13.05.2016
Thüringer Finanzministerium

Medieninformation

Finanzministerin Heike Taubert: Bilanz der Thüringer Finanzämter ist Leistungsbilanz einer fähigen Steuerverwaltung 25 Jahre nach Wiedervereinigung

Thüringer Finanzämter verzeichnen 2015 erstmals über 6 Milliarden Euro Steuereinnahmen, Einnahmeplus von 5,42 Prozent

Die zwölf Thüringer Finanzämter haben im vergangenen Jahr 6.266.501.508,81 Euro Steuern eingenommen. Das waren 322.051.159,96 Euro bzw. 5,42 Prozent mehr als im Jahr 2014. Diese Steuern fließen nicht alleine in den Landeshaushalt, sondern je nach Steuerart nach einem festen Aufteilungsschlüssel auch in den Bundeshaushalt sowie in die Gemeindehaushalte.

„Die abermalige Steigerung des Steueraufkommens ist Ausdruck der stabilen und positiven Gesamtsituation des Freistaats. Mehr Menschen sind in Lohn und Brot und die verfügbaren Einkommen steigen. Gerade die deutlichen Zuwächse bei der Lohn- und Einkommensteuer sind Ausdruck dieser guten wirtschaftlichen Entwicklung in Thüringen“, so Finanzministerin Heike Taubert und weiter: „Die Steigerung des Steueraufkommens ist aber ebenso Ausdruck einer gut funktionierenden Steuerverwaltung im Freistaat, die nun auf eine 25jährige Geschichte zurückblickt.“

„Mein Dank gilt deshalb den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Steuerverwaltung, die täglich konzentrierte Arbeit leisten und dafür sorgen, dass die öffentliche Hand ihre vielfältigen Verpflichtungen und Aufgaben auch bezahlen kann“, betonte Heike Taubert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzämter führten 2015 insgesamt 665.326 Veranlagungen durch. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um 393.913 Arbeitnehmerveranlagungen, 243.105 Veranlagungen für Gewerbetreibende, Selbständige und Landwirte und 28.308 Veranlagungen für Körperschaften. Die sogenannte Durchlaufzeit, die Zeit vom Eingang der Steuererklärung bis zum Steuerbescheid, betrug in der Arbeitnehmerveranlagung 47,3 Tage.

Thüringen hat bundesweit den frühesten Veranlagungsschluss. Ziel ist es, alle Veranlagungen innerhalb von 18 Monaten zu bearbeiten. In anderen Ländern liegt der Bearbeitungszeitraum bei 20 oder 24 Monaten. „Auch dies ist Ausdruck der guten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem verkürzt der zunehmend routinierte Umgang mit den elektronischen Steuerprogrammen die Bearbeitungszeit“, so Ministerin Taubert.

Aber auch die Bürgerinnen und Bürger nutzen die Vorteile der elektronischen Steuererklärung. Rund 359.000 Thüringerinnen und Thüringer haben im letzten Jahr ihre Einkommensteuererklärung für das Jahr 2014 elektronisch an das Finanzamt übermittelt. Damit erreichten 67 Prozent der Steuererklärungen die Finanzämter auf diesem Weg. Der Freistaat Thüringen ist mit dieser Quote im Vergleich der Bundesländer der Spitzenreiter und hat auch im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte zugelegt.

„Die 400 Thüringer Steuerprüfer haben im vergangenen Jahr ein Mehrergebnis von 170,1 Millionen Euro erzielt“, bilanzierte Finanzministerin Heike Taubert die Arbeit der Prüfungsdienste der Steuerverwaltung. Die Summe resultiert aus 9.568 Prüfungen in Unternehmen des Freistaats, die Finanzbeamte im letzten Jahr durchführten. Heike Taubert dazu: „Die verschiedenen Prüfungsdienste der Thüringer Finanzämter sorgen für gelebte Steuergerechtigkeit. Dabei sind die Fachleute mit zunehmend hochkomplexen Steuerfällen betraut, die eines umfassenden Wissens auch über das Steuerrecht hinaus bedürfen.“

Zum 01.01.2016 waren 2.583 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Thüringer Finanzämtern beschäftigt. Ihr Durchschnittsalter betrug 46,25 Jahre. Damit Thüringen auch künftig auf eine leistungsstarke Verwaltung bauen kann, hat Finanzministerin Taubert den Einstellungskorridor bis zum Jahr 2029 deutlich erweitert. Im Jahr 2015 sind erstmals insgesamt 75 Anwärter eingestellt worden. Die 75 Ausbildungs- und Studienplätze werden in den Jahren 2018 und 2019 jeweils noch einmal um 25 auf dann 100 erhöht.  2020 sollen bis zu 125 Anwärter eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen können und 2021 bis 2029 jeweils bis zu 150 Anwärter.

