Forschergruppen stärken Technologiestandort Thüringen
Sieben Millionen Euro für sieben Thüringer Forschergruppen / Bauhaus-Universität rückt energetische Gebäudesanierung in den Fokus
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat heute in Erfurt sieben neue Industrieforschergruppen vorgestellt, die eine Förderung von rund 7 Millionen Euro aus Landes- und Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten. „Industrie-Forschung ist die Basis für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Thüringen“, sagte Machnig.
Die gezielte Unterstützung von industriellen Forschergruppen stärke den Innovations- und Technologiestandort Thüringen und trage dazu bei, die technologische Wertschöpfung im Land zu erhöhen. „Es geht darum, gute Ideen und Forschungsansätze schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen zu überführen.“ Aktuelle Trends greifen zum Beispiel die beiden Forschergruppen an der Bauhaus-Universität auf: Sie werden die Energieeffizienz und die energetische Gebäudesanierung in den Fokus rücken.
Als Forschergruppen werden Teams aus drei bis zehn wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitern definiert, die gemeinsam an einem konkreten Projekt forschen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Forschungsthema marktfähig ist. Es muss von der Industrie im Freistaat genutzt werden können. „Forschung darf nicht im Elfenbeinturm stattfinden“, sagte Machnig. „Sie muss in aktuelle Entwicklungen eingebunden sein und sich auf dem Markt durchsetzen können.“ So könne Thüringen seinen Ruf als Kompetenzstandort ausbauen. Die Forschergruppen-Förderung sei Teil der Innovationsstrategie des Landes, die darauf abziele, industrienahe Forschungsbereiche gezielt zu fördern.
Alle sieben geförderten Projekte sind in den Bereichen Medizintechnik und GreenTech angesiedelt (s. Anhang). So erhält die TU Ilmenau eine Million Euro für Therapieansätze zur Verbesserung der Sehfähigkeit bei älteren Menschen. Die Bauhaus-Universität Weimar wird mit zwei Projekten (mit insgesamt 2,9 Millionen Euro) zum Thema Energieeffizienz in Städten und energetische Sanierung von Gebäuden gefördert. Das Institut für Photonische Technologien e.V. (IPHT) aus Jena wiederum erhält knapp eine Million Euro für ein Projekt zur Erforschung der Anwendungsmöglichkeiten faseroptischer Bauelemente in der Umwelt- und Medizintechnik.
Bei der heutigen Übergabe der Förderbescheide handelt es sich bereits um die zweite Förderrunde für industrielle Forschergruppen. 2011 erhielten erstmalig 18 Projekte eine Förderung in Höhe von 14,5 Millionen Euro.
Stephan Krauß
Pressesprecher
25.04.2012