Weiterentwicklung der Thüringer Aufbaubank
Ausgangspunkt des Auftrags war die Frage, wie das Förderinstitut in einer durch geringere finanzielle Spielräume – allein die Ausstattung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird in der 2014 beginnenden neuen Förderperiode in Thüringen nach aktuellem Stand um über 40 Prozent von 1,48 Mrd. EUR auf 842 Mio. EUR zurückgehen – und eingeschränkte Fördermöglichkeiten geprägten Förderkulisse weiterentwickelt werden muss, um die Entwicklung der Thüringer Wirtschaft und des Standortes auch zukünftig effektiv unterstützen zu können. Ebenso zu berücksichtigen waren neue Herausforderungen, die sich aus erschwerten Bedingungen für die langfristige Finanzierung von Unternehmen und Infrastrukturprojekten aufgrund der Umsetzung schärferer Regulierungsvorgaben für den Finanzsektor ergeben.
Schwerpunkte für die strategische Weiterentwicklung sind die folgenden Bereiche:
- Beteiligung an Konsortialfinanzierungen: die Förderbank ermöglicht durch ihre Beteiligungen an Konsortien das Zustandekommen mittlerer und größerer Finanzierun¬gen (die beihilferechtlichen Vorschriften sehen vor, dass eine Beteiligung nur auf der Grundlage einer „Einladung“ durch eine Marktbank erfolgen kann).
Relevante Fälle sind:
► Unternehmensinvestitionen und Ansiedlungen
► die Finanzierung von Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten, für die in der
neuenEU-Förderperiode voraussichtlich außerhalb des FuE-Bereichs keine
Förderangebote mehr möglich sein werden
► Unternehmensfusionen und -übernahmen
► Unternehmensnachfolgen
► größere Infrastrukturprojekte
- Einführung spezifischer Darlehensangebote für FuE-Projekte und die Erschließung von Auslandsmärkten sowie Öffnung von Förderangeboten für zukunftsträchtige Wirtschaftsbereiche wie die Kreativwirtschaft.
- Ausbau des Angebots im Bereich Betriebsmittelfinanzierung und des Angebots im Bereich eigenkapitalähnlicher Finanzierungen (bisher im Rahmen des Programms Thüringen Kapital auf Höchstbeträge von 200.000 EUR begrenzt).
- Fortführung der Bereitstellung von Globaldarlehen an Marktinstitute zur Weitergabe der günstigen Refinanzierungsbedingungen der TAB und somit zur Sicherung des Kreditangebots an die mittelständische Wirtschaft.
- Verstetigung des Engagements in der Kommunalfinanzierung. Um die Realisierung wichtiger kommunaler Infrastrukturprojekte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes und zur Umsetzung der Energiewende zu erleichtern, sollte angesichts gerade in diesem Bereich zu erwartender deutlich sinkender Zuschussvolumina das Angebot durch ein Förderdarlehensprogramm zur Infrastrukturfinanzierung ergänzt werden.
- Verstärkte Nutzung von revolvierenden Fonds in der neuen EU-Förderperiode, um Finanzierungslücken durch zurückgehende Zuschüsse zu schließen und die zuvor aufgeführten neuen Förderangebote zu ermöglichen.