Die positive Einnahmebilanz der Thüringer Finanzämter wird vor allem durch Steigerungen bei der Lohn- und Einkommensteuer sowie der Körperschaftsteuer bestimmt. Ausgewählte Steuerarten im Überblick:

  • Die Lohnsteuer stieg im vergangenen Jahr um 6,19 Prozent auf mehr als 2,68 Milliarden Euro. Als besondere Erhebungsform der Einkommensteuer wird die Lohnsteuer Arbeitnehmer/-innen vom Lohn abgezogen.
     
  • Mit der Einkommensteuer wird das Einkommen natürlicher Personen besteuert, etwa aus Einkünften aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit oder Landwirtschaft. Mit einem Einnahmevolumen von 527,23 Millionen Euro war ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von über 14 Prozent zu verzeichnen.
     
  • Die Umsatzsteuer stieg 2015 um 4 Prozent  auf 2,21 Milliarden Euro. Sie ist hinter der Lohnsteuer die zweitstärkste Thüringer Steuerquelle. Sie wird auf den Verbrauch von Waren und Dienstleistungen erhoben.
     
  • Die Körperschaftsteuer wuchs deutlich. Insgesamt konnten die Finanzämter mit rund 253, 34 Millionen Euro, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr mit 190,85 Millionen Euro verbuchen.

Lohn- und Einkommensteuer, Körperschaft- wie auch Umsatzsteuer sind so genannte Gemeinschaftssteuern. Sie werden von den Finanzämtern erhoben und fließen in verschiedenen Anteilen Bund, Ländern und Kommunen zu.

Reine Landessteuern sind die Erbschaft-und Schenkungsteuer und die Grunderwerbsteuer:

  • Die Erbschaft- und Schenkungsteuer belief sich 2015 auf 26,49 Millionen Euro. Zum Vorjahr ist eine deutliche Steigerung um fast 123 Prozent zu verzeichnen, die auf besondere Einzelfälle zurückzuführen ist.
     
  • Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent und entsprachen einer Summe von 124,53 Millionen Euro.  

Bitte beachten Sie: Bestimmte Steuerarten wie etwa die Erbschaft- und Schenkungsteuer oder die Grunderwerbsteuer werden zentralisiert bearbeitet. Auch erheben nicht alle Ämter die Körperschaftsteuer. So ist beispielsweise das Finanzamt Suhl zentral für die Einnahmenverwaltung aus der Grunderwerbsteuer zuständig. Aufgrund dieser Sonderzuständigkeiten unterscheidet sich das Steueraufkommen zwischen den Finanzämtern zum Teil erheblich.

Vereinnahmtes Steueraufkommen der Finanzämter im Jahres 2015

Finanzamt

Steueraufkommen

Anteil in %

Erfurt

1.407.942.876,18 €

22,47%

Jena

1.032.653.175,97 €

16,48%

Mühlhausen

658.789.042,29 €

10,51%

Suhl

629.570.272,45 €

10,05%

Gera

532.498.324,23 €

8,50%

Gotha

413.261.921,13 €

6,59%

Pößneck

356.831.296,64 €

5,69%

Eisenach

311.892.886,72 €

4,98%

Altenburg

241.937.398,68 €

3,86%

Sondershausen

249.679.580,62 €

3,98%

Ilmenau

229.230.263,00 €

3,66%

Sonneberg

202.214.470,90 €

3,23%

Bitte beachten Sie: Bestimmte Steuerarten wie etwa die Erbschaft- und Schenkungsteuer oder die Grunderwerbsteuer werden zentralisiert bearbeitet. Auch erheben nicht alle Ämter die Körperschaftsteuer. So ist beispielsweise das Finanzamt Suhl zentral für die Einnahmenverwaltung aus der Grunderwerbsteuer zuständig. Aufgrund dieser Sonderzuständigkeiten unterscheidet sich das Steueraufkommen zwischen den Finanzämtern zum Teil erheblich.

 

Bilanz der Thüringer Finanzämter 2015 (2.7 MB)
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