11.06.2012
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Internationale Experten bei Kreativwirtschafts-Konferenz

„Creative Innovation Summit“ heute in Weimar/Branchenbewusstsein und Vernetzung stärken

Am Montag und Dienstag (11./12. Juni) findet in Thüringen zum ersten Mal eine Internationale Konferenz für die Kreativwirtschaft statt. Mit Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums hat die Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) diesen „Creative Innovation Summit“ organisiert. Rund 250 Interessierte sind gekommen, um mit internationalen Experten und Unternehmern über Trends und Perspektiven der Kreativwirtschaft zu diskutieren. „Diese Konferenz soll die Sichtbarkeit, das Branchenbewusstsein und die Vernetzung der Thüringer Kreativbranche stärken“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Der Summit in Weimar ist eine von mehreren Maßnahmen, um das Wachstum der hiesigen Kreativwirtschaft zu steigern und das wirtschaftliche Profil Thüringens zu stärken.

Zudem greift diese Konferenz die internationale Debatte innerhalb der Kreativwirtschaft auf. Den Hauptvortrag bestreitet B. Joseph Pine II aus Minnesota/USA, Autor des Bestsellers „The Experience Economy“. Als Experten kommen außerdem Hasan Bakhshi, Volkswirt aus London, Chris Peters, SAP-Stratege aus Dänemark, sowie Vertreter von Global Playern wie Google und Procter & Gamble mit Thüringer Unternehmen wie der Towerbyte aus Jena zusammen, um über Innovationen, Wertschöpfung und Arbeitsformen in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu diskutieren.


„Diese internationale Konferenz bildet den ersten Baustein unseres Thüringer Modells für die Kreativwirtschaft“, sagte Dirk Kiefer, Leiter der THAK. „Weltweit führende Innovationsexperten diskutieren mit Unternehmern vor Ort wie Leistungen der Kreativwirtschaft zu mehr Wertschöpfung in anderen Branchen führen können und welche Voraussetzung dafür in Thüringen zu schaffen sind.“ Eine zentrale Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit kreativer Unternehmen mit den anderen Wirtschaftszweigen. Laut Hasan Bakhshi führt die Verzahnung von einer starken Industrie und einer gut entwickelten Kreativbranche zu überdurchschnittlichem Wachstum. „Thüringen hat hierfür beste Voraussetzungen: weltweit aktive Unternehmen, starke mittelständische Firmen, innovative Forschungseinrichtungen und kreative Ideen treffen aufeinander“, sagte Machnig. Jetzt müsse dafür gesorgt werden, dass sich die innovativen Köpfe und ihre Geschäftsmodelle im Land entfalten können, damit die Wertschöpfung an Ort und Stelle erfolge.

Das Potenzial der Kreativwirtschaft ist stark. Seit etwa einem Jahrzehnt erfährt dieser Teilbereich der Wirtschaft eine starken Wachstumsschub: In Thüringen gibt es rund 3200 Unternehmen, fast 22.500 Erwerbstätige und einen Umsatz von knapp 1,7 Milliarden Euro im Jahr. In Deutschland gibt es über eine Million Erwerbstätige bei einer jährlichen Wertschöpfung in Höhe von gut 61 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 2,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt nimmt die Kreativwirtschaft laut Potenzialanalyse im Branchenvergleich einen vorderen Platz ein: vor der chemischen Industrie (Wertschöpfung: 49 Milliarden Euro) und hinter der Automobilindustrie (Wertschöpfung: 71 Milliarden Euro). Zwischen 2003 und 2008 wuchs der Umsatz um 2,4 Prozent pro Jahr – mehr als in vielen anderen Branchen.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt das Wachstum der Kreativwirtschaft mit mehreren Maßnahmen: dazu zählen u.a. die Gründung der THAK als Service- und Beratungsstelle, der Bau eines Gewerbezentrums in Weimar, ein Wettbewerb („Kreativradar“), ein eigener Messestand auf der Frankfurter Buchmesse, die Buch-Tage, Branchenworkshops und -dialoge.


Hintergrund
Die Kreativwirtschaft
Die Kreativ-Branche besteht aus folgenden 11 Teilmärkten:


  1. Musikwirtschaft

  2. Buchmarkt

  3. Kunstmarkt

  4. Film

  5. Rundfunk

  6. Darstellende Künste

  7. Design

  8. Architektur

  9. Presse

  10. Werbemarkt

  11. Software- und Games-Industrie


Die Kreativwirtschaft in Thüringen:

  • Die wichtigsten Standorte in Thüringen sind Erfurt, Weimar und Jena.

  • Die Landeshauptstadt ist für Verlage, Film und Werbebranche der wichtigste Standort, die Kulturhauptstadt für Architekten.

  • Weimar ist deutschlandweit die Stadt mit der höchsten Architektendichte.

  • Die fünf wichtigsten Teilmärkte der Thüringer Kreativ-Branche sind:

    1. das Verlagsgewerbe (Pressewirtschaft und Buchverlage),

    2. die Software-/Games-Industrie,

    3. der Werbemarkt,

    4. die Beschäftigten der kreativ/künstlerisch Tätigkeiten

    5. die Architekturbüros.

    In diesen fünf Teilmärkten sind rund 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten der Kreativwirtschaft tätig.





Larissa Schulz-Trieglaff
Stellv. Pressesprecherin

11.06.2012