08.09.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

08.09.2017

Tiefensee: Ost-West-Angleichung nur durch mehr Industrieforschung

Thüringen soll zu den führenden Innovationsstandorten in Deutschland aufschließen / „Thüringer Abend für Innovationen“ will breiten Dialog anstoßen

Ostdeutschland kann wirtschaftlich nur dann weiter gegenüber Westdeutschland aufholen, wenn es seine Aktivitäten und Ressourcen noch stärker als bisher auf die Themen Forschung und Technologie konzentriert. Das sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Stand der deutschen Einheit. „Der Königsweg für mehr wirtschaftliche Dynamik liegt in der Innovation“, so der Minister. Im Zentrum der Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik stehe deshalb die Frage: „Wie schaffen wir es, Thüringen zu einem der innovativsten Standorte in Deutschland zu entwickeln?“

Sein Haus plane dazu eine Reihe neuer Initiativen, sagte Tiefensee. Zugleich wolle er aber in einen engen Dialog mit den Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu dieser Frage eintreten. Als Auftakt dazu fand gestern Abend auf Einladung des Ministers ein „Thüringer Abend für Innovationen“ statt, an dem rund 30 Vertreter von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen aus Thüringen teilnahmen. „Es geht mir darum, eine neue Gesprächskultur zu wichtigen Zukunftsthemen zu etablieren“, sagte der Minister. Plattformen dafür sind neben dem „Abend für Innovationen“ vor allem das „Weimarer Wirtschaftsforum“ sowie die „Blue Table Talks“, eine Gesprächsreihe für Unternehmer und Praktiker. Es sei wichtig, Akteure und Multiplikatoren frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, so Tiefensee.

Insgesamt sieht der Wirtschafts- und Wissenschaftsminister den Freistaat – gemessen an seiner Ausgangssituation, der Wirtschaftsstruktur und demografischen Entwicklung – beim Thema Innovation gut aufgestellt. So beläuft sich der Anteil der Gesamtausgaben am Bruttoinlandsprodukt auf rund 2,13 Prozent – damit liegt Thüringen auf Platz 10 vor Ländern wie Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Erreicht wird dieser vergleichsweise gute Wert allerdings nur durch einen hohen Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand: Beträgt der Anteil der Staatsausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland insgesamt rund 30 Prozent, liegt dieser Wert in Thüringen – ähnlich wie in allen neuen Ländern – bei rund 52 Prozent. Die eher kleinteilige Wirtschaft in Thüringen trägt damit deutlich weniger zur Finanzierung von Forschungsausgaben bei als die Unternehmen in westdeutschen Bundes­ländern.

„Das zeigt: Stärker als in den alten Ländern sind die öffentlich geförderten Hochschulen und Forschungseinrich­tungen wichtige Innovationstreiber für die Thüringer und die ostdeutsche Wirtschaft“, sagte Tiefensee. „Wir brauchen deshalb auch künftig eine Finanzierung von Investitionen und Forschungsausgaben auf hohem Niveau.“ Dazu sei es notwendig, die Innovationsförderung und die Transferleistungen von Wirtschaft und Wissenschaft weiter auszubauen, den Bereich der anwendungsbezogenen Forschung gezielt zu fördern sowie die bauliche und soziale Infrastruktur an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verbessern. Eine Beteiligung des Bundes an der Grundfinanzierung der Hochschulen und an der institutionellen Förderung von wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen sei dafür auch eine wichtige Voraussetzung. In einem gemeinsamen Positionspapier hatten die Wissenschaftsminister der ostdeutschen Länder erst kürzlich u.a. rund eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr ab 2020 für diesen Zweck gefordert.

„Innovation kostet Geld, aber sie schafft auch die notwendige Grundlage für Wachstum, Beschäftigung und letztlich neue Steuereinnahmen“, sagte Tiefensee. Aufgabe der ostdeutschen Länder sei es, ihre innovativen Profile und Kompetenzen zu definieren und gezielt zu entwickeln. Darüber, wie dies  geschehen solle, müsse es einen breiten gesellschaftlichen Dialog geben. „Den möchte ich führen und lade alle Interessierten und Akteure ein, sich daran aktiv zu beteiligen.“

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