Medieninformation
Der Thüringer Arbeitsminister Matthias Machnig hat nach der heutigen letzten Etappe ein positives Fazit seiner „Gute-Arbeit-Tour“ 2012 gezogen. „Mein Eindruck ist, dass in die Thüringer Lohn- und Tarifpolitik zunehmend Bewegung kommt“, sagte der Minister. Angesichts der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung habe in vielen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden. „Die Botschaft, dass mit Billiglöhnen und prekären Jobs keine Fachkräfte gewonnen werden können, ist vielerorts angekommen“, sagte der Minister. Es zahle sich aber auch aus, dass im Vergabegesetz und bei der Wirtschaftsförderung die Schaffung guter und gut bezahlter Arbeitsplätze ein wichtiges Entscheidungskriterium ist.
Trotzdem sei man bei Tarifbindung und Lohnniveau noch längst nicht am Ziel, so der Minister weiter. Nach wie vor sind in Thüringen nur 21 Prozent der Betriebe mit 46 Prozent aller Beschäftigten tarifgebunden – deutlich weniger als in den alten Ländern (34 Prozent der Betriebe, 61 Prozent der Beschäftigten). „Wir brauchen endlich Vorfahrt für gute Arbeit, um der Abwanderung qualifizierter Thüringerinnen und Thüringer entgegenzuwirken und als Beschäftigungsstandort auch für Zuwanderung attraktiv zu werden“, sagte Machnig.
Der Minister hatte auf seiner insgesamt viertägigen Tour Unternehmen in allen Teilen Thüringens sowie mehrere Bildungsträger besucht. Auf der heutigen letzten Etappe in Südthüringen stand die berufliche Integration von Langzeitarbeitslosen und Arbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen im Mittelpunkt. Dazu hatte Machnig u.a. das kommunale Jobcenter Schmalkalden-Meiningen, die Neue Arbeit Thüringen und den Bildungsträger Meiningen e.V. besucht. „Trotz der insgesamt guten Arbeitsmarktentwicklung brauchen wir weiter eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit aufbricht und dafür sorgt, dass auch Schwächere neue Berufsperspektiven bekommen“, so der Minister.
Deshalb habe das Wirtschaftsministerium im Jahr 2010 das Landesarbeitsmarktprogramm (LAP) aufgelegt, über das bis heute rund 2.600 Langzeitarbeitslose in Beschäftigung oder Ausbildung vermittelt werden konnten. Knapp 2.000 von ihnen haben wieder einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden. Insgesamt hat das Ministerium dafür rund 25 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt.
Stephan Krauß
Pressesprecher