche im Freistaat negative Konsequenzen haben.“ Das heutige Branchenforum ist Teil eines breit angelegten Branchendialogs der Thüringer Automobilwirtschaft, im Rahmen dessen Antworten auf diese Herausforderungen gefunden werden sollen. Der Branchendialog wird vom Wirtschaftsministerium, dem Automobilcluster „automotive thüringen“, dem Thüringer Bündnis für Industrie und dem bundesweiten N3tzwerk „Zukunft der Industrie“ organisiert.

Schon heute sei klar: „Die Zukunft der Thüringer Automobilbranche kann nur in einer regelmäßigen, projektbezogenen Kooperation liegen. Dafür muss die Branche künftig enger zusam­menrücken“, sagte der Wirtschaftsminister weiter. Ziel sei es, aus der Branche heraus eine Reihe von Systemanbietern zu entwickeln, die technologisch komplexe Komponenten anbieten und damit ihre Position in der Wertschöpfungskette „Automobil“ verteidigen und ausbauen könnten.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt diesen Prozess beispielsweise durch die Förderung der Verbundforschung und die Schaffung digitaler Plattformen. Mit dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität an der TU Ilmenau stehe der Branche in Thüringen ein fächerübergreifender technologischer Impulsgeber zur Verfügung. Dort hat das Land inzwischen auch eine zusätzliche Honorarprofessur für „Automobilwirtschaft und Automobilproduktion“ geschaffen.

Die Automobilwirtschaft gehört zu den strukturbestimmenden Branchen in Deutschland, aber auch in Thüringen. Etwa 70 Prozent der automobilen Wertschöpfung erfolgen im Zulieferbereich, der in Thüringen besonders ausgeprägt ist. Die Branche umfasst statistisch 51 Unternehmen mit 16.400 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von knapp fünf Milliarden Euro. Nimmt man Unternehmen anderer Branchen hinzu, die zumindest einen Teil ihrer Umsätze im Automobilbereich erzielen, umfasst die Thüringer Zulieferwirtschaft insgesamt 530 Unternehmen mit 50.000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp neun Milliarden Euro.

Wichtigste Herausforderung ist der derzeitige, technologisch bedingte Strukturwandel. Das betrifft vor allem die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien, bei denen der Elektromobilität derzeit die größten Potentiale zugesprochen werden. „Allerdings führt an sparsamen Verbrennungsmotoren auf mittlere Sicht noch kein Weg vorbei“, zeigte sich Tiefensee überzeugt. Zudem dürfe man andere Alternativen – wie z.B. die Brennstoffzellentechnologie – nicht aus den Augen verlieren. „Solange die Perspektiven nicht klar sind, sollten die Hersteller für alle Antriebstechnologien grundsätzlich offen bleiben und hier auch in Forschung und Entwicklung investieren“, so der Minister.

Zu den Stärken der Thüringer Branche zählen insbesondere die breite Aufstellung, eine relativ großen Zahl von so genannten „hidden champions“ sowie die hohe Qualifikation der Beschäftigten. Neben neuen Antriebstechnologien müssen die Unternehmen laut einer Expertise der Friedrich-Schiller-Universität Jena aber auch mit dem wachsenden internationalen Konkurrenzdruck, der Abhängigkeit von den großen Automobilkonzernen, der Kleinteiligkeit und – damit einhergehend – der zu geringen Investitions- und Innovationskraft, neuen Entwicklungen wie der Digitalisierung und der steigenden Fachkräftenachfrage fertig werden. „Wir brauchen deshalb eine gemeinsame Kraftanstrengung, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.“

Der Automobilbau sei ein zentraler Innovations- und Wachstumstreiber für die gesamte Thüringer Wirtschaft – „und er soll das auch in Zukunft bleiben“, so der Minister. Über die LEG Thüringen hat das Land deshalb die Erstellung einer  „Tiefenanalyse zu Möglichkeiten der Zukunftssicherung der Automobilzulieferindustrie in Thüringen“ beauftragt, deren Ergebnisse Mitte kommenden Jahres vorliegen sollen.

 

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen